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Royals

Ein Prinz in Bedrängnis

Andrew, der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth, gerät wegen eines Interviews und Missbrauchs-Vorwürfen zunehmend unter Druck.

19.11.2019

Von Silvia Kusidlo

Prinz Andrew von Großbritannien, aufgenommen während eines Besuchs der Georg-August-Universität in Göttingen. Foto: Swen Pförtner/dpa

Schlechte Stimmung bei den Royals: Der britische Prinz Andrew (59) gerät nach seinem Interview zum toten US-Multimillionär Jeffrey Epstein immer stärker unter Druck. Rechtsanwälte von Frauen, die Epstein Missbrauch vorwerfen, verlangen vom Prinzen, eine Aussage bei der US-amerikanischen Ermittlungsbehörde FBI zu machen.

„Er scheint überhaupt kein Mitleid für die Opfer zu haben, und er scheint seine lange Freundschaft mit Jeffrey Epstein nicht zu bereuen“, sagte die Anwältin Lisa Bloom, die einige der Frauen vertritt, dem britischen Nachrichtensender Sky News. Am Montag berichtete der „Evening Standard“ dann über angebliche sprachliche Entgleisungen des Prinzen.

Demnach verwendete Andrew vor sieben Jahren in einem Gespräch über Handelspolitik mit einem Regierungsmitarbeiter das Wort „Nigger“. Der Royal benutzte demnach eine früher in den USA verbreitete Redewendung, die auf ein verstecktes Problem aufmerksam macht und das rassistische Wort enthält. Palastquellen wiesen das strikt zurück.

Royal-Experten halten es für möglich, dass Andrew künftig mit seinen Aufgaben nicht mehr zum Kern des Königshauses gehören wird. Sie gehen davon aus, dass nach dem Tod von Queen Elizabeth II. (93) Thronfolger Prinz Charles ohnehin die Zahl der Repräsentanten des Königshauses reduzieren wird. „Wenn es eine verschlankte Monarchie gibt, dann dürfte Andrew wohl keine große Rolle mehr dabei spielen“, sagte die Chefredakteurin des „Majesty Magazine“, Ingrid Seward, im BBC-Interview. Prinz Andrew ist auf Platz acht der Thronfolge.

Die Queen habe vom BBC-Interview ihres zweitältesten Sohnes gewusst, bestätigte der Buckingham-Palast am Montag. Doch kannte sie auch die pikanten Fragen? Und konnte sie ahnen, wie hilflos ihr Sohn durch das Interview stolpert?

Kommentatoren sprachen von einer „PR-Katastrophe“. Wird die Königin also weiter zu ihrem Andrew stehen, den viele für ihren Lieblingssohn halten? Zumindest in den vergangenen Monaten zeigte sie sich mehrmals fröhlich lachend mit dem Prinzen im Auto auf dem Weg zur Kirche.

Andrew war jahrelang mit dem Geschäftsmann Epstein befreundet. Der vorbestrafte US-Amerikaner wurde beschuldigt, Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Zudem baute Epstein laut Anklageschrift zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen Missbrauchsring auf. Eines der Opfer behauptet, mehrmals zum Sex mit Andrew gezwungen worden zu sein. Der Royal weist dies strikt zurück. Epstein hatte sich am 10. August in einem New Yorker Gefängnis das Leben genommen.

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Erstellt:
19. November 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
19. November 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 19. November 2019, 06:00 Uhr

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