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Ein verwahrloster Mann irrte zwei Tage durch Kirchentellinsfurt · Jetzt hat er ein Aufenthaltsverbot
Archivbild: Grohe
Keine Gefahr für Kinder: Platzverweis für Obdachlosen

Ein verwahrloster Mann irrte zwei Tage durch Kirchentellinsfurt · Jetzt hat er ein Aufenthaltsverbot

Die Aufregung war groß: Im Garten des Schlosskindergartens in Kirchentellinsfurt war am Dienstagmorgen ein unbekannter, verwahrlost wirkender Mann gesehen worden. Bereits am Montag hatte man ihn auf dem Schulgelände beobachtet.

30.01.2018
  • uha

Über den Messenger-Dienst Whatsapp verbreitete sich die Nachricht in Windeseile im ganzen Ort. „Falls ihr vor euren Kindergärten auch diesen Mann seht, der gar nicht dazu gehört, teilt es bitte sofort den Erzieherinnen mit.“: Mit Mitteilungen wie dieser warnten besorgte Eltern vor dem Fremden.

Andere Kirchentellinsfurter ließen ihre Bekannten per Whatsapp-Nachricht wissen, dass der Mann „einen sehr verwirrten Eindruck“ mache und sie „ganz komisch angeschaut“ habe. Wer ihn sehe, solle Kontakt mit dem örtlichen Polizeiposten aufnehmen.

Auch beim Metzger am Rathausplatz wurde der Mann beobachtet, wenig später beim Penny-Markt in der Wannweiler Straße. Im Bereich der Shell-Tankstelle griff die Polizei den Mann schließlich auf.

Als „Kleinkrimineller“ aktenkundig

Für die Ordnungshüter sei der Mann kein Unbekannter, sagte die Reutlinger Polizeisprecherin Andrea Kopp auf TAGBLATT-Nachfrage. Es handele sich um einen 30-Jährigen aus Frankreich, der in Deutschland keinen festen Wohnsitz habe. Er sei bei der Polizei als „Kleinkrimineller“ aktenkundig. Seit ungefähr drei Monaten tauche der „furchtbar verwahrloste“ Obdachlose immer wieder in den Landkreisen Tübingen und Reutlingen auf. Davor fiel er bereits im Zollern-Alb-Kreis unangenehm auf. Der Franzose bewege sich bevorzugt im Bereich von Läden und Imbisslokalen, wo er häufig Passanten um Geld oder Essen anbettele. Er habe aber auch schon kleinere Diebstähle begangen und sei durch Pöbeleien aufgefallen, so die Polizeisprecherin.

Für Kinder keine Gefahr

Das Herumstreunen im Bereich des Schulgeländes und des nahen Schlosskindergartens sei wohl eher zufällig gewesen, schätzt Kopp. Nach Erkenntnissen der Polizei habe der Mann keinerlei pädophile Neigungen. „Es bestand keine Gefahr für die Kinder“, so Kopp. Dennoch hätten die besorgten Kirchentellinsfurter „alles richtig gemacht“. Vor allem der Aufruf, sich bei der Polizei zu melden, sei sinnvoll gewesen.

Die Beamten des Polizeipostens Kirchentellinsfurt haben dem 30-Jährigen am Dienstag einen Platzverweis für Kirchentellinsfurt erteilt. Es habe eine „ernste Ansage“ gegeben, berichtet die Polizeisprecherin. „Jetzt hoffen wir, dass in Kirchentellinsfurt wieder Ruhe einkehrt.

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30.01.2018, 17:30 Uhr
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