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Schlau geschwätzt

Ein Trio erklärte in Entringen das Schwäbische

Roland Groner beantwortete am Freitagabend in der Begegnungsstätte Entringen grundlegende Fragen zum Dialekt. Schon zu Beginn: „Sind Sie Schwabe?“ Gut die Hälfte der 30 Gäste waren „Reigschmeckte“. Groner, der den Abend zusammen mit seiner Frau Ursula und Friedrich Maier mit Informationen, Gedichten, Liedern und Sketchen gestaltete, begrüßte die Nicht-Schwaben zunächst in höchstem Hochdeutsch, bevor er die „Mãnnå und Weiber“ willkommen hieß.

28.01.2013

Schwäbisch schwätzen können viele, aber wie lässt sich der Dialekt zu Papier bringen, ohne seine Eigenarten zu verlieren? Groner hat eine Lösung gefunden: Fünf schwäbische Vokale, von denen das å der wichtigste ist, da dieser „in fast jedem Wort vorkommt“ (Du muåsch abr arg schnaufå) und unter anderem als schwäbische Endsilbe bei Ortsnamen zu hören ist (Boldrengå). Und mithilfe der Sondernasalzeichen wird dann aus dem Wort unangenehm das schwäbische õãgn?m und der Schwabe selbst zum Schwòb.

„Ich bin ein begeisterter Zeichensetzer im Schwäbischen“, sagte Groner, der sich seit seiner Pensionierung vor acht Jahren mit der Herkunft schwäbischer Wörter und den grammatikalischen Eigenschaften des Dialekts beschäftigt. Inzwischen hat der ehemalige Lehrer und Schulrektor zwei Bücher veröffentlicht, in denen er unter anderem die schwäbische Grammatik erklärt und die korrekte Aussprache von über 1700 Ortsnamen. Außerdem beantwortet er unter der Rubrik „Auf gut Schwäbisch“ in den „Stuttgarter Nachrichten“ Leseranfragen zur Herkunft kurioser schwäbischer Wörter.

Neben den charakteristischen Lauten des Schwäbischen zeichnet sich der Dialekt laut Groner durch seine „Sprachökonomie auf höchster Stufe“ aus. „Was hast du gesagt?“ kommt einem Schwaben nur selten über die Lippen. Ganz dem Klischee entsprechend ist er auch hier sparsam und kommt mit einem Wort aus: „Hå?“

Auf sehr charmante Weise vermischte das Dreier-Team Informatives mit Sketchen, Gedichten und Liedern – alles auf Schwäbisch. Dabei fiel den Gästen sofort auf, dass Maier mit seinem Schwäbisch nur von der Alb kommen konnte. Seit drei Jahren unterstützt er die Groners bei den Vorträgen, spielt Akkordeon, trägt Gedichte vor und kümmert sich um die Visualisierung. Er erklärte den Besuchern auch, wie man ein schwäbisches Schorle macht: „Den Wein trinkt man abends, das Wasser am nächsten Morgen.“ Vor allem in Seniorenheimen sind die drei zu Gast, „die Leute dort haben das Alter dafür“, sagte Ursula Groner.

Gegen Ende des knapp zweistündigen Vortrags klärte Groner dann die Maultaschen-Frage. So gehe der Name der Schwäbischen Köstlichkeit nicht etwa auf das Kloster Maulbronn zurück, sondern ließe sich direkt auf das alte Wort Maultasche zurückführen. Darunter verstand man „einen klatschenden Schlag aufs Maul“. „Vermutlich aufgrund der aufgeschwollenen Form“, setzte sich die Bezeichnung für die gefüllte Nudel durch.

Ulrike Roll war am Freitagabend eine der „Reigschmeckten“. Die gebürtige Westfalin lebt seit 35 Jahren im Schwabenland. „Im Alltag verstehe ich so ziemlich alles“, sagte sie. Bei Groners Präsentation gelangte sie dann jedoch ab und zu an ihre Grenzen: „Es war auf jeden Fall etwas Neues dabei.“ Alexandra Knoblich

Ein Trio erklärte in Entringen das Schwäbische
Unterhaltsamer Vortrag im Gemeinschaftshaus Entringen: Roland Croner erklärt schwäbische Vokale. Bild: Rippmann

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28.01.2013, 12:00 Uhr
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