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Morgen im Kino Museum

Ein Heuchler auf dem Weg nach oben

Er hat den Film produziert, das Skript verfasst, und mitspielen tut Friedrich Ellsässer auch: In „Der Blender“ nach Motiven von Schiller und Molière.

29.10.2016

Von Wilhelm Triebold

Gestatten, Friedrich Ellsässer, der „Blender“.Bild: Ellsässer

Ursprünglich hieß der Film wohl „Der Schleimer“. Und nun „Der Blender“, was irgendwie aufs Selbe herauskommt: Die Vorbilder aus Friedrich Schillers selten gespieltem Stück „Der Parasit“ (lief vor drei Jahren mal am LTT) und Molières viel berühmterem „Tartuffe“ (lief vor 13 Jahren als „schwäbischer Tartüff“ am Melchinger Lindenhof) schleimen und blenden alle beide auf Deubel komm raus.

Friedrich Ellsässer, Drehbuchautor und Produzent des 50-Minuten-Films „Der Blender“, hat eine Affinität zu literarischen Figuren. Der Sohn von Lindenhof-Mitbegründer Bernhard Hurm und „Dohlengäßle“-Veteranin Dietlinde Ellsässer (sie ist nun auch Koproduzentin) wuchs auf mit Don Carlos, mit dem Sommernachtstraum, großteils in Schülertheaterprojekten unter Aufsicht von Patenonkel Uwe Zellmer. Vor vier Jahren schlug sich das – „Fuck you Göhte“ war noch nicht auf dem Markt – in einer einstündigen „Dramödie“ namens „Go Goethe“ nieder, an der Friedrich Ellsässer damals auch schon maßgeblich beteiligt war.

Uhlandbad und Landratsamt

Nun also „Der Blender“. Produziert von Ellsässers eigener Firma „F.Ells Produktions“ . Regie: Paul Wilms, die Postproduktion für den Spielfilm und für den Trailer übernahm die Tübinger Liquid Filmproduktion. Das Equipment bestand aus einer HD-Kamera und einer Spiegelreflexkamera, dazu aus einem externe Mikrophon. Gedreht wurde im Uhlandbad und im Tübinger Landratsamt, auf dem Nehrener Friedhof und in der Hechinger Villa Eugenia. Neben Ellsässer als Henry Durand als „Blender“ spielen unter einigen anderen auch der Papa Bernhard Hurm, die Herren Harry Kienzler und Jakob Nacken sowie Patron Uwe Zellmer mit. Außerdem Darsteller vom LTT Jugendclub. Christian Dähn ist für die Musik (mit)verantwortlich.

Und worum geht‘s? Schiller und Molière wurden in die heutige Zeit verlegt und auf den „heuchlerischen, manipulativen Charakter“ verknappt. Und zwar an zwei Schauplätzen: Dem Privaten, den der Strang des „Tartuffe“ darstellt, und dem Beruflichen mithilfe des „Parasiten“. Die Stränge laufen parallel. Privat nistet sich die Hauptperson in dem Haus eines reichen Mannes ein, der in ihm seinen idealen Schwiegersohn gefunden zu haben glaubt. Beruflich arbeitet sich Henry mit unfeinen Mitteln, mit Heuchel- und Schmeicheleinheiten im Ministerium für Äußeres zum Botschafter hoch. „Die Idee dahinter ist es, zu zeigen, dass es auch heute noch solche Menschen gibt“, so Ellsässer. „Aber vor allem, was geschehen kann, wenn Menschen ein vermeintliches Idealbild gefunden haben; dann nämlich werden sie blind gegenüber den Schwächen.“

Am morgigen Sonntag wird „Der Blender“ nun erstmals öffentlich gezeigt: Um 10 Uhr im Kino Museum. Im Vorprogramm treten unter anderem Harry und Jakob auf. Eine weitere Vorstellung folgt dann am Sonntag, 20. November, um 11 Uhr im Rottenburger Kino im Waldhorn.

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Erstellt:
29. Oktober 2016, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
29. Oktober 2016, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2016, 01:00 Uhr

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