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Tauber-Philharmonie Weikersheim

Ein Konzerthaus auf dem Land

Neubau für 15 Millionen: Die Tauber-Philharmonie Weikersheim ist fertig.

17.07.2019

Von Otto Paul Burkhardt

Juwel im 7300-Einwohner-Städtchen. Foto: Tauber-Philharmonie

Weikersheim. Richtig idyllisch liegt sie da, im Tal an der „Romantischen Straße“ umsäumt von Bäumen, Flusslauf und Weinbergen. Zäune und Kräne zeigen noch, dass hier bis zuletzt gewerkelt wurde. Doch die neue Tauber-Philharmonie ist pünktlich fertig geworden. Auf Anhieb gab sich der 15-Millionen-Neubau bei der Eröffnung ausgesprochen vielseitig. Auch innovativ, denn das „Orchester im Treppenhaus“, ein junges Kammerensemble aus Hannover, bot mit „Date Deine Musik“ ein apartes Konzertformat – bei dem der im Klassikbereich sonst verpönte Handygebrauch sogar erwünscht war. Zuhörer konnten per App voten und wurden dann je nach Musikgeschmack in Gruppen aufgesplittet und auf mehrere Kleinkonzerte übers ganze Haus verteilt.

Es tönte somit an allen Ecken und Enden, im großen Saal für 600, im aufteilbaren kleinen Saal für 200 Zuhörer, im Foyer, an der Pforte, kurz, überall: Wer wollte, konnte so zwischen Mozart, Ravel, Schubert, Jazz und Bossa Nova hin und her wandern.

Das alles in Weikersheim? Nicht ohne Grund, denn das 7300-Einwohner-Städtchen ist seit langem „World Meeting Center“ der „Jeunesses Musicales“. Die weltweit größte Organisation für Orchesternachwuchs betreibt die Musikakademie Schloss Weikersheim und lockt jährlich rund 8000 junge Musiker ins Hohenlohische.

Zu den Eckdaten des Neubaus: Konzipiert hat ihn das renommierte Architektenbüro Henn, das in München, Berlin und Peking agiert. Zwei Jahre Bauzeit waren nötig, rund 10 der 15 Millionen Kosten konnten durch Fördergelder und Sponsoren abgedeckt werden. Wie üblich gab es im Vorfeld Debatten: Kritiker bemängelten den Bau als überdimensioniert, befürchteten einen Exklusivtempel für die oberen Zehntausend. Doch man fand einen Kompromiss. Der Bau soll die alte, multifunktionale Stadthalle als Veranstaltungsraum für Kabarett bis Pop ersetzen und gleichzeitig als Konzerthaus mit exquisiter Akustik (Nachhall: 1,7 Sekunden) etwas hermachen. Intendant Johannes Mnich, 34, studierter Pianist, rühmt denn auch den Mut, dass hier „groß gedacht“ wurde. Zur Tauber hin strahlt der Bau mit Glasfront und Terrasse durchaus einladenden Charme aus. Um dem fünfeckigen Betonklotz mit einer Nutzfläche von 2200 Quadratmetern eine leichtere Anmutung zu geben, bekam er eine grauschwarze Außenhaut aus 3400 Holzlamellen.

Das Eröffnungsprogramm bis Mitte September bietet 18 Konzerte für die 18 Patengemeinden des Main-Tauber-Kreises – mit Balkan-Crossover, Oper, Comedy und mehr. Auch TV-Moderatorin Petra Gerster ist dabei. Und für die erste Saison 2019/20 haben sich bereits Erwin Pelzig, Ulrich Tukur sowie Orchester aus Prag, Würzburg und Heilbronn angekündigt.

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Erstellt:
17. Juli 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
17. Juli 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2019, 06:00 Uhr

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