Kontaktverfolgung

Eine App macht Hoffnung

Lockerungen waren bei der Bund-Länder-Schalte das Hauptthema. Essenziell dafür ist eine funktionierende Kontaktnachverfolgung. Dabei helfen könnte die Smartphone-App „Luca“, die vom Fantastische-Vier-Musiker Smudo mitentwickelt wurde.

04.03.2021

Von SAVANNAH BLANK

Die beiden bekanntesten Apps. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Berlin. Die Anwendung soll eine digitale Kontaktnachverfolgung ermöglichen und dazu beitragen, Infektionsherde schnell zu erkennen. Das funktioniert so: In Restaurants oder auf Konzerten können mit der App QR-Codes auf den Handys der Besucher gescannt werden. Die Information, dass man zu einem bestimmten Zeitpunkt vor Ort war, bleibt im System des Betreibers. Im Falle einer Infektion können Gesundheitsämter mit Erlaubnis des Infizierten dessen Luca-Daten einsehen und alle warnen, die zur gleichen Zeit dort waren – wenn sie denn ans Luca-System angeschlossen sind. Damit könnten nicht nur Infektionscluster schnell gefunden werden, auch die Zettelwirtschaft in der Gastronomie würde entfallen.

Der Unterschied zur Corona-Warn-App der Bundesregierung: Diese erfasst Begegnungen via Bluetooth. Ist jemand mit dem Virus infiziert, kann derjenige das in die App eingeben. Diese warnt dann Nutzer, die in der Nähe des Infizierten waren. Bei der App ist die Kontaktnachverfolgung jedoch komplex und wird als wenig effizient kritisiert. Luca und die Corona-Warn-App sind dennoch keine Konkurrenten, betont Smudo. Die Apps sollen sich vielmehr ergänzen.

Nadelöhr Gesundheitsamt

Viele Bürger und Politiker setzen große Hoffnungen in Luca. „Die App ist ein wichtiger Baustein, um die Gesundheitsämter zu entlasten und ein Stück Normalität zurückzubringen“, sagt etwa Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz.

Damit die Kontaktnachverfolgung gelingt, müssten jedoch erst die Gesundheitsämter modernisiert werden. Hierzu wurde ihnen die Software „Sormas“ zur Verfügung gestellt. Zwar haben laut Hersteller inzwischen 283 der 375 deutschen Ämter die Software installiert. Genutzt wird sie jedoch nur in rund 80 Behörden, wie aus einem Brief des Landkreistages an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hervorgeht. Für viele Ämter sei es eher eine weitere Belastung, sich in dieser stressigen Zeit in eine neue Software einzuarbeiten, heißt es weiter. Digitale Modernisierung würden die Ämter vielmehr beim Kontakt mit dem Robert-Koch-Institut benötigen, mit dem man noch immer per Fax kommuniziere. S. Blank, D. Torebko

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Erstellt:
4. März 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
4. März 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. März 2021, 06:00 Uhr

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