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Drucken ist mehr als nur ein Abbild

21.11.2017

Die Geschichte, wie sich das Drucken im Verlauf der Jahrhunderte entwickelt hat, lädt uns auf eine spannende Zeitreise ein. Im beruflichen Umfeld, im Alltag ist das Drucken von wichtigen Unterlagen oder Gebrauchsanleitungen selbstverständlich. Die Technologie entwickelt sich ständig weiter und verblüfft uns immer wieder mit neuen Möglichkeiten.

3D-Druck war früher undenkbar. Heute ist er aus der Medizin, dem reproduzierenden Gewerbe oder dem Haushalt nicht mehr wegzudenken. Die Druckerei Medieninsel in der Nähe von Tettnang beliefert nicht nur die Bodensee-Region sondern auch deutschlandweit, denn das Ausbreiten einer Zeitung oder eines Magazins ist trotz des anhaltenden E-Book-Booms nicht aus der Mode gekommen. Trotz der wachsenden Online-Angebote greifen knapp 44,6 Millionen Deutsche mehrmals in der Woche nach ihrer gewohnten Morgenlektüre und schätzen das vertraute Format. Es ist nicht abzustreiten, dass die Höhe der Auflage bei vielen Printmedien zurückgegangen ist. Andererseits, bei 323 Tageszeitungen ist es nicht einfach, sich gegen die Konkurrenz zu behaupten.

Die Anfänge des Buchdrucks

Nicht erst Gutenberg hatte im 15. Jahrhundert für Aufsehen gesorgt. Bereits im alten Rom, aber auch in Babylon oder in Ostasien war man mit gedruckten Büchern vertraut und wertschätzte diese sehr. Die ältesten Bücher wurden mit dem Blockdruckverfahren hergestellt. Dabei wurde jede Seite direkt in einen hölzernen Druckstock geschnitten und anschließend abgezogen.

Bewegliche Lettern aus Holz oder Metall waren bereits bekannt. In Asien gab es jedoch keinen Massendruck, wie ihn dann Johannes Gutenberg ermöglichte. Der Drang der Menschen, sich zu verewigen oder wichtige Erkenntnisse schriftlich festzuhalten, zieht sich durch die Geschichte wie ein kostbarer roter Faden. Nicht jedem war es allerdings vergönnt, das Schreiben zu erlernen. Nur wer privilegiert war, durfte sich in der Tugend des Schreibens und Lesens üben. Es war die mühsame Arbeit der Mönche Bücher abzuschreiben und auf diese Art zu vervielfältigen. Sie saßen wochenlang, monatelang hinter kalten Mauern, um das mühselige Abschreiben zu bewältigen.

Viele Berufe ergaben sich aus der Verschriftlichung. So gab es sogenannte Briefmaler und die Kartenmacher, denen Briefdrucker und Formschneider folgten. Die bildliche Darstellung, die diese Spezialisten von einst perfekt beherrschten, dominierte bereits im frühen 13. Jahrhundert, und zog die Aufmerksamkeit der Menschen an. Der Wert dieser Bücher war damals bereits unabsehbar.

Gutenbergs bahnbrechende Erfindung

Johannes Gutenberg beschäftigte sich mit Möglichkeiten, den Buchdruck zu vereinfachen und vor allem Werke zu vervielfältigen. So schaffte er es, Drucklettern herzustellen und druckte sogar Ablassbriefe, einstiger Vermutungen zum Trotz, nicht durch die Verwendung von Holztafeln gedruckt worden sind. Die Annahme, dass er Typenstempel aus Holz geschnitten, sie in Sand abgeformt und danach gegossen hat, liegt nahe. Das Material erschien ihm aber unzulänglich.

Gutenberg ließ sich von Rückschlägen nicht entmutigen und feierte mit knapp 60 Jahren seinen Durchbruch. 1455 druckte er mit Hilfe der beweglichen Lettern die erste Bibel. Heute wird er als Erfinder des Buchdrucks gehandelt, der eine damals kaum absehbare Entwicklung des modernen Buchdrucks und der verschiedenen Verfahren in einer Druckerei ausgelöst hat.

