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Brüssel-Molenbeek

Ein Stadtteil kämpft um seinen Ruf

In drei Brüsseler Stadtteilen fahndet die Polizei nach Terroristen. In verschrieenen Molenbeek wehrt man sich gegen die bisherige Stigmatisierung.

24.03.2016
  • CLAUDIA KORNMEIER, DPA

Razzien in den Brüsseler Gemeinden Schaerbeek und Forest - nicht mehr nur in der vermeintlichen Islamistenhochburg Molenbeek. Die Gemeinde im Westen gilt seit Jahren als Problemstadtteil mit einer kaum zugänglichen Parallelgesellschaft. Die Arbeitslosenquote liegt bei rund 30 Prozent.

Natürlich gebe es hier Probleme, sagt Ahmed El Khannou, der erste Beigeordnete der Bürgermeisterin und für Integration zuständig. Aber Molenbeek sei kein rechtsfreier Raum. Vorwürfe, die Bewohner des Viertels hätten Abdeslam geholfen, wies er zurück. "Molenbeek wird niemals einen Kriminellen wie diesen schützen. Niemals. Die Bevölkerung ist schockiert, angewidert."

Ein Molenbeeker Ehepaar klang auch schon vor den Anschlägen in Brüssel etwas pessimistischer. "Wir waren nicht überrascht, dass Abdeslam in Molenbeek gefunden wurde", sagt der 41-Jährige. Seine Frau fällt ihm ins Wort: "Es ist einfach frustrierend. Es war hier vorher schon schwierig, aber okay. Jetzt misstraut jeder jedem." Das Ehepaar lebt seit fünf Jahren in Molenbeek. Sie beschreiben sich selbst als weiße Mittelklasse. Ihre Nachbarschaft mögen sie gerne.

Was dort falsch läuft? Die Menschen erhöben ihre Stimme nicht für sich selbst, sagt der 41-Jährige. "Die meisten versuchen einfach über die Runden zu kommen. Sie haben nicht die Energie und vielleicht auch nicht das Interesse, sich gegen kriminelle und terroristische Strukturen zu erheben."

Die Vorstellung von einem Staatsversagen in Belgien führt nach Ansicht des sozialistischen Politikers Karl-Heinz Lambertz in die Irre. Der komplexe Staatsaufbau in Belgien mit seinen drei Regionen und zusätzlich drei Sprachgruppen habe nichts mit dem Thema innere Sicherheit zu tun. "In Sachen Polizeigewalt und Terrorbekämpfung ist Belgien sehr einfach gestrickt." Während die Polizei in Deutschland Ländersache sei, sei sie in Belgien "ausschließlich eine Bundesangelegenheit". Allerdings gebe es auf der operativen Ebene in der Hauptstadt eine "Zerstückelung der Polizeizonen. Das kann durchaus zu Problemen in der Alltagsarbeit führen." Sprachliche Hindernisse zwischen Flamen und Französischsprachigen spielten aber keine Rolle: "Alle Beamten, die etwas zu sagen haben, müssen zweisprachig sein."

Mit Blick auf Molenbeek spricht der Sozialist von "Parallelgesellschaften an einigen Stellen - wie in Berlin oder Paris auch. Da hat man in der Vergangenheit wahrscheinlich einiges zu weit laufenlassen."

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24.03.2016, 08:30 Uhr
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