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Aids-Hilfe

Ein neues Medikament soll die Infizierung mit HIV verhindern

Die Präventionsarbeit am Kirchentellinsfurter Baggersee wird durch das nächtliche Betretungsverbot eingeschränkt.

23.11.2017
  • Michael Frammelsberger

Rund 3100 Menschen haben sich im letzten Jahr bundesweit mit dem HIV-Virus angesteckt, 2100 davon waren Männer, die Sex mit Männern hatten. Bei mehr als 1000 Infizierten brach die Krankheit Aids aus.

Vor allem der Ausbruch der Krankheit sei vermeidbar, erklärt Brigitte Ströbele, Geschäftsführerin der Aids-Hilfe Tübingen–Reutlingen. „Es werden sich immer Menschen mit HIV anstecken, das lässt sich nicht vermeiden“, sagt sie. Doch je früher eine Infizierung erkannt werde, desto besser: „Mit HIV kann man fast so alt werden, wie jeder andere auch“, sagt Ströbele. Allerdings gehe das nur mit fachgerechter Behandlung.

Eine Möglichkeit, sich vor der Ansteckung zu schützen, bietet seit einigen Wochen ein neues Medikament, die sogenannte Prä-Expositionsprophylaxe, kurz Prep. Das Mittel richte sich an Menschen, die Sex mit vermeintlichen Risikogruppen haben und dabei auf Kondome verzichten, so Ströbele. Eigentlich ist Prep seit letztem Jahr in Deutschland zugelassen, allerdings kostet eine Packung des Originalherstellers 800 Euro. Nun bietet die Firma Hexal ein Generikum, also ein Nachahmerpräparat, für 500 Euro pro Packung an. Ein Kölner Apotheker konnte den Pharmakonzern von einem neuem Vertriebsweg überzeugen: Er verpackt die Pillen nun einzeln für Patienten in Blister, so kosten 28 Pillen nur 55 Euro.

Wer am Medikament Interesse hat, braucht ein Rezept vom Arzt. „Das sind keine Bonbons“, sagt Thomas Brenner von der Postapotheke. Sein Geschäft ist eine von nur 20 Apotheken bundesweit, die das neue Medikament zur Zeit anbieten. „Prep ist ein wichtiger Baustein zur Prävention, denn manche wollen einfach keine Kondome nutzen“, betont Ströbele. Probleme bei der Präventionsarbeit gibt es für die Aidshilfe am Kirchentellinsfurter Baggersee. Hier gibt es eine sogenannte Cruising-Szene, also homosexuelle Männer, die sich zu schnellem Sex treffen. Im Frühjahr hat die Kirchentellinsfurter Gemeindeverwaltung mit einer neuen Polizeiverordnung ein Betretungsverbot nach 22 Uhr erlassen (wir berichteten) – das betrifft auch die Mitarbeiter der Aids-Hilfe. „Wir werden dort mit unserer Arbeit gut angenommen“, so Roland Fritsch, der bei der Organisation für Prävention zuständig ist. Zehn bis fünfzehn Gesprächspartner kämen vorbei, wenn er am See seinen Infostand aufbaut.

Eine Ausnahmegenehmigung, auch nach 22 Uhr am See Präventionsarbeit zu leisten, gibt es trotz Gespräch mit Kirchentellinsfurts Bürgermeister Bernd Haug nicht. „Das macht unsere Arbeit schwieriger“, sagt Ströbele. Ihre Organisation hält das Betretungsverbot der Gemeinde für übertrieben, der See sei kein Brennpunkt. Außerdem sei die Szene ohnehin rückläufig, eventuelle Müllprobleme könne man günstiger mit Mülleimern statt mit Security lösen. „Das ist eine klare Verdrängungspolitik“, betont Ströbele.

Welt-Aids-Tag

Zum jährlichenWelt-Aids-Tag am 1. Dezember gibt es auch in Tübingen mehrere Veranstaltungen. Die Aidshilfe organisiert am kommenden Sonntag, 26. November, 19 Uhr, eine Benefiz-Gala mit Jakob Nacken im LTT. Am Freitag, 1. Dezember, gibt es um 18 Uhr am Sternplatz in der Südstadt eine Gedenkveranstaltung für alle an Aids Verstorbenen. Einen Tag später, am Samstag, 2. Dezember, informiert die Aidshilfe mit einem Stand vor dem Nonnenhaus. Außerdem ist die Hilfsorganisation an 30 regionalen Schulen unterwegs.

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23.11.2017, 01:00 Uhr
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