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Ein „Yesterday“ für die hysterische Menge
Dave Seabury mit Fotos der Beatles, die beim letzten öffentlichen Konzert der Band entstanden. Foto: A3962/_Barbara Munker
Das letzte öffentliche Beatles-Konzert vor 50 Jahren in San Francisco: Chaos, Schreie und seltene Fotos

Ein „Yesterday“ für die hysterische Menge

Eine halbe Stunde stehen die Beatles am 29. August 1966 in San Francisco nur auf der Bühne. Es sollte ihr letztes öffentliches Konzert sein.

29.08.2016
  • BARBARA MUNKER, DPA

San Francisco. Vor 50 Jahren wurde der Beatles-Fan Bruno Coon Zeuge eines musikgeschichtlichen Ereignisses. Doch das war dem damals zwölfjährigen Kalifornier weder bewusst, noch konnte er den Auftritt der „Fab Four“ im Candlestick Park bei San Francisco richtig hören. „Als die Beatles auf die Bühne kamen, brach die Hölle los“, erinnert sich Coon im Gespräch. „Es war das reinste Chaos, Schreie und eher Tumult als Konzert.“ Doch Coon, heute 62, schwärmt nostalgisch: „Es war total aufregend.“

Mit ihm tobten am 29. August 1966 rund 25 000 kreischende Fans in dem windigen Sportstadion. Sie hatten vier bis sechs Dollar Eintritt gezahlt, um die Beatles zu erleben. Es wurde ein historisches Konzert: John Lennon, Paul McCartney, Ringo Starr und George Harrison standen zum letzten Mal gemeinsam vor zahlendem Publikum auf einer Bühne. Es war auf einer kleinen Bühne mitten auf dem Baseball-Rasen, von einem zwei Meter hohen Drahtzaun umgeben, ohne direkten Kontakt zu den Teenagern. Kein starker Abgang: Schon 33 Minuten nach dem Auftakt mit Chuck Berrys „Rock And Roll Music“ machten sie mit ihrer Version von Little Richards „Long Tall Sally“ wieder Schluss. Mit elf Songs, darunter „Yesterday“ und „I Feel Fine“, wurde die hysterische Menge abgespeist. Die letzte Welttournee der Pilzköpfe stand unter keinem guten Stern. Im Juli war es auf den Philippinen zum Tumult gekommen, als die Beatles einer Einladung der Präsidentengattin Imelda Marcos nicht folgten. In den USA hatte John Lennon mit seiner Bemerkung, die Beatles seien bekannter als Jesus, Fans und Kritiker verprellt. Die Verdrossenheit über den ohrenbetäubenden Lärm bei den Konzerten tat das Übrige dazu.

Die Beatles, wussten vielleicht, dass der Auftritt in San Francisco ihr letzter sein würde (erst vier Jahre später löste sich die Band auf). McCartney ließ das Konzert auf Tonband mitschneiden. Lennon brachte seine Kamera mit auf die Bühne und hielt den historischen Moment mit Schnappschüssen fest. Nur die Fans sahen das Ende nicht kommen.

Beatles-Fan Dave Seabury (63) bedauert es noch heute, dass er mit 13 Jahren nicht beim letzten Konzert in San Francisco dabei war. Die Eltern hatten es nicht erlaubt. Doch der Musiker und Künstler wurde 1986 bei einem Flohmarktkauf entschädigt. Für einen Dollar erstand er einen alten Kontaktabzug mit 72 Schwarz-Weiß-Fotos der Beatles.

„Ich ahnte, dass dies seltene Fotos sind“, erzählt Seabury. Jetzt steht fest, die bisher unveröffentlichten Beatles-Aufnahmen wurden bei dem Konzert vor 50 Jahren geschossen. Den Fotografen konnte Seabury bis jetzt nicht ausmachen. Genau 50 Jahre nach dem Candlestick-Auftritt wird die Ausstellung „Beatles: Lost and Found Photos“ an diesem Montag in San Francisco eröffnet. Zur Erinnerung an die „Fab Four“ wird eine Band die elf Konzert-Songs von 1966 live spielen. Seabury scheut keinen Aufwand. „Die Beatles haben uns alle verändert, die Musik, die ganze Welt.“

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29.08.2016, 06:00 Uhr
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