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„Ein Fels, an dem man nicht vorbeikommt“
Der Philosoph grüßt von der Fassade: Das Hegel-Haus in der Stuttgarter Eberhardstraße 53. Foto: Rainer Lang
Das Geburtshaus des Philosophen Hegel zieht vor allem Besucher aus dem Ausland an

„Ein Fels, an dem man nicht vorbeikommt“

Das Museum im Geburtshaus des Philosophen Hegel soll attraktiver werden. Doch noch steht die Entscheidung über die Kosten aus.

05.08.2016
  • RAINER LANG

Stuttgart. Er ist einer der bedeutendsten Söhne Stuttgarts. Georg Wilhelm Friedrich Hegel hat schließlich den Weltgeist erfunden und gilt als einer der wichtigsten deutschen Philosophen. Sein Geburtshaus in der Eberhardstraße 53 wurde im Jahr 1991 zum Hegel-Haus. Das Museum hält zwar die Erinnerung an ihn wach, wirklich populär ist der Denker jedoch in Stuttgart nicht.

Das mag an seiner sperrigen Sprache liegen. „Hegel ist einfach anstrengend. Durch seine Texte muss man sich durchbeißen“, meint Manfred Schmid. Ohnehin seien Logik, Natur- und Geschichtsphilosophie keine leichte Kost. Der für das Hegel-Haus zuständige wissenschaftliche Mitarbeiter beim Kulturamt der Stadt hält Hegel jedoch „in der Wissenschaft für einen Fels, an dem man nicht vorbeikommt“.

Im Zuge der in 2020 stattfindenden Feiern zum 250. Geburtstag des Philosophen will Schmid die Popularität Hegels steigern. Zu befürchten sei jedoch, dass der Denker im Schatten des in Lauffen geborenen Dichters Friedrich Hölderlin stehen werde, welcher ebenfalls 1770 geboren wurde. Während des Studiums waren die beiden übrigens Zimmergenossen im Tübinger Stift. Bevor Hegel dort 1788 sein Theologiestudium begann, besuchte er in Stuttgart das Gymnasium Illustre, aus dem das heutige Eberhard-Ludwigs-Gymnasium hervorging.

Schmid ist davon überzeugt, dass sich „das Hegel-Haus neu erfinden muss“. Die bisherige an den Lebensstationen orientierte Ausstellung drücke sich um zentrale Fragen nach der Bedeutung des Denkers. Die enorme Wirkung seines dialektischen Denkens sei unbestritten, so Schmid. Hegels zentrales Thema sei die Freiheit. Er habe die bürgerliche Gesellschaft umfassend dargestellt und auch die soziale Verantwortung des Staates betont.

Um mehr Besucher anzulocken, soll im Hegel-Haus ein philosophisches Café eingerichtet werden. Die Gesamtkosten für die Neuausrichtung schätzt Schmid auf mindestens 750 000 Euro. „Die Entscheidung dafür muss 2017 fallen“, betont er. Seit 1999 werden im Museum philosophische Seminare veranstaltet. Vor drei Jahren sind auch Seminare für Schüler dazugekommen.

Daneben gibt es die Reihe Literatur im Hegelhaus. Im Gewölbekeller des Hauses werden zudem bis zu 30 Hochzeitspaare im Jahr standesamtlich getraut. Mehr als die Hälfte der rund 8000 Besucher im Jahr kommt übrigens aus dem Ausland. Dass dort Hegel populärer ist als hierzulande, hat seinen Grund in Karl Marx, der sich ausdrücklich auf Hegel beruft. Deshalb sei beispielsweise für Touristen aus China das Hegel-Haus neben Daimler fester Bestandteil des Besuchsprogramms, erklärt Schmid.

Das um 1600 erbaute Hegelhaus gehört übrigens zu den ältesten Gebäuden in der Innenstadt. Fast wäre es dem Abrissbagger zum Opfer gefallen.

In einem Aktenvermerk aus den 60er Jahren fand Schmid die Eintragung „Abriss und Gedenkstein“. Der Anstoß zur Erhaltung ist dann von privater Seite gekommen. Dafür gesorgt, dass Hegel nicht vergessen wird, hat übrigens auch der frühere Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel, der seine Reden gerne mit einem Zitat aus dem Werk des Philosophen würzte.

www.stadtmuseum-stuttgart.de/hegel-haus

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05.08.2016, 06:00 Uhr
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