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Bahnbrückenbau am Ortsrand von Bühl

© Video: Adelheid Wagner & Peter Strigl 01:45 min

Bühler Brückenbau behindert Bahnverkehr

Ein flexibler Betonklotz glitt am Talbach zentimeterweise in seine Position

In der Nacht von Montag auf Dienstag ersetzten Bauarbeiter die am Wochenende abgerissene alte Bahnbrücke am Bühler Ortsrand durch eine neue.

16.05.2018
  • pks

15 Millimeter fehlen bis zur Endposition. Noch einmal beginnen die Verschubzylinder mit ganzer hydraulischer Kraft zu drücken. Langsam gleitet die gut 20 Meter lange Betonbrücke über die eingefetteten Verschubbahnen. „Stopp!“, ertönen kurz darauf die Rufe der Bauarbeiter, die mit ihren Meterstäben auf der anderen Seite positioniert sind. Doch damit ist die Arbeit noch nicht vollendet, denn die neue Bahnbrücke über den Talbach am Ortsrand von Bühl muss noch in die richtige Höhe gebracht werden.

Wie macht man das bei einem 800 Tonnen schweren Ungetüm? Auch hier kommt Hydraulik zum Einsatz. Jeder der Pfeiler wird von mehreren Verschublagern in die Höhe gepresst. Wenige Zentimeter über dem Boden schweben die Betonfüße, die dann mit Platten unterlegt werden. Mittlerweile ist es früher Dienstagmorgen und es hat in Strömen zu regnen begonnen, als ein Vermesser verschiedene Punkte von einer Anhöhe aus prüft. Wieder fehlen wenige Millimeter, also werden dünne Scheiben unterlegt. Danach ist die Brücke an einer Stelle 4 Zentimeter zu hoch.

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„Das ist kein biegesteifes Eck“, erklärt Bauleiter Daniel Schuon von der Firma Leonhard Weiss aus Göppingen. „Sie lässt sich in sich verdrehen.“ Der Bau besteht aus vier Teilen: dem Mittelpfeiler, zwei Widerlager und Überbau. Letzterer ruht schwimmend auf den Pfeilern, so kann sich die Brücke bei Temperaturschwankungen ausdehnen und zusammenziehen. Als einige der Platten wieder entfernt werden, stimmt die Höhe.

Nun müssen nur noch die Widerlager Richtung Böschung hinterfüllt werden, sodass die Brücke an den Bahndamm anschließt. Ab Freitag um 5 Uhr sollen die ersten Züge über die neue Brücke rollen. Nicht mal ganz eine Woche war dann die Strecke Tübingen–Rottenburg gesperrt. Das sei Sinn und Zweck der Verschiebung, so Bauleiter Schuon. Hätte man die Brücke an Ort und Stelle gebaut, wäre die Strecke fünf Monate unbefahrbar gewesen. 1,5 Millionen Euro kostet der Neubau.

Wegen der Brückenbauarbeiten ist die Bahnstrecke zwischen Tübingen und Rottenburg von Sonntag, 13. Mai, bis Donnerstag, 17. Mai, komplett gesperrt. Weil keine Züge verkehren können, hat die Bahn einen Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, bei dem sich aber teilweise geänderte Abfahrt- und Ankunftzeiten nicht vermeiden ließen.

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16.05.2018, 01:00 Uhr
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