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Donald Trump

Ein Fehltritt zu viel?

Donald Trump greift die Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten an. Er eskaliert einen Streit, den er nicht gewinnen kann.

02.08.2016
  • DPA

Washington. Donald Trump holzt gern – das ist nicht neu. Er hat im Wahlkampf Muslime beleidigt, einen Vietnamkriegsgefangenen, Frauen, mexikanische Immigranten, einen Latino-Richter und einen behinderten Journalisten. Die meisten seiner Anhänger, so scheint es, haben sich wenig daran gestört. Er könne auf New Yorks Fifth Avenue stehen und „jemanden erschießen“ und würde keine Stimmen verlieren, hatte Trump noch im Januar geprahlt.

Aber das war, bevor Khizr und Ghazala Khan auf den Plan traten. Mit seiner unsensiblen Reaktion auf die Kritik der Eltern eines gefallenen muslimischen US-Soldaten auf dem Parteitag der Demokraten hat Trump den möglicherweise größten Sturm seines bisherigen Wahlkampfes ausgelöst.

Khan hatte am Donnerstag vergangener Woche mit seiner Frau an der Seite auf der Bühne in Philadelphia Trump angeklagt. Der republikanische Spitzenkandidat habe „bisher nichts und niemanden geopfert“, hielt er ihm vor. Und Trump solle nur mal nach Arlington gehen, sich auf dem Friedhof die Gräber von US-Soldaten anschauen – Soldaten aller Ethnien und Glaubensrichtungen. Es war in der Tat ein massiver Angriff, und Trump gilt als dünnhäutig. Trump unterstellte nicht nur, dass seine Rivalin Hillary Clinton hinter der Parteitagsrede stecken könnte. Er mokierte sich mit Rückgriff auf ethnische Stereotypen darüber, dass Khans Frau beim Auftritt in Philadelphia geschwiegen hatte – wie sie später erklärte, weil sie vor Trauer nicht habe sprechen können. Auch er habe eine Menge Opfer gebracht, sagte der Immobilienmogul und führte seine beruflichen Errungenschaften an.

Senator Lindsey Graham brachte die Kritik im Namen vieler auf den Punkt. „Es gab einmal einige Dinge, die in der amerikanischen Politik geheiligt waren“, zitierte ihn die „New York Times“. Dinge, die sich nicht gehörten, „wie die Eltern eines gefallenen Soldaten zu kritisieren, selbst wenn sie dich kritisieren. Wenn du Führer der freien Welt sein willst, musst du in der Lage sein, Kritik einzustecken. Und Herr Trump kann das nicht.“

Noch lässt sich schwer abschätzen, wie groß der Schaden ist, den sich Trump zugefügt hat. Khan jedenfalls rief die amerikanischen Wähler in mehreren Fernsehinterviews auf, sich im November gegen Hass – und damit gegen den Kandidaten – zu entscheiden. Trump habe eine „schwarze Seele“.

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02.08.2016, 06:00 Uhr
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