Volkstrauertag

Ein Ärgernis

Appell an die Stadt Tübingen, die Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge zu beenden und die alljährliche Gedenkfeier am Volkstrauertag abzusagen.

04.11.2016

Von Jens Rüggeberg, Tübingen

Alljährlich am Volkstrauertag führen Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Stadt Tübingen gemeinsam eine Gedenkfeier auf dem Bergfriedhof durch. Das ist ein Ärgernis. Bezeichnend, dass zur Kranzniederlegung am Gefallenenehrenmal Militär in Uniform salutiert und Blechbläser das Lied vom „guten Kameraden“ intonieren, das Ältere noch aus dem Faschismus kennen. Dort wurde es immer zum Heldengedenktag gespielt. So hieß der Tag seit 1934. Die Nazis feierten ihn mit großem militärischem Brimborium. Das diente der ideologischen Kriegsvorbereitung. 1945 verboten die Alliierten das Heldengedenken. Ungefähr zur Zeit der Gründung der Bundeswehr wurden Volksbund und Volkstrauertag jedoch wiederbelebt.

Durch Handreichungen für die Kommunen sorgt der Volksbund für einheitliche Gestaltung von Gedenkfeiern. Markus Meckel, SPD-Politiker und bisheriger Präsident des Volksbunds, wollte jetzt allerdings in dessen Leitlinien den Zweiten Weltkrieg als „Angriffs- und rassistisch motivierten Vernichtungskrieg“ definieren – was er bekanntlich war. Das löste einen Sturm der Entrüstung aus, der Meckel zum Rücktritt zwang. Neuer Chef ist nun General a. D. und Meckel-Gegner Wolfgang Schneiderhan.

Konsequenz: Die Stadt Tübingen muss endlich die Zusammenarbeit mit dem Volksbund beenden und die bevorstehende Gedenkfeier auf dem Bergfriedhof absagen. Wer seiner im Krieg umgekommenen Angehörigen gedenken will, kann dies persönlich und individuell tun. Den Volksbund braucht er oder sie dafür nicht.

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Erstellt:
04.11.2016, 10:46 Uhr
Lesedauer: ca. 1min 39sec
zuletzt aktualisiert: 04.11.2016, 10:46 Uhr

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