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Rat steht mit großer Mehrheit hinter den Plänen fürs Bruderhausgelände

Eine Bank für den Bürgerpark

Bäume, Wasser und das Spiel des Lichtes – der Reutlinger Rat ließ sich gestern Abend das Konzept des Bürgerparks auf dem Bruderhausgelände vorstellen. Danach beschloss er aber, dass es für die Gestaltung des Areals rund um die künftige Stadthalle frühestens 2011 Geld gibt.

24.07.2009
  • Matthias Stelzer

<strong>Reutlingen.</strong> Licht und Schatten – das hat der geplante Bürgerpark auf dem Bruderhausgelände mit der Liste der Grausamkeiten gemeinsam, die der Reutlinger Rat in den kommenden Wochen zusammenstellen muss. Ausgehend von der aktuellen Haushaltssperre werden bald etliche städtische Projekte wieder auf den kommunalen Prüfstand zurückkehren. Eine Vorentscheidung trafen die Stadträtinnen und Stadträte jetzt aber schon fürs Bruderhausgelände. Dort, auf dem etwa 250 mal 300 Meter großen Zwickel, wird zwar im Oktober mit den Vorbereitungen für die Stadthalle begonnen, der umgebende Park muss aufgrund der Etatlöcher jedoch länger warten. Und das, obwohl das von den Planern Prof. Hans Kienle und Urs Müller-Meßner vorgestellte Gestaltungskonzept vielen Räten „regelrecht Appetit“ machte, wie es der Fraktionslose Thomas Ziegler formulierte.

Im Grunde wird der künftige Bürgerpark, der nun in mehreren finanzierbaren Bauabschnitten entstehen soll, von einem symmetrisch angelegten, großen Baumhain mit drei Lichtungen (für Stadthalle, Kulturplatz und Hotel) geprägt sein. Wasserläufe an den Rändern des Kulturplatzes und „das Spiel des Lichts“ unter – noch nicht näher definierten – Bäumen sollen dem Platz vor der Altstadt Aufenthaltsqualität verschaffen. „Was wir Ihnen vorschlagen, ist kein Wald“, sagte Kienle.

Dennoch konnte man bei der anschließenden Debatte zuweilen den Eindruck gewinnen, dass der Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen wird. Zumindest was die Details des weiteren Vorgehens angeht. Verwirrung stiftete dabei insbesondere Grünen-Fraktionschef Rainer Buck, der einen Vertagungsantrag vorlegte, der letztlich kürzer griff als die zeitliche Empfehlung des Bauausschusses. Klar wurde trotzdem: Buck verkämpfte sich für das, was er unter Ausgaben-Gerechtigkeit versteht: Statt einen Pflock für die „Mischung aus Bösmannsäckern und Baumschule“ einzurammen, solle man lieber ein Auge auf die „ökologische und soziale Infrastruktur“ haben. Eine Priorität, der sich die fraktionslose Rätin Edith Ailinger anschloss.

Klare Bekenntnisse zu Stadthalle und Bürgerpark gab es von allen anderen Fraktionen. Rainer Löffler (CDU) sagte: „Wir denken nicht, dass wir eine Halle, die Strahlkraft in die Region haben soll, von drei Seiten nur einschottern können.“ Helmut Treutlein, Fraktionschef der SPD, hält das Konzept des Bürgerparks für tragfähig und urban. „Die Halle ist unser lokales Konjunkturprogramm“, sagte er.

Als solches versteht man die Investitionen ins Bruderhausgelände auch bei FDP und BMR. „Würden wir dort jetzt nichts machen, würde die wirtschaftliche Misere nur verstärkt werden“, sagte Dieter Weinmann bei seiner letzten Gemeinderatssitzung. Unterstützung bekam er von zwei anderen, die aus dem Gremium ausscheiden. Ursula Menton von der FWV flehte in Richtung der Grünen-Unabhängigen: „Ich bitte Sie, um alles in der Welt, lassen Sie uns doch irgendwann zupacken.“ Christoph Joachim, der eben dort saß, aber nicht die Meinung seiner Fraktion vertrat, sagte mit Blick auf die städtischen Finanzen: „Wenn wir jetzt zurückstecken, ist der Schaden noch größer.“ Noch drastischer formulierte es Werner Schobel, dessen Liste WiR aus der Bürgerinitiative gegen das Kultur- und Kongresszentrum hevorgegangen ist: „Wenn wir das jetzt nicht machen, sind wir die Deppen der Nation.“

Letztlich beschloss der Rat mit großer Mehrheit, den Bürgerpark gemäß dem vorgelegten Gestaltungskonzept in mehreren Abschnitten zu bauen. Über den ersten Teilbereich soll bei den Haushaltsberatungen für die Jahre 2011 und 2012 gesprochen werden. „Somit ist auch noch kein Pflock für den Bürgerpark eingeschlagen“, resümierte Oberbürgermeisterin Barbara Bosch.

Eine Bank für den Bürgerpark
Licht und Schatten: der Bürgerpark am Echazufer. Grafiken: Büro Kienle

Eine Bank für den Bürgerpark
So soll der Bürgerpark künftig aussehen: ein Baumhain rund um Stadthalle (1), Kulturplatz (2) und Hotelplatz (3), der vorläufig allerdings als Parkplatz dienen wird.

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24.07.2009, 12:00 Uhr
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