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Ein missionarischer Freundschaftsbesuch
Die Begrüßung zwischen Kanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron fiel gewohnt herzlich aus. Foto: Michael Kappeler/dpa
Europa

Ein missionarischer Freundschaftsbesuch

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wirbt in Berlin für seine Reformideen. Trotz der jüngsten Unstimmigkeiten gibt es für Bundeskanzlerin Merkel Küsschen zur Begrüßung.

20.04.2018
  • ANDRé BOCHOW

Berlin. Monsieur le Président kommt zu spät. Die Kanzlerin erwartet Emmanuel Macron auf der Baustelle des Humboldt-Forums. An diesem sommerlichen Tag scheint sie das Warten als willkommene Abwechslung zu betrachten. Sie winkt Bauarbeitern zu, plaudert mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Es kann sicher nicht schaden, etwas über den Baufortschritt am Berliner Schloss zu erfahren, noch bevor der Gast aus Frankreich kommt. Der trifft mit einer halben Stunde Verspätung ein und macht Gesten der Entschuldigung. Küsschen links, Küsschen rechts, dann zieht der deutsch-französische Regierungstross auf die Baustelle.

Selbstredend wird der gemeinsamen Schloss-Visite einige Symbolik beigemessen. „Wir freuen uns“, sagt später die Kanzlerin an Macron gewandt, „Sie heute in einem Gebäude zu begrüßen, das im Entstehen ist“. Und weil alle in diesem Moment an das neue Europa denken, das dem französischen Präsidenten vorschwebt und das vor allem in CDU/CSU-Kreisen argwöhnisch beäugt wird, zieht Merkel schnell ein paar historische Parallelen. Die Humboldt-Brüder etwa „sind ohne Paris nicht zu denken“. Andererseits „haben wir uns ja auch gegenseitig befruchtet“.

Dabei war das mit der Gegenseitigkeit zuletzt so eine Sache. Das deutsch-französische Verhältnis hat schon bessere Tage erlebt. Macron hatte einen europäischen Finanzminister und eine vertiefte Währungsunion vorgeschlagen, womit er nicht zuletzt in Merkels eigener Partei auf Ablehnung stieß. Jüngst schien der Präsident den Deutschen entgegenkommen zu wollen und sprach kaum noch von diesem Teil seiner Reformpläne. Ende Juni will man ein gemeinsames Papier beim EU-Gipfeltreffen vorlegen. Zudem ist eine Sitzung des deutsch-französischen Ministerrates geplant. Es gehe unter anderem um eine gemeinsame Asylpolitik, sagt Macron. Für ihn ist dies nicht nur eine Frage der inneren Solidarität und der Stärkung der europäischen Außengrenzen, sondern auch eine Reaktion auf die „starken nationalistischen Visionen“, die es in Europa gibt.

Vor einem Jahr, beim ersten Besuch Macrons, hatte Angela Merkel Hermann Hesse zitiert. „Jedem Anfang, wohnt ein Zauber inne.“ Was denn aus diesem Zauber geworden sei, wird sie gefragt. „Ich wusste damals nicht, wie lange in Deutschland eine Regierungsbildung dauern kann“, entgegnet die Kanzlerin. „Wir haben den Zauber ein wenig konserviert.“ Wie gut er wirklich erhalten werden konnte, wird nicht zuletzt davon abhängen, ob die Bundesregierung demnächst eigene europäische Ideen präsentieren kann. Emmanuel Macron wiederum will erst einmal Streit vermeiden. André Bochow

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20.04.2018, 06:00 Uhr
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