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Peter Fonda

Ein letztes „Cheers“ auf das Idol der Hippie-Bewegung

Der Schauspieler und Regisseur erliegt mit 79 Jahren seinem Krebsleiden. Hollywood nimmt Abschied.

19.08.2019

Von BARBARA MUNKER, DPA

Peter Fonda im Herbst 2018 in „Gottschalks große 68er Show“. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Los Angeles. Eine Rolle, die 50 Jahre zurückliegt, macht Peter Fonda unvergesslich. 1969 wurde der Schauspieler als Motorradfreak „Captain America“ in dem Kult-Streifen „Easy Rider“ zum Idol der Hippie-Bewegung und zum Helden des Neuen Hollywoods. Der Film mit Fonda, Dennis Hopper und Jack Nicholson war ein Geniestreich, das erste große Road Movie der Kinogeschichte, eine begeistert gefeierte Rebellion gegen das konservative Mittelstandsamerika.

Nun muss Hollywood von dem Schauspieler Abschied nehmen. Fonda starb am Freitag in seinem Haus in Los Angeles an Lungenkrebs. Der Sohn von Hollywood-Star Henry Fonda (1905-1982), der jüngere Bruder von Oscar-Preisträgerin Jane Fonda (81) und Vater der Schauspieler Bridget und Justin Fonda, wurde 79 Jahre alt. Kollegen wie Mia Farrow, Rob Reiner und John Carpenter würdigen Fondas Verdienste, Jane Fonda trauert um ihren „gutherzigen“ Bruder. Zugleich feiere die Familie seinen „unbeugsamen Geist und seine Lebenslust“, teilen die Angehörigen mit: „Zu Ehren von Peter, bitte erhebt ein Glas auf die Freiheit.“

Um Freiheit und Abenteuer ging es auch in „Easy Rider“. Fonda produzierte den preiswerten Film, schrieb mit Hopper der auch Regie führte, das Drehbuch. Beide spielten Motorradfahrer auf dem Weg mit ihren heißen Öfen durch die USA, von Drogen berauscht. Fürs Skript erhielt Fonda eine Oscar-Nominierung, als Produzent des Kinohits wurde er reich. Mit 30 Jahren kostete er den Erfolg aus, feierte Partys mit den Beatles, den Rolling Stones und den Doors. Als Regisseur drehte Fonda danach Filme wie „Der weite Ritt“ (1970) und „Expedition in die Zukunft“ (1973), aber bis zum Schauspiel-Comeback vergingen Jahrzehnte. Die Charakterrolle eines eigenbrötlerischen Bienenzüchters mit Sinn für Ehre und Aufrichtigkeit in „Ulee's Gold“ (1997) bescherte ihm Vergleiche mit dem großen künstlerischen Erbe seines 1982 gestorbenen Vaters, einen Golden Globe und eine weitere Oscar-Nominierung.

Der Suizid von Henry Fondas Ehefrau Frances Seymour Brokaw 1950 hatte die Beziehung von Peter und Jane zu ihrem Vater lange überschattet. Peter war gerade zehn Jahre alt, als die Mutter starb. Er selbst war dreimal verheiratet. Zuletzt gab er 2011 mit 71 Jahren Margaret „Parky“ DeVogelaere das Jawort.

2003 wurde nach Henry auch Peter Fonda auf dem „Hollywood Walk of Fame“ mit einem Stern geehrt . Danach spielte er in TV-Serien wie „CSI: NY“ und „Hawaii Five-0“ und glänzte gelegentlich in Filmrollen wie in dem Psycho-Western „Todeszug nach Yuma“ (2007) als gewiefter Kopfgeldjäger.

Die Premiere seines letzten Films erlebt Fonda nicht mehr: Das 2017 gedrehte Kriegsdrama „The Last Full Measure“ mit Christopher Plummer, William Hurt, Ed Harris und Samuel L. Jackson soll erst Ende Oktober in den US-Kinos anlaufen. Barbara Munker, dpa

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Erstellt:
19. August 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. August 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. August 2019, 06:00 Uhr

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