Papier als wesentliches Element

Die Grundlage, um Bücher zu drucken oder Zeitungen herauszugeben, ist Papier. Nicholas-Louis Robert gelang es 1798 eine Papiermaschine herzustellen. Aber es gab noch eine ganze Reihe weiterer Erfindungen, die die heutige Herstellung im wahrsten Sinn des Wortes geprägt haben. Drucktechniken wie der Holzstich oder der Kupferstich haben großen Einfluss auf die kulturelle Entwicklung. Hier zeigte sich auch die Kunstfertigkeit.

Die weltlichen Bürger hatten Spielkarten. Papier ist heute ein universelles Produkt, das zur Herstellung von Toilettenpapier, Küchentüchern, aber auch Büchern, Zeitschriften oder Einladungskarten und Schulhefte verwendet wird. Wie sähe unser Alltag aus, wenn es kein Papier gäbe? Eine seltsame Vorstellung, die veranschaulicht, wie selbstverständlich manches ist.

Blaudruck auf Textilien

Nicht nur Papier kann bedruckt werden. Der Blaudruck ist ein Färbeverfahren, bei dem auf blauem Leinen oder Baumwolle weiße Muster entstehen. Der sogenannte Reservedruck basiert auf einem Druckverfahren, bei dem die Stoffe mit Schutzmassen bedruckt werden und mit Indigo gefärbt werden. Das blauweiße Dekor wurde im 18. Jahrhundert unter der Bezeichnung Porzellandruck bekannt. Seit 2016 ist der Blaudruck von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe in Deutschland anerkannt. Alternativ wird bei einem Direktdruck die Farbe mit dem Druckstock auf den Stoff gedruckt.

Erst das Entwicklungsbad schafft das bekannte namensgebende strahlende Blau. Das Handwerk des Blaudruckers ist mittlerweile fast vom Aussterben bedroht. Schade, denn die lebendigen Farben und das außergewöhnliche Handwerk, das vielerorts von Generation zu Generation vererbt wird, hat viele begeisterte Anhänger. Das Model ist die Bezeichnung für die typischen Schablonen, die beim Blaudruck zum Einsatz kommen. Gedruckt wird meist per Hand. Die Modeln bestanden ursprünglich aus dem Holz des Buchsbaum, später dann aus Birnbaumholz. In einer tiefen Küpe, einem Färbebottich, wird der Stoff eingetaucht und findet je nach Anzahl der Tauchgänge seinen späteren Farbton.

Entscheidend für den Erfolg dieser herrlichen Stoffe sind die Rezepte. Diese sind gut behütete Betriebsgeheimnisse. Bevorzugte Stoffe für den Blaudruck sind Leinen oder Halbleinen. Die Muster variieren je nach Region oder Tradition, wobei auch Blumenmuster, Jagdmotive und Bordüren als schmückendes Beiwerk dienen. Die sorbische Tracht ist ein typisches Kleidungsstück, das mit dem Blaudruck bearbeitet wird. Dabei werden die kunstvoll verarbeiteten Schürzen an der Vorder- und Rückseite mit verschiedenen Mustern bedruckt.

3D-Druck für Prototypen und Modelle

Sorgte vor Jahrhunderten allein die Tatsache, dass man etwas drucken kann, schon für Furore, ist die Technologie heute nicht minder spannend und eindrucksvoll. Beim 3D-Druck wird das Material mittels CAD, einem computergesteuerten Verfahren, Schicht für Schicht aufgetragen. So entstehen dreidimensionale Werkstücke aus Kunstharzen, Keramik, Metall oder Kunststoff. Vor allem in der Forschung oder der Industrie werden 3D-Drucker genutzt.

Ursprünglich leisteten 3D-Drucker für die Fertigung von Modellen und Prototypen wertvolle Dienste. Anders als beim Spritzgussverfahren punktet der 3D-Druck durch den entfallenden Aufwand bei der Herstellung von Formen oder dem zeitaufwändigen Wechsel der Formen. Interessantes Detail am Rande: Die Bauhütte von der Sagrada Família verwendet 3D-Drucker und fertigt Modelle der außergewöhnlichen architektonischen Formen des Ausnahmekünstlers Antonio Gaudí an.

Der 3D-Druck unterstützt die Herstellung von Prototypen und Modellen in Kunst, Design sowie im Maschinen- und Automobilbau und der Architektur. Die Luft- und Raumfahrtindustrie, Bioprinting und die Medizin- und Zahntechnik profitiert vom 3D-Druck für die Serienfertigung.

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21.11.2017, 13:33 Uhr
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