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Ermittlungen

Dubiose Geschäfte mit dem Tod

Ärzte in Brandenburg und Berlin sollen Schmiergeld für die Vermittlung von Leichen erhalten haben.

17.11.2017
  • ROLAND BECKER

Berlin. Drei Ärzte aus Brandenburg und Berlin sollen Leichen gegen Provision an einen Bestatter vermittelt haben. Entsprechende Beschwerden liegen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vor. Für jede Leiche sollen die Ärzte bis zu 300 Euro erhalten haben. Ein Bestatter in Hellersdorf soll die Ärzte des Leichenschaudienstes dafür gezielt angeschrieben haben.

Angehörige und Hinterbliebene seien von den Ärzten massiv unter Druck gesetzt worden, heißt es. Laut der KV geht es um bis zu 30 Leichen, die der Bestatter auf diesem Weg erhalten haben soll: „Ein solches Verhalten wäre unter keinem Gesichtspunkt zu tolerieren.“ Zuerst hat der RBB darüber berichtet.

Einer der Beschuldigten ist nach Information dieser Zeitung ein AfD-Politiker, der in Hennigsdorf (Oberhavel) als Arzt arbeitet. Im September hat er bei der Bürgermeisterwahl in seinem Heimatort 21,7 Prozent der Stimmen erhalten. Auch im Orts- und Kreisverband seiner Partei nimmt er führende Positionen ein. Er selbst sagt über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Genau das werden die Untersuchungen ergeben.“

Inzwischen wittert die AfD eine Intrige gegen die Partei. Es gehe darum, einen ihrer Leute auf anonymen Weg zu belasten, sagte der AfD-Kreisvorsitzende Andreas Galau. Er sprach von „unbewiesenen Anschuldigungen“.

Derweil hat die Berliner Ärztekammer Ermittlungen gegen die Ärzte eingeleitet, bestätigte Kammersprecher Sascha Rudat. In dem Fall seien schon Zeugen gehört worden. Sollten sich strafrechtlich relevante Erkenntnisse ergeben, werde Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet.

Auch der Korruptionsbeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung geht mehreren Hinweisen nach. Die KV hatte alle mit der Leichenschau befassten Ärzte schon im Mai per Brief „aus gegebenem Anlass“ darauf hingewiesen, dass „die Bewerbung und Vermittlung von Beerdigungsinstituten im Rahmen des Leichenschaudienstes nicht akzeptiert werden kann.“ Ein Verstoß kann bis zum Entzug der ärztlichen Zulassung reichen.

Vonseiten der Berliner Staatsanwaltschaft hieß es am Donnerstag, dass der Behörde der Fall noch nicht bekannt sei. Der RBB beruft sich in seinem Bericht auch auf Kollegen der drei Beschuldigten sowie weitere Zeugen. Roland Becker

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17.11.2017, 06:00 Uhr
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