TV

Deutscher Fernsehpreis: Ein bisschen Glitzer-Glitzer

2020 machte Corona noch einen Strich durch die Rechnung, nun soll es endlich soweit sein: Der Deutsche Fernsehpreis kehrt als große Gala zurück auf den Bildschirm.

16.09.2021

Von dpa

Steht als Preisträger schon fest: Der 56-jährige Hape Kerkeling wird für sein Lebenswerk geehrt. Foto: Rolf Vennenbernd

Köln. Gute Filme und Serien haben einen Spannungsbogen. Irgendwann spitzen sich die Ereignisse so dramatisch zu, dass die Zuschauer gar nicht anders können, als am Bildschirm zu kleben. Wo wüsste man das besser als beim Deutschen Fernsehpreis, der derart packende Formate regelmäßig prämiert? Das Besondere an der Auszeichnung, die an diesem Donnerstag verliehen wird, ist allerdings: Sie hat selbst schon so einen TV-Moment geschaffen. Er mündete 2008 in dem Satz: „Ich nehme diesen Preis nicht an!“

Legendärer Ranicki-Auftritt

Ausgesprochen hat ihn damals der erboste Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki (1920-2013), als er die Ehrung für sein Lebenswerk ablehnte. Dass der Zwischenfall noch heute in keiner Erzählung über den Fernsehpreis fehlen darf, sagt einiges über die Aufs und Abs der Auszeichnung aus. Ob der auf seine Art auch unterhaltsame Auftritt von Reich-Ranicki eher ein Auf oder ein Ab war, liegt wohl im Auge des Betrachters. 2021 jedenfalls soll ein Jahr werden, in dem es eindeutig nach oben geht. Das hat sich RTL vorgenommen.

Der in diesem Jahr federführende Sender will aus dem Fernsehpreis wieder eine Verleihung mit viel Glanz machen, wie er angekündigt hat. Schauplatz ist keine Mehrzweckhalle, sondern der Kölner Tanzbrunnen – ein Open-Air-Gelände am Rhein mit wunderbarem Blick auf den Dom. Zu sehen ist die von Barbara Schöneberger (47) moderierte Gala zur besten Sendezeit ab 20.15 Uhr bei RTL.

Jan Böhmermann bekommt den Deutschen Fernsehpreis für seine Sendung „ZDF Magazin Royale“. Foto: Christophe Gateau

Die Pläne setzen sich damit von den vergangenen Ausgaben ab. 2015 fiel die Verleihung aus – der Preis war zuvor stark in die Kritik geraten. Danach wurde sie als Branchentreffen in abgespeckter Form weitergeführt. 2019 hatte es eine Übertragung gegeben, aber eher bescheiden im Internet. Später gab es eine Aufzeichnung im Fernsehen. Für 2020 kündigte RTL schließlich ein großes TV-Comeback mitsamt konzeptioneller Neuausrichtung an. Die Corona-Pandemie verhinderte das allerdings. Die Preise wurden am Ende ohne Gala verteilt.

Nun also der zweite Anlauf 2021. Die Frage, was der Kölner Sender aus der Show macht, ist damit mindestens so spannend wie die Frage, wer am Ende die Auszeichnungen abräumen wird.

Ein paar Preisträger sind auch schon vorab verkündet worden. Jan Böhmermann (40) etwa bekommt für die Texte zu seinem „ZDF Magazin Royale“ die Auszeichnung in der Kategorie „Bestes Buch Unterhaltung“. In der Sparte „Bestes Buch Fiktion“ gewinnt Jantje Friese für die Netflix-Serie „Dark“.

Barbara Schöneberger moderiert die Gala zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises auf RTL. Foto: Uwe Ernst

Die Königskategorien sind gleichwohl noch offen – etwa für den besten Film, die beste Schauspielerin und den besten Schauspieler, die beste Unterhaltungsshow oder die beste Comedy. In der klassischen Journalisten-Kategorie „Beste Information“ kommt es zu einer interessanten Konkurrenz zwischen ZDF-Talker Markus Lanz und den Politmagazinen „Frontal“ (ZDF) und „Panorama“ (ARD/NDR).

Große Favoriten

Bemerkenswert ist auch, dass die beiden Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf gleich mit zwei Beiträgen in derselben Kategorie nominiert wurden. Sie machen sich damit sozusagen selbst Konkurrenz. In der Sparte „Bestes Infotainment“ gehen sie sowohl mit „Joko & Klaas 15 Minuten: Männerwelten“ als auch mit „Joko & Klaas – Live: Pflege ist #NichtSelbstverständlich“ (beides Pro 7) ins Rennen.

Geht man nach der Zahl der Nominierungen, sind der Bierbrauer-Mehrteiler „Oktoberfest 1900“ (ARD) und die Drama-Serie „Para – Wir sind King“ die großen Favoriten des Abends. Beide heimsten jeweils fünf Nominierungen ein.

Die Serie „Para - Wir sind King“ von TNT zählt mit fünf Nominierungen zu den großen Favoriten des Deutschen Fernsehpreises 2021: Jobel Mokonzi, Soma Pysall, Roxana Samadi und Jeanne Goursaud (von links) sind die Hauptdarstellerinnen. Foto: Pascal Bünning

Zum Artikel

Erstellt:
16. September 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. September 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. September 2021, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen
Facebook Sport      Faceboook      Instagram      Twitter      Tagblatt-App