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Telefonieren ohne Aufschlag

EU-Parlament besiegelt Aus für Roaming-Gebühren im Jahr 2017

Roaming-Gebühren sind innerhalb Europas ein Auslaufmodell: Das EU-Parlament beschloss gestern, dass von Mitte 2017 an die entsprechenden Aufschläge für Mobilfunkdienste im Ausland entfallen.

28.10.2015
  • KNUT PRIES

Straßburg In den vergangenen zehn Jahren hat die EU die Gebühren für das Telefonieren, Surfen und Simsen im Ausland dreimal gesenkt. Derzeit ist die Datenübermittlung im Schnitt mehr als 90 Prozent günstiger als 2007. Jetzt folgt die Schlussetappe: Vom Mai 2016 bis Mitte Juni 2017 ist noch ein geringer Aufschlag für eine Inlandsverbindung zulässig: für den ausgehenden Anruf maximal 5 Cent pro Minute (derzeit 19 Cent), 2 Cent statt 6 Cent pro SMS und 5 Cent statt 20 Cent pro Daten-Megabyte.

Während dieser Zeit wird man beim Grenzübertritt weiterhin mit der üblichen SMS-Nachricht informiert, was das Roaming genau kostet. Danach soll überall in der EU derselbe Tarif gelten wie zuhause. "Eine historische Errungenschaft", lobt der zuständige Vizepräsident der EU-Kommission Andrus Ansip.

Die Kommission und auch das Parlament hätten sich eine flottere Gangart gewünscht. Das war aber bei den Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten nicht durchsetzbar. Außerdem ist die Gebührenfreiheit nicht grenzenlos. Eine systematische Ausnutzung der unterschiedlichen Tarife gilt als Missbrauch und soll unterbunden werden. Wer sich also im Nachbarland eine billige Sim-Karte besorgt und die ständig in der Heimat benutzt oder wer dauerhaft im Ausland mit dem Discount-Vertrag von zuhause unterwegs ist, muss mit Aufschlägen oder Nutzungslimits rechnen. Wie das funktioniert, soll die Kommission noch ausarbeiten.

Der europäische Verbraucher-Dachverband BEUC beklagt "bedeutsame Schlupflöcher und Unsicherheiten". Einschränkungen für Vielreiser entsprächen nicht der zugesagten Roaming-Freiheit. Der Verband hegt auch Zweifel, ob die Großkunden-Regelung so rechtzeitig zustande kommt, dass der Termin für den Wegfall der Endkunden-Gebühren gehalten werden kann.

Unzufriedenheit gibt es auch mit der nun besiegelten Kompromiss-Regelung zum Reizthema Netz-Neutralität, einem weiteren Element des Internet-Pakets, das vom Parlament durchgewunken wurde. Zwar ist in der neuen Vorschrift grundsätzlich das Recht auf gleiche Verbindungsqualität garantiert, "ohne Diskriminierung, Beschränkung oder Störung, unabhängig von Sender oder Empfänger". Anbieter dürfen also nicht einfach gegen Aufpreis eine höhere Durchleitungsgeschwindigkeit verkaufen. Für bestimmte Spezialdienste - Internet-TV, Video-Konferenzen, Tele-Medizin - ist aber Vorrang statthaft, solange das nicht zu Lasten des allgemeinen Datenverkehrs geht.

Kontrovers ist vor allem eine Regelung zu Gratis-Diensten, die auch all denen zugänglich bleiben, die ihr persönliches, vertraglich vereinbartes und bezahltes Daten-Volumen ausgeschöpft haben. Verbraucherschützer sehen darin eine Bevorzugung von Internet-Riesen wie Facebook, Netflix oder YouTube.

EU-Parlament besiegelt Aus für Roaming-Gebühren im Jahr 2017
Von Mitte 2017 an werden beim Telefonieren am Mittelmeerstrand keine Zusatzgebühren mehr fällig. Foto: dpa

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28.10.2015, 12:00 Uhr
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