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Mehrheit im Rat gegen Scheef, Haering, Hindenburg

Ehrenbürgerwürde aberkannt

Der Gemeinderat beschloss am Montagabend, dem früheren OB Adolf Scheef, dem Philosophen Theodor Haering und dem einstigen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg die Ehrenbürgerwürde abzuerkennen.

17.06.2013
  • jol

Tübingen. Ehe sich die Gemeinderatsmitglieder in die Vergangenheitspolitik vertieften, erhoben sie sich von ihren Plätzen. Oberbürgermeister Boris Palmer würdigte einen Ehrenbürger, der wenige Stunden zuvor auf dem Tübinger Stadtfriedhof beigesetzt worden war: Walter Jens. Ihn rühmte Palmer als „eine moralische Instanz“ und „außergewöhnliche Persönlichkeit“, es gelte, ihm „ein ehrendes Andenken zu bewahren“.

Ehrenbürgerwürde aberkannt
Adolf Scheef (in der Kutsche rechts) war von 1927 bis 1939 Tübinger Oberbürgermeister. Die Aufnahme von 1935 zeigt ihn mit Ernst Weinmann (Zweiter von links), Parteimann der NSDAP und Tübinger OB von 1939 bis 1945, 1947 in Jugoslawien als Kriegsverbrecher hingerichtet. Weinmann hatte seinen Amtsvorgänger für die Ehrenbürgerwürde vorgeschlagen.

Anschließend ging es um die Ehrenbürger Adolf Scheef, Theodor Haering und Paul von Hindenburg, und dabei um alles andere als um ehrendes Gedenken. Der Oberbürgermeister, der Philosophie-Professor und der Reichspräsident hatten sich, auf je unterschiedliche Weise, zu sehr in den Nationalsozialismus eingelassen. Über zweieinhalb Stunden lang debattierten die Gemeinderatsmitglieder, welche Konsequenzen daraus zu ziehen seien. Zwar wollte niemand im Gremium die drei von Mitverantwortung freisprechen, doch die Plädoyers fielen unterschiedlich aus.

Am Ende entschied die rotgrüne Mehrheit im Gemeinderat. Abgestimmt wurde über jeden Fall einzeln. Stets setzten sich die 20 anwesenden Mitglieder der AL/Grünen und der SPD durch, die Ehrenbürgerwürde abzuerkennen. OB Adolf Scheef, weil er sechs Jahre lang die Politik der NSDAP im Rathaus durchsetzt hatte (ohne Parteimitglied zu sein) und seine Ehrenbürgerwürde durch den nationalsozialistischen Pseudo-Gemeinderat zustande gekommen war. Theodor Haering wegen seiner als „geistiger Rassenkunde“ verstandenen Philosophie Und der Reichspräsident, weil er letztlich den Nationalsozialisten an die Macht verholfen hatte.

Die übrigen Fraktionen und fraktionslosen Mitglieder im Gemeinderat hatten andere Vorstellungen, wie man die Verstrickungen in den Nationalsozialismus markieren solle. Boris Palmer scheiterte mit dem Versuch einer Vertagung der Abstimmung, um noch einen tragfähigen Kompromiss zu finden.

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