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Zum Nehrener Amtsantritt eine Nadel

Egon Betz wurde als Bürgermeister vereidigt

So voll war schon lang keine Gemeinderatssitzung mehr wie die gestern Abend im neuen Schul-Foyer: Weit über 200 Gäste waren dabei, als Egon Betz als Bürgermeister vereidigt wurde.

12.04.2011
  • Gabi Schweizer

Nehren. „Ich kann nicht alles. Ich weiß auch nicht alles. Es geht auch nicht alles, was man will. Aber es geht viel, wenn man will“, sagte Egon Betz in seiner Antrittsrede – und nannte gleich mal ein paar Themen, die in Nehren aktuell sind oder es bald werden. Die Ortsmitte, die zu verwaisen droht. Die Kleinkindbetreuung, wo „schon viel getan, aber noch viel zu tun ist“. Das Neubaugebiet Südwest-Ehrenberg II, bei dem sich die Frage stellt, ob es überhaupt entwickelt werden soll – und wenn ja, wie schnell. Die Industrie, für deren Ansiedlung vor Ort Betz sich einsetzen möchte. Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt. Der Ausbau von B 27 und Regionalstadtbahn, wo der Einfluss der Gemeinde sich „in Grenzen hält“. Das alles möchte Egon Betz mit Bedacht angehen, gemäß einem alten Sprichwort aus Sambia: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Das spitzfindige Geschenk des Gemeinderats nahm Betz mit Humor: Das Gremium hatte eine überdimensionierte „Naihremer Nodel“ anfertigen lassen, als Erinnerung an den Necknamen der Ortsbewohner, über die ein Chronist mal schrieb: „Naihremer Nodla, die stechet so fei / Die stechet einander ins Hemedle nei.“

Andererseits: Vizebürgermeister Hans Rebmann (SPD), der den Neuen vereidigte, zeigte zahlreiche Bilder von der „schönsten Gemeinde im Landkreis“. Die Flö-Kids des Musikvereins spielten, der Jugendchor Singstar des Gesangvereins trat auf, ebenso das Jazz-Ensemble „dazz“ der Steinlach-Musikschule. Und die vielen Besucher reflektierten ein wenig die – für einen Kandidaten ohne ernsthafte Konkurrenz hohe – Wahlbeteiligung von 45 Prozent. 98,2 Prozent der Stimmen waren am 31. Januar auf Egon Betz entfallen, der nun an die Stelle von Werner Landenberger tritt.

Klagen an Landtagsabgeordnete und Kreis übernahm bei der Amtseinsetzung Gomaringens Bürgermeister Manfred Schmiderer in seinem Grußwort – immer striktere (und vom „gesunden Menschenverstand“ entfernte) Vorschriften monierend und auf die leeren Gemeindekassen verweisend. Dennoch ermutigte Schmiderer den „lieben Egon“: Bürgermeister zu sein sei eine schöne, wenn auch mit viel Arbeit verbundene Aufgabe. Sicherlich bietet sie dem 48-Jährigen mehr Gestaltungsspielraum als sein bisheriger Beruf im Landratsamt, wo der studierte Förster als Pressesprecher und Leiter der Kreistags-Geschäftsstelle arbeitete. Gerne, wie er betonte. Aber „der Kreistag war für mich eine harte Schule. Stundenlang dasitzen müssen und den Mund halten, das entspricht nicht meinem Naturell“, bekannte Betz. Und auch, dass er nicht so recht wusste, auf was er sich damals beim Landratsamt einließ. Doch sein ehemaliger Chef, Landrat Joachim Walter, hatte viele lobende Worte für seinen ehemaligen Mitarbeiter.

Betz seinerseits versprach noch einmal, was er bereits im Wahlkampf versprochen hatte: Er wolle ein fleißiger Bürgermeister sein, in „guter, konstruktiver Zusammenarbeit“ mit dem Gemeinderat.

Egon Betz wurde als Bürgermeister vereidigt
Man könnte das als Drohung interpretieren – aber es klang viel mehr nach Selbstironie: Eine riesengroße, mit den Farben der Fraktionen dekorierte „Naihremer Nodel“, Zeichen der für den Ort überlieferten „Streitsucht“ und „Spitzfindigkeit“, überreichten die Gemeinderäte Werner Nill (CDU, Mitte) und Antje Rueß-Warth (SPD) ihrem neuen Bürgermeister Egon Betz. Der nahm’s mit Humor und bat, die Nadel schwenkend: „Bewahren Sie sich Ihre Streitkultur. Werden Sie bitte nicht brav!“ Bild: Franke

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12.04.2011, 12:00 Uhr
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