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Ein neues Zuhause
Viele helfende Hände sorgten für einen reibungslosen Umzug. Neben professionellen Möbelpackern und dem DRK, standen den Senior(inn)en auch Angehörige bei. Bild: Faden
62 Senioren zogen ins „Samariterstift“ im Mühlenviertel um

Ein neues Zuhause

Ein dreitägiger Umzug ging gestern Abend zu Ende. 62 Senioren zogen diese Woche vom Haus am Österberg in das neue Pflegeheim „Samariterstift“ im Derendinger Mühlenviertel.

17.07.2009
  • Thomas Moser

<strong>Tübingen.</strong> Die Aktion verlief ohne größere Zwischenfälle. An drei Tagen bekamen jeweils etwa 20 Bewohner ein neues Zuhause, der Ablauf war straff organisiert. Morgens räumten professionelle Möbelpacker die Zimmer leer, alles wurde gekennzeichnet und beschriftet. „Damit ja nichts wegkommt“, betont Heimleiterin Angela Krohmer.

Währenddessen beschäftigten sich die Senioren im Speisesaal. Mitarbeiter der Diakonie und Angehörige kümmerten sich um sie, eine kleine Gruppe sang Wanderlieder. Nachmittags brachte das Deutsche Rote Kreuz die Bewohner in ihre neuen Zimmer. „Ich weiß nicht, wie viel meine Tante mitkriegt“, sagte der aus Mecklenburg-Vorpommern angereiste Angehörige Klaus Suchodoletz, 59. „Deswegen habe ich im neuen Zimmer versucht, alles wieder so aufzustellen, wie es vorher war.“ Während er dies erzählt, sitzt seine Tante neben ihm im Rollstuhl, ihre Füße wippen ein wenig zu den Gesängen. So wie ihr geht es vielen hier. Während die älteste Heimbewohnerin mit ihren 101 Jahren gelassen lächelt, ist der Umzug für manche eine Belastung. „Am Dienstag gab es Probleme. Eine Bewohnerin wollte zunächst nicht mit“, sagt Krohmer. „Wenn man in ein Pflegeheim kommt, rechnet man ja nicht mehr mit einem Umzug.“ Im Mühlenviertel habe es der Seniorin aber dann doch gefallen.

Maria Biesinger, 62, hat ihr Zimmer vorher schon gesehen und weint dem alten Haus keine Träne nach. „Ich freue mich auf das neue Zimmer. Alles viel schöner, neu und hell.“ Manche am Tisch bestätigen mit einem Kopfnicken ihre Aussage. Das Samariterstift am Mühlenviertel hat einen Wintergarten und eine Cafeteria. Das Haus am Österberg ist vielgeschossig und verschachtelt, im Mühlenviertel gibt es nur noch drei Stockwerke und klare Linien. „Wir haben in den neuen Häusern 119 Pflegeplätze“, so Angela Krohmer. „Künftig gibt es sechs Hausgemeinschaften im Samariterstift.“ Drei weitere entstehen derzeit im Christiane-von-Kölle-Stift in der Weststadt. Das Konzept sieht kleinere Einheiten vor. Damit würde eine Verbesserung der Pflege erreicht.

Bessere Pflege mit

kleineren Einheiten

Das veraltete Haus am Österberg eignete sich nicht mehr für ein modernes Pflegekonzept wie es Krohmer vorschwebt. Sie hat wesentlich an der Planung der neuen Häuser mitgewirkt. „Ein Architekt wollte einen Park mit japanischen Zieräpfelbäumen. Damit können die Leute nichts anfangen, sie wollen einen Garten.“ Zirka ein Drittel der Senioren sei in der Lage, in so einem Garten auch kleine Arbeiten zu verrichten. Der Trend gehe in die Richtung, dass Heimbewohner wieder mehr in die Prozesse eingebunden werden, beim Kochen helfen. „Dann schmeckt ihnen das Essen auch besser“, weiß Krohmer.

80 Prozent der Bewohner sind demenziell erkrankt. Damit wurde das Umziehen nicht einfacher. Eine „enorme logistische Leistung“, so Krohmer, stemmten die Mitarbeiter des Pflegeheims und der Diakonie. Viele Angehörige halfen tatkräftig mit, aber oft „ist es wichtig, wenn sie einfach da sind.“

Das Samariterstift im Mühlenviertel und das Christiane-von-Kölle-Stift in der Weststadt verschlangen Baukosten von knapp 12 Millionen Euro. In beiden Fällen kam es auch zu Verzögerungen. „Im Mühlenviertel mussten wir Mängel beheben, jetzt ist aber alles tiptop“, sagt Baureferent Rainer Storz von der Samariterstiftung, dem Träger. Das Gebäude im Mühlenviertel ist „eines der letzten noch öffentlich geförderten Pflegeheime in Baden-Württemberg“, so Storz weiter.

Das 7,7 Millionen teure Haus wird zu einem Drittel vom Land und Kreis finanziert. Ein weiterer Großteil wird durch Kapitalmarktmittel gezahlt, 800 000 Euro leistet die Stiftung an Eigenanteil. Das Christiane-von-Kölle-Haus hingegen stemmt die Stiftung komplett selber, es kostet 3,9 Millionen. Die Investitionen erhöhen den Pflegesatz. Das heißt: Auf die Bewohner der neuen Räume kommen höhere Kosten zu. Der bisherige Satz in Pflegestufe 1 beträgt 88 Euro am Tag, der Eigenanteil liegt bei etwa 55 Euro, das sind über 1600 Euro im Monat. Wie stark die Pflegekosten erhöht werden, kann Heimleiterin Krohmer noch nicht sagen.

Sie geht von einem Anstieg „im einstelligen Prozentbereich“ aus. Auch die Kosten für den Umzug stehen noch nicht fest. Sie werden aber nicht auf die Bewohner umgerechnet, sondern aus den Rücklagen des Pflegeheims finanziert. Das neue Samariterstift ist noch nicht ganz belegt. Derzeit sind im Mühlenviertel noch 18 Zimmer leer. Fünf Pflegeplätze davon sind vergeben und für weitere acht liegen die Anträge vor.

<div class='kasten_ueberschrift'> <div class='grundtext'> Ab 27. August ist das Haus am Österberg leer </div> </div> <div class='kasten_text'> <div class='grundtext'> Der Großteil der Bewohner ist ausgezogen. Die verbliebenen 33 Senioren ziehen Ende August ins Christiane-von-Kölle Haus (39 Plätze). Ende August haben also alle Bewohner des Hauses am Österberg ein neues Zimmer. Heimleiterin Angela Krohmer betreut bis dahin das Mühlenviertel (80 Plätze), das Haus am Österberg und den Umzug in die Weststadt. Sie leitet die beiden neuen Häuser. Für die Zeit des Übergangs bewacht ein Security-Dienst das fast verlassene Haus am Österberg. Für den Umzug verringerte der Heimträger die Bewohnerzahl allmählich auf 95. Die Neubauten bieten 119 Plätze. Das Gebäude in der Hundskapfklinge wird abgerissen. Es entstehen neue Wohnungen (Bericht vom 9.Juli). </div> </div>

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17.07.2009, 12:00 Uhr
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