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Vermittlung von pflegebedürftigen Senioren an Gastfamilien

Ein Bänkle für die Normalität

Ältere, pflegebedürftige Menschen sollen auch im Landkreis Tübingen in einer für sie angenehmen Umgebung wohnen können. Dafür steht das Tübinger Hilfsprojekt „Bänkle“.

29.05.2011

Von Michael Sturm

Tübingen. In Deutschland gibt es immer weniger Großfamilien, in denen mehrere Generationen unter einem Dach leben. „Es wäre schön, wenn das normal wäre. Uns hat die Erfahrung, in einer großen Familie zu leben, geprägt“, sagte Vera Schäfer aus Nehren über sich und ihre Familie. Von ihrer Mutter lernte sie, sich der Pflege älterer Menschen zu widmen und übertrug ihr Engagement auf ihre eigenen Töchter.

Die Familie Schäfer meldete sich vor kurzem auf das Inserat des Verein zur Förderung einer sozialen Psychiatrie (VSP): Dessen Hilfsangebot Bänkle – kurz für „betreutes Wohnen in Familien für Ältere: Normalität, Kommunikation, Lebendigkeit, Engagement“ – möchte ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen an Gastfamilien vermitteln und ihnen dadurch ein Leben in Normalität verschaffen.

Das für den Landkreis Tübingen neue Angebot gibt es in Oberschwaben länger: Bei der Auftaktveranstaltung des Projekts Bänkle, begrüßte VSP-Geschäftsführer Reinhold Eisenhut gestern auch die Ravensburgerin Regina Trautmann. Sie vermittelte den interessierten rund 30 Zuhörern ihre Erfahrungen mit pflegebedürftigen Senioren in Gastfamilien: „Die Familienmitglieder müssen sich einig sein, dass sie das wollen“, schickte sie voraus.

Mindestens ein Familienmitglied müsse eine Ausbildung als Pfleger/-in nachweisen und die Räumlichkeiten im Haus müssten den Bedürfnissen entsprechend angelegt sein. Vor allem müssten alle Beteiligten psychisch so weit gestählt sein, eine schleichende Verschlechterung des Zustands der Pflegeperson zu akzeptieren. Dabei, betonte Regina Trautmann, seien „Entlastungszeiten“ für die Familie wichtig. Deren Grenzen der Belastbarkeit dürften nicht überschritten werden. Dafür wollen die Mitarbeiter/-innen von Bänkle sorgen.

„Die Entwicklung und Veränderung ist nicht an ein Lebensalter gebunden“ – dieses Motto nahm die Entringerin Helga Kopf mit in ihren neuen Job: Sie koordiniert künftig die Vermittlung von Menschen an Pflegefamilien. Man wolle „Wohnangebote schaffen, um der Vereinsamung vorzubeugen“, betonte Helga Kopf. Dabei werde sehr sorgfältig ausgesucht, ob Pflegeperson und die Zielfamilie zu einander passen. So wird es sich in den nächsten Wochen herausstellen, ob die Familie Schäfer aus Nehren älteren männlichen Zuwachs bekommt. „Es könnte passen“, meint Vera Schäfer.

Info: Nähere Informationen unter www.vsp-net.de und telefonisch unter 07071/705565

Auf das Projekt BÄNKLE stoßen auf demselben sitzend von links an: Vera Schäfer (Gastfrau), Regina Trautmann (Arkade Ravensburg) und Helga Kopf (Mitarbeiterin des BÄNKLE-Projekts). Bild: Sommer

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Erstellt:
29. Mai 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
29. Mai 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2011, 12:00 Uhr

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