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Pfleger der Bonner Landschaft

Eberhard von Brauchitsch, Industriekapitän und zentrale Figur der Flick-Affäre

Sein Name steht für die Flick-Affäre, einen der größten Polit-Skandale in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands: Eberhard von Brauchitsch.

11.09.2010

Berlin Eberhard von Brauchitsch galt in den 70er Jahren als einer der mächtigsten deutschen Industriekapitäne. Im Düsseldorfer Flick-Konzern hatte der Manager eine steile Karriere gemacht, begünstigt auch durch eine persönliche Verbindung. Mit dem späteren Unternehmer und Milliardär Friedrich Karl Flick hatte er die Schulbank im oberbayerischen Bad Tölz gedrückt.

Der berufliche Aufstieg des am 28. November 1926 geborenen Berliners begann Mitte der 50er Jahre bei der Lufthansa. Zuvor hatte er in Mainz und Berlin Rechtswissenschaften studiert. Die engen Beziehungen zur Familie Flick brachten den sportbegeisterten Manager Mitte der 60er Jahre zur Flick KG, wo er geschäftsführender Gesellschafter wurde. Von 1971 bis 1973 war er Generalbevollmächtigter des Verlegers und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender im Axel Springer Verlag in Berlin. 1973 folgte von Brauchitsch dem testamentarischen Wunsch des verstorbenen Friedrich Flick, als Gesellschafter in das Imperium am Rhein zurückzukehren. Dort kümmerte er sich fortan um die "Pflege der Bonner Landschaft" und versuchte, mit seinen Kontakten ein günstiges Klima für das Unternehmen zu schaffen. Das führte ihn schnurstracks in die Flick-Affäre, einen der größten Polit-Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Anfang der 80er Jahre flog auf, dass der Konzern Friedrich Karl Flicks etwa 26 Millionen D-Mark an Parteien, Stiftungen und zahlreiche Politiker verteilt hatte. Diese "Spenden" habe er zur "Pflege der politischen Landschaft" gegeben, sagte Flicks Generalmanager Eberhard von Brauchitsch. Bald kam jedoch der Verdacht auf, dass die Gelder auch flossen, um dem Konzern Steuerbegünstigungen aus einem Verkauf von Daimler-Benz-Aktien im Jahre 1975 zu verschaffen. Das Bundeswirtschaftsministerium genehmigte die Anträge auf Steuerbefreiung, weil die Wiederanlage des Verkaufserlöses von fast zwei Milliarden DM eine volkswirtschaftlich förderungswürdige Neuinvestition gewesen sei. Mittendrin waren der frühere Wirtschaftsminister Hans Friderichs und sein Nachfolger Otto Graf Lambsdorff (beide FDP). Lambsdorff trat im Juni 1984 zurück, Friderichs verlor seinen Posten als Chef der Dresdner Bank, Brauchitsch verließ den Flick-Konzern. Die Ex-Minister und der Manager wurden 1987 wegen Steuerhinterziehung beziehungsweise Beihilfe zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt. Eine Beeinflussung politischer Entscheidungen war vor Gericht ebenso wie in einem Untersuchungsausschuss des Bundestages nicht zu beweisen. dpa

Eberhard von Brauchitsch, Industriekapitän und zentrale Figur der Flick-Affäre
Manager mit besten Verbindungen: Eberhard von Brauchitsch.

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11.09.2010, 12:00 Uhr
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