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Ein Markt für clevere Ideen
Verkehrsminister Winfried Hermann (2.v.r.) lässt sich den Elektro-Hubschrauber vorführen. Foto: Helmut Ulrich
Messe

Ein Markt für clevere Ideen

Am Donnerstag beginnen Frühjahrsausstellungen zu vielen Themen. Minister Hermann fordert von Daimler größeres Engagement im E-Bereich.

04.04.2018
  • BARBARA WOLLNY

Bewusst essen, gärtnern, wohnen, basteln oder unterwegs sein. „Es ist uns ein Anliegen, die vielen neuen Informationen und Trends, die es für nachhaltiges Leben gibt, unseren Besuchern in unterhaltender und informativer Form zu präsentieren“, sagt Messechef Roland Bleinroth. „Das kann man in dieser Form nur in Stuttgart erleben“, schwärmt der Geschäftsführer. Zum zehnten Mal finden die Frühlingsmessen in den inzwischen voll belegten neuen Hallen am Flughafen statt. Rund 100 000 Besucher werden an den vier Messetagen und der langen Nacht am Donnerstag erwartet.

Da die Messe in die Osterferien fällt, wird Kindern ein umfangreiches Programm geboten. Dazu gehört das Testen und Ausprobieren der vielen neuen Spiele auf der „Kreativ“, Goldwaschen oder Silberschmieden auf der Mineralienmesse oder Brotbacken auf der Slow-Food Messe. Auf der „Yoga“ gibt es natürlich auch Kinder-Yoga, und in der Mobilitätsausstellung kann der Nachwuchs elektromagnetische Carrera-Autos laden, selber E-Autos basteln oder selbst auf einem Parcours für Kinderräder und Scooter ihre Geschicklichkeit testen.

Er muss kurz nachdenken, aber dann ist sich Verkehrsminister Winfried Hermann auf der gestrigen Pressekonferenz sicher: „Es ist jetzt das siebte Mal, dass ich die i-Mobility eröffne“. In der Sonderschau werden unter Schirmherrschaft des Ministeriums innovative Mobilitätsbeispiele im Zwei- und Vierrad-Bereich gezeigt. Erstmals sind auch ein Elektro-Leichtflugzeug mit Straßenzulassung zu bestaunen sowie eine Seilbahn, die als Modell für innerstädtische Nahverkehrsmittel dient. Auf einer Teststrecke können die Besucher Elektroautos verschiedener Hersteller ausprobieren, in der Halle E-Bikes und Pedelecs.

„E-Mobilität ist von sich aus nicht intelligent, sondern wird erst smart durch die Vernetzung und Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln und wenn für jede Strecke das günstigste Transportmittel genutzt wird“, sagt Hermann. Er macht seine Enttäuschung deutlich, dass der größte Stuttgarter Autobauer bis heute keine Elektroautos für den Markt baut. „Ich fahre seit sieben Jahren Mercedes. Aber wenn wir dann das Fahrzeug kaufen wollen, stellt sich heraus, dass das nur E-Prototypen waren. Die Automobilindustrie muss endlich liefern“, fordert Hermann. Mittlerweile seien nicht mehr die fehlenden Ladesäulen das Problem, sondern die Modellpolitik vieler Autohersteller.

Auf dem „Markt des Guten Geschmacks“, der in Zusammenarbeit mit Slow Food Deutschland erstellt wurde, zeigen 500 „Genusshandwerker“ aus 14 Ländern in drei Hallen, wie sich handwerklich hergestellte von industriell gefertigten Lebensmitteln unterscheiden. An der „Langen Tafel“, in Weinseminaren und Kochwerkstätten kann der Geschmacksvielfalt und den Aromen nachgespürt werden.

Die „Fair Handeln“-Ausstellung präsentiert sich deutlich vergrößert erstmals in der eigenen Halle 7. Hier geht es um global verantwortungsvolles Handeln. Zum Beispiel dadurch, dass sich der Konsument für nachhaltig produzierte Textilien entscheidet. Rund 30 Aussteller werden entsprechende Mode präsentieren. Wer seine alten Kleider abgibt, bekommt einen Gutschein in Höhe von acht Euro.

Nachdem die Außentemperaturen steigen, nimmt das Interesse am Renovieren, Innenausbau und der Gartenarbeit schlagartig zu. Dabei werden die Schaugärten in der Gartenausstellung eine besondere Attraktion sein. „Wir spüren an den steigenden Aufträgen der Gartenbaubetriebe, dass das Interesse am Gärtnern seit einigen Jahren stark zunimmt. Einen Mittelpunkt bildet dabei die Umgestaltung von Familiengärten in altersgerechte pflegeleichte Grüninseln“, sagt Reiner Bierig vom Landesverband für Garten- und Landschaftsbau. „Gärten sind eine Art grüner Therapeut“, zeigt er sich überzeugt. Einem Thema hat er den Kampf angesagt: Den geschotterterten Vorgärten. „Wer glaubt, dass sich damit die Gartenarbeit erledigt hat, liegt falsch. Die Steine vermoosen. Pflegeleichter sind an den Standort angepasste Pflanzungen.“ Auch dazu finden sich Anregungen auf der Gartenmesse.

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04.04.2018, 06:00 Uhr
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