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Ein europäischer Stahlgigant entsteht
Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger. Foto: dpa
Thyssen-Krupp

Ein europäischer Stahlgigant entsteht

Durch die Fusion mit dem indischen Konkurrenten Tata fallen 2000 Stellen weg.

21.09.2017
  • DPA

Essen. Der Industriekonzern Thyssen-Krupp (Essen) will mit seinem indischen Konkurrenten Tata gegen massive Proteste einen europäischen Stahlgiganten schaffen. Nach mehr als einjährigen Verhandlungen einigten sich die Unternehmen grundsätzlich auf die Fusion ihrer europäischen Stahlsparten. Bei beiden Konzernen sollen je 2000 Stellen wegfallen und insgesamt 400 bis 600 Mio. EUR Synergien entstehen. Die neue Gesellschaft soll ihren Sitz in den Niederlanden haben.

Der Betriebsrat der Thyssen-Krupp-Stahlsparte Günter Back sprach von einer falschen Entscheidung. „Der Vorstand hat gegen alle Warnungen alles auf eine Karte gesetzt. Das bedeutet nicht, dass wir das gutheißen.“

Back zeigte sich überzeugt, dass es bei einer Fusion nicht bei dem angekündigten Abbau von rund 2000 Stellen bei Thyssen-Krupp in Deutschland bleiben werde. Am Ende würden einem Zusammenschluss „wesentlich mehr“ Arbeitsplätze zum Opfer fallen, meinte er.

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger zeigte sich jedoch überzeugt, dass es gelingen werde, in den bevorstehenden Gesprächen auch die Arbeitnehmerseite von dem Vorhaben zu überzeugen. „Wir wollen den Stahl nicht loswerden“, sagte er.

„Wenn Kapazitäten aus dem Markt genommen werden, ist das natürlich für die komplette Branche eine Erleichterung“, sagt Sven Diermeier vom Analysehaus Independent Research. Schließlich hinke die Nachfrage den Produktionsmöglichkeiten weiter deutlich hinterher.

Auch Jens Münstermann, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), betont, dass alle europäischen Stahlhersteller vom Kapazitätsabbau profitieren könnten – allerdings unter der Voraussetzung, dass es bei EU-Strafzöllen gegen Billigimporte, etwa aus China, bleibe. Und damit die Produktion von in Europa stillgelegten Werken nicht durch Erzeugnisse aus Drittländern kompensiert werde. „Denn die Überkapazitäten sind global.“

Für Holger Fechner, Stahl-Analyst bei der Norddeutschen Landesbank (NordLB), ist die Fusion „gut für den Markt“, es sei aber wichtig, die Arbeitnehmer mitzunehmen. „Man sollte mit offenen Karten spielen, ein langes Leiden hilft keinem.“ Streiks und demotivierte Mitarbeitern würden dem neuen Konzern kaum nützen.

In einem Brief wies Hiesinger auf „erhebliche Überkapazitäten“ in der Stahlbranche hin. Die Nachfrage nach Flachstahl wachse nur sehr langsam. Alle Stahlunternehmen arbeiteten mit Restrukturierungsprogrammen dagegen. „Die Wirkung ist aber nur von kurzer Dauer und schnell vom Markt aufgezehrt.“ Dadurch entsteht eine Abwärtsspirale, die uns dazu zwingt, immer wieder schmerzhaft nachzuziehen.“ Um aus diesem Kreislauf auszubrechen, habe man sich für den Zusammenschluss entschieden.

Thyssen-Krupp und Tata beabsichtigen je 50 Prozent der Anteile an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen zu halten. Nach dem Zusammenschluss kommt das Unternehmen auf rund 48 000 Mitarbeiter – wovon 27 000 von Thyssen-Krupp kommen.

Durch die Fusion würde hinter dem Branchenprimus Arcelor-Mittal das zweitgrößte Stahlunternehmen in Europa entstehen, gemessen an der Produktion. Das neue Unternehmen mit aktuell 34 Standorten würde einen Umsatz von rund 15 Mrd. EUR erzielen. Hajo Zenker (mit dpa)

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21.09.2017, 06:00 Uhr
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