Fußball

Eden-Hazard-Show im Finale

Mesut Özil und Arsenal London gehen im Endspiel der Europa League unter. Nach dem 4:1-Triumph steht der FC Chelsea wohl vor einem Umbruch.

31.05.2019

Von SID/DPA

Extraklasse: Eden Hazard erzielt das 4:1 für seinen FC Chelsea im Finale gegen den Stadtrivalen Arsenal London. Torwart Petr Cech ist ohne Chance. Foto: Darko Bandic/AP/dpa

Erst war er der umjubelte Held, dann wurde er noch auf dem Platz zur Spaßbremse. Mitten in die Euphorie des Europa-League-Titels kündigte Matchwinner Eden Hazard seinen Abschied vom FC Chelsea zu Real Madrid an. „Ich denke, das ist ein Goodbye“, sagte der Belgier nach dem 4:1 (0:0) im Endspiel gegen den Londoner Stadt-Rivalen FC Arsenal. Bei Real soll er so etwas wie der neue Ronaldo werden. Am Mittwoch in Baku zeigte er wieder einmal, dass er das Zeug dazu hat.

Hazards Laune war danach blendend, er jubelte ausgelassen und spritzte den an Krücken mitfeiernden Nationalspieler Antonio Rüdiger mit einer Wasser-Fontäne nass. Für manch anderen war die eigentlich gar nicht so überraschende Ankündigung ein Stimmungskiller. Die „Daily Mail“ sprach von „Partygift“.

Nicht für Rüdiger. Der am Meniskus operierte Abwehrspieler wurde zum heimlichen Star der Chelsea-Feier. Er saß auf dem Rücken eines Betreuers und reckte eine Krücke in die Luft, hüpfte auf seinen Gehhilfen über den Rasen und machte Faxen. Von der nächtlichen Party postete der 26-Jährige auf Instagram ein Foto, wie er im Sitzen um den Europa-League-Pokal tanzt.

Verbleib des Trainers unklar

Hazard, der mit zwei Toren und einer Vorlage wie schon bei der WM im Vorjahr seine Extraklasse unter Beweis stellte, wird wohl für 130 Millionen Euro zu Real wechseln und dort mit einem Jahr Verspätung Nachfolger Ronaldos. Er steht nun sinnbildlich dafür: Der Europacup-Sieg ist für die Blues nicht zwangsläufig der Start von etwas Großem. Chelsea steht vor einer ungewissen Zukunft.

Denn auch der Verbleib des von Juventus Turin umworbenen Trainers Maurizio Sarri ist offen. Doch der Italiener tendiert inzwischen offenbar zum Bleiben. „Meiner Meinung nach hätte ich es verdient zu bleiben“, sagte der Coach, der während der Saison oft in der Kritik stand: „Aber meine Meinung ist nicht genug. Wir müssen uns zusammensetzen und uns fragen, was ich für Chelsea tun kann und was Chelsea für mich tun kann.“

Tags zuvor hatte der Coach ausgeplaudert, dass ihn das etwas schlampige Genie Eden Hazard manchmal in den Wahnsinn treibe. „In den Spielen ist es eine Freude mit ihm. In der Woche ist es manchmal ein Problem“, hatte er gesagt: „Es ist ein Problem, weil er so ein großes Talent ist. Während des Trainings langweilt er sich manchmal.“ Wenn er hart arbeite, könne Hazard „der beste Spieler der Welt werden“.

Nun steht Chelsea vor einem großen Umbruch. Leistungsträger wie Kapitän César Azpilicueta (29), Willian (30), Pedro, Gonzalo Higuaín (beide 31), David Luiz und Olivier Giroud (beide 32) sind in die Jahre gekommen. Umso bitterer ist der Abschied des besten Spielers. Der bat um Verständnis. „Mein Traum war es, in der Premier League zu spielen. Das habe ich gemacht“, sagte er: „Nun ist es Zeit für eine neue Herausforderung.“

Beim Arsenal war Mesut Özil nach seiner schwachen Leistung im Finale der Sündenbock. Nach der Pleite saß der deutsche Ex-Nationalspieler alleine und gedankenverloren auf der Ersatzbank. Es war alles schief gelaufen an diesem Abend in Baku, der ein Höhepunkt für Özil hätte werden sollen. Bei Özils Auswechslung waren Buhrufe zu vernehmen. Arsenals Klub-Ikone Martin Keown spottete: „Sie hatten Hazard, wir hatten Özil.“ sid/dpa

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Erstellt:
31. Mai 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
31. Mai 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 31. Mai 2019, 06:00 Uhr

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