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Stuttgarts Polizeipräsident Thomas Züfle ist tot

Ehemaliger Tübinger Polizeichef starb bei Motorradunfall

Der ehemalige Tübinger Polizeichef und Stuttgarter Polizeipräsident Thomas Züfle starb am Sonntagnachmittag nach einem schweren Motorradunfall bei Nagold.

17.06.2013
  • dpa/job

Wildberg/Tübingen/Stuttgart. Nach Angaben der Polizei hatte ein Autofahrer Thomas Züfle die Vorfahrt genommen. Züfle prallte trotz einer Vollbremsung mit seinem Motorrad gegen den Wagen des Mannes. Dabei erlitt er tödliche Verletzungen. Die Beifahrerin des nur leicht verletzten Autofahrers wurde schwer verletzt in eine Tübinger Klinik gebracht.

Ehemaliger Tübinger Polizeichef starb bei Motorradunfall
Thomas Züfle

Züfle war mit seiner Ehefrau unterwegs, die auf einem zweiten Motorrad hinter ihrem Mann fuhr. Sie habe den Unfall mit anschauen müssen und wurde mit einem Schock ins Krankenhaus gebracht, sagte eine Sprecherin.

Thomas Züfle hatte 2011 das Amt des Stuttgarter Polizeipräsidenten übernommen. Davor war er knapp vier Jahre Leiter der Polizeidirektion Tübingen gewesen.

Bei seinen Kollegen löste die Nachricht große Bestürzung und Trauer aus. Züfle war in Tübingen als Vorgesetzter und Kollege sehr beliebt, auch, weil er seine Untergebenen nicht von oben herab behandelte, sondern in Entscheidungen einband.

Innenminister Reinhold Gall zollte Züfle in einer Erklärung seinen Respekt. "Die Polizei Baden-Württemberg hat mit dem Stuttgarter Polizeipräsidenten Thomas Züfle einen vorbildlichen, verlässlichen und geradlinigen Amtschef verloren. Er hat sein Amt mit starker Persönlichkeit, sozialer Kompetenz und viel Erfahrung ausgefüllt. Züfle war ein Kommunikationstalent, tolerant im Denken und handelte mit Fingerspitzengefühl. Mein tief empfundenes Beileid gilt der Familie des Verstorbenen", sagte er in Stuttgart.

Thomas Züfle habe das Amt des Präsidenten in schwierigen Zeiten angetreten. Er sei im Spannungsfeld von Kommunalpolitik, Öffentlichkeit und den Kollegen gestanden und habe die gegensätzlichen Interessen ausgleichen müssen. „Ihm ist es gelungen, dass die Stuttgarter Polizei nicht auf den Konflikt Stuttgart 21 reduziert wurde“, betonte Gall. „Thomas Züfle habe ich als neuen Polizeipräsidenten ausgesucht, weil ich ihm zutraute, die schwierigen Aufgaben dieses Amts zu meistern, und er hat mich nie enttäuscht“, so der Innenminister.

"Thomas Züfle hat im Konflikt um Stuttgart 21 klargestellt, dass alle Menschen in dieser Stadt friedlich demonstrieren können, aber Gewalt nicht geduldet wird", sagte Landespolizeipräsident Dr. Wolf Hammann. Er verliere mit Züfle einen Wegbegleiter, der die Fähigkeit und den Mut hatte, auch hinter den Horizont zu schauen und neue Wege zu gehen. Hervorzuheben sei der transparente Führungsstil ergänzt durch präzise Urteilsfähigkeit.

Auch der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) zeigte sich bestürzt über den Unfall-Tod von Polizeipräsident Thomas Züfle.

«Mit Thomas Züfle verlieren die Landeshauptstadt und die Polizei einen hervorragenden, vor allem aber sehr menschlichen Präsidenten», sagte Kuhn am Montag. Züfle habe vor zwei Jahren seine Aufgabe in einer schwierigen Zeit angenommen und diese mit viel Augenmaß und einem hohen Maß an Kompetenz bewältigt. Durch seine besonnene Handlungsweise habe er zur Befriedung der Stadtgesellschaft beigetragen, sagte Kuhn weiter. Dies gelte insbesondere für die Auseinandersetzungen beim Bahnprojekt Stuttgart 21. «Sein Tod ist ein schwerer Verlust für die Landeshauptstadt und für die Polizei.»

Züfle hatte 1973 seine Laufbahn bei der Bereitschaftspolizei in Göppingen begonnen und war Ende der 70er Jahre schon einmal im Stuttgarter Polizeipräsidium.Später war er beim Landeskriminalamt und im Innenministerium. Die eindrücklichsten Jahre erlebte Züfle als Ausbilder afghanischer Polizisten in Kabul. "Nach so einer Erfahrung sieht man einige Dinge aus einer wohltuenden Distanz", urteilte er später über diese Zeit. Thomas Züfle wurde 57 Jahre alt.

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17.06.2013, 12:00 Uhr
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