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Fast Food

Eine Pizza auf Knopfdruck

In Kirchheim am Neckar steht ein Automat, der die italienische Spezialität frisch zubereitet.

17.09.2019

Von RAINER LANG

Claus Endress füllt täglich die beiden Automaten auf. Foto: Ferdinando Iannone

Kirchheim am Neckar. Begonnen hat alles mit einem Ausflug ins Elsass im vergangenen Jahr. Dabei entdeckte Claus Endreß zufällig einen Pizza-Automaten. Seine Neugier war geweckt. Er probierte eine Pizza und war überrascht von deren Qualität. Das Ganze ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Er begeisterte seinen Bekannten Friedrich Schiek für die Sache und gründete mit ihm eine Firma. Als die beiden im Sommer die ersten zwei Automaten aufstellten, in Ilsfeld (Kreis Heilbronn) und in Kirchheim am Neckar (Kreis Ludwigsburg), dachten sie nicht, dass sie damit einen Medienwirbel auslösen.

Besser kann ein Start-Up nicht beginnen. Die Geschäftspartner mussten erst einmal investieren. Ihre Firma tauften sie spontan „My Pizzabutler“ und kauften dann von dem französischen Hersteller „Apitec“ zwei Automaten, von denen jeder immerhin 60 000 Euro kostet. Die Firma, die mit ihrem Produkt in ganz Europa expandiert und schon in Belgien, England und den Niederlanden vertreten ist, hat damit auch den Sprung nach Deutschland geschafft.

Der Clou ist für Endreß, dass die Pizzen wirklich frisch sind und ohne Zusatzstoffe. Pizza-Automaten gibt es nämlich schon seit Jahren, aber nur mit Tiefkühlkost. „Das ist ein himmelweiter Unterschied“, sagt der 51-Jährige. Statt eine Sicherheitsfirma wie bisher zu leiten, steht der gelernte Koch nun täglich in seiner Backstube in Pfaffenhofen bei Güglingen im Kreis Heilbronn und macht dort frische Pizzen für den Automaten.

Ungefähr ein Dutzend Variationen sind im Angebot. Der Teig wird zwei Minuten gebacken. „Der Automat kommt sogar mit schwierigen Belägen wie Rucola zurecht“, freut sich Endreß, der täglich die Automaten befüllt, die jeweils 96 Pizzen fassen. Diese werden gekühlt gelagert und spätestens nach 36 Stunden ausgetauscht.

Zwei Öfen sorgen dafür, dass zwei Pizzen fast zeitgleich fertig werden. Auf einer dünnen Aluscheibe werden sie vom Kühlfach in den Ofen geschoben, drei Minuten lang gebacken und dann in einem Karton ausgegeben. Alles wird digital gesteuert und überwacht. Die Preise liegen zwischen 6 und 8,50 Euro.

Der Absatz läuft so gut, dass inzwischen auch der Sohn von Endreß, André, und Schwieks Enkel Marvin ins Geschäft eingestiegen sind. Ungefähr 40 Pizzen pro Tag werden verkauft, vor allem nachts zwischen 19 und vier Uhr morgens. Die Standorte sind bewusst gewählt. In Kirchheim steht „Julia“, wie der Automat getauft wurde, an der vielbefahrenen B 27 auf dem Gelände eines Camping-Ausrüsters.

In Deutschland sind Endreß und Schwiek Vorreiter. Zwei neue Automaten sind schon bestellt. Im Visier haben sie derzeit Heilbronn und Ludwigsburg. Auf längere Sicht wollen die beiden mit ihrem Automat auch in Stuttgart vertreten sein. Rainer Lang

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Erstellt:
17. September 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
17. September 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. September 2019, 06:00 Uhr

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