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Radwege

Ein Stück Kopenhagen in Tübingen

Der nächste Schritt zu einem möglichen üppigen Zuschuss für drei Radbrücken ist getan: Gestern reichte die Stadt den Antrag dafür mit ersten Plänen ein.

30.09.2017
  • Sabine Lohr

Drei Brücken für Radfahrer soll Tübingen bekommen – wenn der Bund tatsächlich 5 Millionen  Euro zuschießt. Um dieses Geld hatte sich Oberbürgermeister Boris Palmer persönlich im Bundesprogramm zur Förderung der Radin-frastruktur beworben. Und, als die Idee eine Runde weiter rutschte, per Eilentscheidung die geforderte Vorplanung vergeben (wir berichteten). Diese Pläne stellte die Bauverwaltung am Donnerstagabend dem Planungsausschuss des Gemeinderats vor. Und nach dessen Okay reichte Baubürgermeister Cord Soehlke sie gestern beim Umweltministerium ein.

Um diese Brücken geht es:

Steinlachbrücke:Diese Radwegbrücke ist bereits beschlossen. Die Auto- und Fußwegbrücke über die Steinlach unterhalb der Blauen Brücke ist so kaputt, dass sie abgerissen und neu gebaut werden muss. Während der Bauzeit sollte zunächst eine Behelfsbrücke für Radfahrer und Fußgänger gebaut werden. Dann einigte sich der Gemeinderat darauf, diese Brücke später als reine Radwegbrücke stehen zu lassen.

Brücke beim Stauwehr:In Lustnau strecken sich die Betriebsgebäude des Stauwehrs über den Neckar. Dort ist eine Holzbrücke, die für Fußgänger freigegeben ist. Aber auch Radfahrer nutzen sie. Künftig wird diese Verbindung noch wichtiger, denn unter dem Bahngelände soll eine Unterführung gebaut werden, die zur Haltestelle der Regionalstadtbahn führt. Die Stauwehr-Brücke kann aber nicht verbreitert werden – dagegen spricht der Denkmalschutz. Deshalb soll parallel dazu eine Radwegbrücke gebaut werden.

Derendinger Allee – Behördenzentrum:Diese Brücke ist die größte der drei. Schon in den 1980er Jahren gab es Pläne dafür. Dann war das Geld nicht da. Jetzt soll sie doch gebaut werden, allerdings in anderer Form. Der Grund: Die Verbindung für Radfahrer und Fußgänger führt auf einem schmalen Weg über die Straßenbrücke der B 28. Danach müssen zwei Ampeln und der Bahnübergang passiert werden. Das sei, so Soehlke, so unattraktiv, dass die meisten lieber einen Umweg nehmen und durch die Steinlachunterführung fahren. Diese neue Brücke soll nun als „Baumwipfelpfad“ durch den Anlagenpark führen, über die Derendinger Allee, die Europastraße, die Bahnstrecke und die Wilhelm-Keil-Straße, wo sie in einem Rad- und Fußweg mündet. Diese Brücke könnte auch breiter gebaut werden, damit auch Fußgänger sie nutzen können.

Bis auf Ernst Gumrich (Tübinger Liste), dem sich Gotthilf Lorch (Linke) anschloss, begrüßten alle Fraktionen die drei Brücken. Gumrich kritisierte, dass vor der Eilentscheidung nicht über die Brücken gesprochen worden sei. Vor allem die große Brücke, die er „Westbrücke“ nannte, sei auf formaler Ebene ein Problem. „Was könnten wir mit der Million, die die Stadt dafür ausgeben wird, alles erreichen?“ fragte er und wies vor allem auf die Beseitigung von Gefahrenstellen für Radfahrer hin.

Die anderen Fraktionen teilten diese Ansicht nicht. Christoph Lederle nannte die Kritik an der Eilentscheidung unberechtigt: „Die Förderzusage ist ja unsere Entscheidungsgrundlage“, sagte er. Ohne eine Zuschuss-Zusage würden die Grünen diesem Brückenbau „niemals zustimmen“. „Es ist ein guter Tag, wir freuen uns“, sagte er.

Auch Martin Sökler (SPD) fand die Eilentscheidung von Palmer richtig. „Würden wir den Antrag jetzt nicht stellen, würde das Geld nicht kommen.“ Die große Brücke schaffe einen echten Mehrwert und habe zudem etwas Symbolhaftes: Es zeige Tübingen als Fahrradstadt. „Das ist ein Stück Kopenhagen in Tübingen.“

Die CDU hat laut Sandra Ebinger Bedenken wegen der Folgekosten und wegen des Anschlusses der großen Brücke beim Wildermuth-Gymnasium. Dort seien sehr viele Fußgänger unterwegs, die dann gefährdet würden.

„Wenn der Bund schon so ein Programm auflegt, wären wir ja dumm, wenn wir keinen Antrag stellen“, fand Dietmar Schöning (FDP). Nun solle man abwarten, ob die Förderzusage kommt, „dann sehen wir weiter“. Außer der Tübinger Liste waren alle dafür, den Förderantrag einzureichen.

Wird der Antrag bewilligt, müssen die drei Radwegbrücken spätestens 2020 fertig sein. Insgesamt werden die Brücken zusammen rund 8 Millionen Euro kosten. Dieses Geld und auch der Zuschuss sollen im Haushaltsplan 2018 eingestellt werden.

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30.09.2017, 01:00 Uhr
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