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Erfolg nach sieben Jahren Rechtsstreit

Ehemaliger Dreispringer Charles Friedek erhält Schadenersatz für Nicht-Nominierung bei Olympia 2008

Im Rechtsstreit mit dem DOSB hat der Ex-Dreispringer Charles Friedek doch einen Sieg errungen. Die Höhe des Schadenersatzes steht noch nicht fest.

14.10.2015
  • CHRISTIAN RATH

Karlsruhe Der Dreispringer Charles Friedek kann vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) Schadenersatz verlangen, weil er 2008 nicht bei den Olympischen Spielen von Peking starten durfte. Das entschied nun der Bundesgerichtshof in einem überraschenden Urteil. Der DOSB habe damals seine Pflichten "schuldhaft verletzt". Charles Friedek war lange Jahre der dominierende Dreispringer in Deutschland. Er sammelte 17 deutsche Meistertitel, 1999 wurde er zwei Mal Weltmeister. Bei den Olympischen Spielen 1996, 2000 und 2004 war er jeweils dabei und auch in Peking wollte er antreten.

Als Voraussetzung für eine Nominierung hatte der DOSB eine Weite von 17,10 Metern (A-Norm) gefordert oder "2 x 17m" als B-Norm. Bei einem Springer-Meeting in Wesel erreichte Friedek im Vorkampf eine Weite von genau 17 Meter und steigerte sich im Endkampf auf 17,04 Meter. Er war also zwei Mal mindestens 17 Meter gesprungen. Dennoch nominierte ihn der DOSB nicht für Olympia, denn die B-Norm sei so zu verstehen, dass die 17 Meter bei zwei verschiedenen Wettbewerbern erreicht werden müssen. Es folgte ein siebenjähriger Prozess-Marathon mit unterschiedlichen Urteilen von Schiedsgerichten und staatlichen Gerichten. Dabei war aber unter den staatlichen Gerichten unumstritten, dass diese das letzte Wort haben müssen. Es gehe um die Entscheidung eines "Monopolverbandes", die eine für Berufssportler erhebliche ideelle und wirtschaftliche Bedeutung hat. Maßstab für die staatlichen Gerichte war dabei "Leistung nach Treu und Glauben", Paragraf 242 des Bürgerlichen Gesetzbuchs.

Zuletzt hatte das Oberlandesgericht Frankfurt im Dezember 2013 gegen Friedek entschieden. Entscheidend sei, wie die Fachwelt die DOSB-Nominierungs-Richtlinien verstanden haben. Damals sei klar gewesen, dass die 17 Meter bei zwei verschiedenen Wettkämpfen erzielt werden müssen. So sei es auch international üblich gewesen. Und auch Friedek sei zunächst von diesem Regel-Inhalt ausgegangen. Denn nach dem Weseler Meeting habe er eine Fristverlängerung beantragt, um bei einem weiteren Wettkampf die 17 Meter noch einmal zu erreichen. Erst als ihm das nicht geglückt war, stellte er auf die doppelte Normerfüllung in Wesel ab. Doch der Bundesgerichtshof gab nun in letzter Instanz Charles Friedek recht und verwies auf den Wortlaut der Nominierungsrichtlinien. Dort war eben nicht die Rede von zwei verschiedenen Wettkämpfen. Die Nominierung von Friedek konnte deshalb nach den DOSB-Richtlinien nicht wegen mangelnder Normerfüllung abgelehnt werden. Friedek hat damit Anspruch auf Schadenersatz. Die Höhe ließ der Bundesgerichtshof noch offen. Darüber muss jetzt das Landgericht Frankfurt/Main entscheiden. Friedek hatte 133500 Euro als Ersatz für entgangene Sponsoren-, Preis- und Startgelder verlangt. Der heute 44-Jährige hatte 2009 seine Karriere beendet und arbeitet als Trainer in Köln.

Ehemaliger Dreispringer Charles Friedek erhält Schadenersatz für Nicht-Nominierung bei Olympia
Charles Friedek 2009: Ein langer Kampf endet positiv. Foto: dpa

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14.10.2015, 12:00 Uhr
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