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Filmhochschulen

Ein „weiblicher Befreiungsfilm“ und andere

Kandidaten für den First Steps Award zeigen, was Nachwuchs-Regisseure beschäftigt.

20.09.2018
  • DPA

Berlin. Ob sie Angst habe? Nein, sagt Mia. Und stürzt sich, die Freundin am Ufer zurücklassend, in die Fluten. Dort, ins Meer, gehört sie hin, mit ihrem Fischschwanz und den Kiemen, die sich vor kurzem erst an ihrem Brustkorb geöffnet haben. Sie, die in den vergangenen Wochen verzweifelt nach ihrem Platz im Leben, ihrem Platz in der Gesellschaft gesucht hat, weiß nun ganz sicher, was zu tun ist. „Blue My Mind“ heißt der Film, mit dem die Schweizer Regisseurin Lisa Brühlmann jetzt ihr Studium an der Zürcher Hochschule der Künste abgeschlossen hat. Er gehört zu sechs Produktionen, die in der Kategorie „Abendfüllender Spielfilm“ für den First Steps Award nominiert sind.

Die Preise für die besten Abschlussarbeiten von Filmstudenten im deutschsprachigen Raum werden seit 2000 vergeben. Eingereicht worden waren dieses Jahr 224 Beiträge, die meisten davon von Absolventen der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, der Hochschule für Fernsehen und Film München und der Filmhochschule Köln. Verliehen werden die mit insgesamt 115 000 Euro dotierten Preise unter anderem für den besten Spiel-, Kurz-, Dokumentar- und Werbefilm am Montag in Berlin.

Sie habe einen „weiblichen Befreiungsfilm“ machen wollen, sagt Lisa Brühlmann, die auch das Drehbuch geschrieben hat. Die Meerjungfrau stehe für sie dabei als Symbol der Sehnsucht nach Freiheit, nach der weiblichen Urkraft.

Zeit des Erwachsenwerdens

Unter den Nominierten in den verschiedenen First- Steps-Kategorien ist „Blue My Mind“ nicht der einzige Beitrag, der die Zeit des Erwachsenwerdens in den Fokus stellt. Florian Maubach von der Kunsthochschule Kassel zum Beispiel schickt die pubertären Helden seines Animationsfilmes „Räuber & Gendarm“ auf einen Spielplatz, wo sie zwischen Schaukel und Klettergerüst eine Ahnung davon bekommen, dass es im Leben noch mehr gibt als Fangen und Gefangenwerden

Der ebenfalls animierte „Nosis“ wiederum, mit dem Vincenz Neuhaus von der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“ antritt, handelt von einem Jungen, dessen viel zu große Nase ihm erst eine geheimnisvolle Welt eröffnet, bis er seinen Wissensdrang nicht mehr kontrollieren kann.

Noch nicht ganz erwachsen ist auch Addai, den Neuhaus' Babelsberger Kommilitonin Esther Niemeier in ihrer animierten Dokumentation „Tracing Addai“ vorstellt. Ein Nachbarsjunge, der wie ein kleiner Bruder für sie gewesen ist. Ihr Film erzählt davon, wie Addai nach Syrien verschwindet, zeigt die Ratlosigkeit, die Verzweiflung der Mutter und die Erklärungsversuche von Ilias, einem jungen Mann, der Addai kennengelernt hat und nun im Gefängnis sitzt, verurteilt für die Unterstützung einer terroristischen Organisation.

Stephanie Lubasch

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20.09.2018, 06:00 Uhr
Ein „weiblicher Befreiungsfilm“ und andere





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