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Kriminalität

„Durchfall“: Gratis-Urlaub auf Mallorca

Briten fliegen mit der Masche auf, Lebensmittelvergiftungen vorzutäuschen und Geld zurückzuverlangen.

19.09.2017
  • DPA

Palma. Das Konzept der britischen Touristen war ebenso simpel wie gerissen: Während des Urlaubs auf Mallorca in die Apotheke gehen, ein Durchfallmittel kaufen, den Kassenbon aufbewahren und später in der Heimat behaupten, man habe sich beim Essen im Hotel eine Lebensmittelvergiftung eingefangen. Die Chance stand nicht schlecht, den gesamten Urlaub erstattet zu bekommen. Reiseveranstalter klagen jetzt zurück. Mit Erfolg.

Mindestens 50 Millionen Euro sollen die Durchfall-Betrüger auf Mallorca ergaunert haben. Bemerkt wurde der Betrug Anfang des Jahres wegen der 2016 um 700 Prozent gekletterten Zahl der Beschwerden.

Betrogen wurden vor allem All-Inclusive-Hotels und Unterkünften mit Halbpension, denn sie sind für eine Lücke im britischen Verbraucherschutzgesetz besonders anfällig. Demnach dürfen Touristen die Reiseveranstalter bis zu drei Jahre nach dem Urlaub für Erkrankungen haftbar machen, wenn diese vom Hotel verursacht wurden. Die Reiseveranstalter geben dann die Kosten des Schadenersatzes an die Hoteliers weiter.

Fragt man britische Urlauber im Küstenort Magaluf, wollen sie nichts von der Masche gewusst haben. „Nein, nein. Nie gehört“, stammelt eine junge Mutter im pinken Trägertop und mit Mallorca-Strohhut, bevor sie ihre Tochter hastig auf die andere Straßenseite zieht. Ein älteres britisches Ehepaar: „Sorry, da müssen Sie andere fragen!“ Und eilt weg.

Auf die Idee zum Betrug sind die Urlauber nicht unbedingt selbst gekommen. Anfang September wurden sechs Leute festgenommen, darunter eine bekannte britische Unternehmerin aus dem mallorquinischen Nachtleben. Ihnen wird vorgeworfen, Strohmänner vor den Hotels platziert zu haben, die die Touristen zu dem Betrug anstifteten.

Das zurückerstattete Geld wurde dann zwischen den Drahtziehern und den Touristen aufgeteilt. Mehrere Anwaltskanzleien sollen Reiseveranstalter mit Klagen geradezu überflutet haben.

Die britische Regierung will das Verbraucherschutzgesetz überarbeiten. Und der Reiseveranstalter Thomas Cook hat jetzt einen Prozess gegen einen Urlauber wegen falscher Schadenersatzforderungen gewonnen. Mit Folgen: Eine englische Kanzlei zog eine deftige Sammelklage von 3500 Urlaubern zurück. dpa

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19.09.2017, 06:00 Uhr
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