Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Ein Meilenstein der Rentabilität
Oliver Blume, der Vorstandschef der Porsche AG, aufgenommen in einem Porsche 911 GT3 während der Jahrespressekonferenz in Stuttgart -Zuffenhausen. Die Bilanz kann sich sehen lassen. Foto: dpa
Porsche

Ein Meilenstein der Rentabilität

Einmal mehr erweist sich der Zuffenhausener Sportwagenbauer als die große Ertragsperle im VW-Konzern. Er investiert auch kräftig in seine Zukunft.

18.03.2017
  • ANDREAS BÖHME

Stuttgart. Tradition verpflichtet: Auch 2016 blieb Porsche auf Wachstumskurs, verkaufte mehr sportliche Autos denn je – und verdiente dabei prächtig wie nie. Ein 100 000 EUR teures Fahrzeug spült immerhin mehr als 17 000 EUR Gewinn ein. Mit dieser Umsatzrendite von exakt 17,4 Prozent sind die Schwaben einsame Spitze. Der Trend zu teureren Ausstattungen, noch mehr Effizienz in der Produktion und ein sicheres Händchen bei der Absicherung von Währungsrisiken trugen zum neuesten Rekordergebnis seit der großen Krise Anfang der 90er-Jahre bei. Auch die Stückzahlen hielten Schritt: Seit damals hat sich der Absatz mehr als verzehnfacht.

Am noch vor wenigen Jahren für utopisch gehaltenen Weltmarktanteil von einem Viertelprozent ist Porsche mit rund 238 000 im vergangenen Jahr ausgelieferten Autos ganz dicht dran.

Vor einem Vierteljahrhundert stand der Zuffenhausener Sportwagenhersteller vor der Pleite, jetzt hingegen ist die Zahl der Arbeitsplätze binnen Jahresfrist gleich um 13 Prozent auf knapp 28 000 Menschen gewachsen. Das Unternehmen kann dabei aus dem Vollen schöpfen: Fast 170 000 Bewerbungen haben die Personalabteilung erreicht. Auch in diesem Jahr wird die Belegschaft mit einer Prämie belohnt, allein die Gespräche mit dem Betriebsrat laufen noch. 2016 lag der Bonus, natürlich auch ein Rekord, bei 8911 EUR. 

Die üppigen Erträge und die hohe Liquidität machen Porsche vieles möglich. Steuerzahlungen von mehr als 1 Mrd. EUR, umfangreiches gesellschaftliches Sponsoring und erhebliche Investitionen. 2,2 Mrd. EUR fließen in Forschung und Entwicklung, ein Zehntel davon in neue Geschäftsfelder der Digitalisierung. Der Stuttgarter Stammsitz wird mit 1 Mrd. EUR ertüchtigt, nicht zuletzt für das ausschließlich elektrisch angetriebene Modell unter dem Arbeitstitel „Mission E“. Das 600 PS starke Mobil soll Ende des Jahrzehnts im Schauraum stehen, derzeit werden die ersten Prototypen aufgebaut. Porsche-Chef Oliver Blume glaubt an die Zukunft des Elektroantriebs, gemeinsam mit anderen deutschen Herstellern wird in diesem Jahr begonnen, europaweit 400 Schnelladestationen aufzubauen.

„Bis der reine Elektroantrieb den Verbrennungsmotor verdrängt, werden allerdings noch einige Jahre vergehen“, sagt Blume. Und Finanzchef Lutz Meschke ergänzt: „10 bis 15 Jahre auf jeden Fall“. Plug-in-Hybride sind der Zwischenschritt, auch auf Diesel werde man beim demnächst zu erneuerndem Cayenne, dem margenstarken sportlichen Geländewagen, noch nicht verzichten. Er verstehe den Handlungsdruck der Kommunen, versichert Blume, aber „Fahrverbote (für Diesel) sind kein Allheilmittel.“

Dieselaffäre spielt keine Rolle

Die Dieselthematik, so die schöngefärbte Sprachregelung im VW-Konzern, spielt bei Porsche keine Rolle mehr. Alle Verfahren in den USA sind zur Zufriedenheit gelöst, hierzulande hätten Nachprüfungen des Kraftfahrtbundesamtes bestätigt, dass die Dreiliter-Sechszylinder regelkonform laufen. Gleichwohl gibt es nun auch bei Porsche eine neue organisatorische Ebene, die die konsequente Einhaltung aller technischen Vorschriften weltweit sicherstellt: „Gesetzes- und Regeltreue stehen für uns nicht zur Debatte“, so Blume.

Weil man von 2023 an mit sinkenden Absätzen rechne, sucht nun auch Porsche in der Digitalisierung neue Geschäftsfelder. Die Strategie dazu sei detailliert, richte sich aber eher nach innen und werde deshalb nicht groß kommuniziert. Aber schon in wenigen Jahren soll der Umsatzanteil aus digitalen Zusatzgeschäften bis zu einem Drittel betragen. Dazu wird eine Tochterfirma in Ludwigsburg aufgebaut und in Berlin ein Entwicklungslabor.

Für das laufende Jahr gibt sich der Vorstand vorsichtig: Schon 15 Prozent Umsatzrendite seien schließlich eine Herausforderung, vor der man trotz aller Zuversicht den Respekt nicht verliere, sagt Meschke. Bei aller Freude über die bisherigen Resultate „verlieren wir nicht die Bodenhaftung“. Auch bei der aktuellen Generation des Vorstands, der seit dem Verlust der Eigenständigkeit 2009 nahezu komplett neu formiert wurde, ist die Erinnerung an die großen Krisen noch wach.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

18.03.2017, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular