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Schramberg/Offenburg/Winnenden

Drohungen per E-Mail: Schulen und Krankenhaus durchsucht

Zwei Amokdrohungen gegen Schulen und eine Drohung gegen ein Krankenhaus haben in Baden-Württemberg einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.

28.11.2017
  • dpa/lsw

Schramberg/Offenburg/Winnenden. Sie gingen am Dienstagmorgen in Gymnasien in Schramberg (Kreis Rottweil) und Offenburg sowie in einer Klinik in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) per E-Mail ein. Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Nach mehreren Stunden konnten die Beamten ihre Einsätze nach und nach beenden. Gefunden wurde bei den Durchsuchungen der Gebäude nichts, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. In Schramberg dauerte die Polizeiaktion am längsten. Dort gab es erst am Mittag Entwarnung. «Die Amok- oder Gefahrenlage hat sich nicht bestätigt», teilte die Polizei mit.

Schüler und Lehrer hatten sich zunächst in den Klassenräumen in Sicherheit gebracht und eingeschlossen, als die E-Mail in der Schramberger Schule, die von Hunderten Kindern und Jugendlichen besucht wird, eingegangen war. Nachdem die Polizei die Erlaubnis dazu gegeben hatte, brachten Busse die Schüler in eine nahe gelegene Sporthalle. Dort konnten die Eltern ihre Kinder abholen. Viele waren bereits zuvor zur Schule gefahren.

Eine Frau, deren Nichten in dem Gymnasium waren, sagte der Zeitung «Schwarzwälder Bote» während des Einsatzes: «Wir machen uns Sorgen, weil wir keine Info haben, nicht genau wissen, was los ist. Mir gehts es gerade schlecht.» Eine Schülerin nannte die Situation «sehr beängstigend».

Ein Polizeisprecher sagte, die Schule habe sehr gut reagiert. Auch der Einsatz der Sicherheitsbehörden sei hervorragend gelaufen. Alleine in Schramberg waren mehr als 100 Polizisten, darunter viele mit schwerer Ausrüstung, im Einsatz.

Die Polizei untersuchte auch eine Drohung gegen ein Krankenhaus in Winnenden (Rems-Murr-Kreis). Per E-Mail sei am Morgen mit einem gefährlichen Gegenstand gedroht worden, teilte die Polizei in Aalen mit. Genauere Angaben dazu gab es nicht. Bei einer Durchsuchung wurde nichts gefunden. Die Ermittlungen hätten keinen ernsthaften Hintergrund ergeben. Während des Einsatzes sorgte ein Fehlalarm der Brandmeldeanlage für weitere Irritationen, die Feuerwehr rückte an.

Ob zwischen den verschiedenen Drohungen ein Zusammenhang besteht, war zunächst unklar. Eine weitere Droh-E-Mail ging am Morgen an einer Schule im hessischen Bad Neuheim ein und löste einen Polizeieinsatz aus. Auch dort gab es keine ernsthafte Bedrohung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Rottweil wird eine Droh-E-Mail als Störung des öffentlichen Friedens durch Androhen einer Straftat verfolgt.

Im Juli hatte in Esslingen ein Amok-Alarm für einen Großalarm gesorgt. Dort hatten Schüler von einem Mann mit einer Schusswaffe berichtet, der in der Schule gewesen sein soll. In Ulm gab es in den vergangenen Monaten zwei Amok-Fehlalarme.

Nachdem 2009 bei einem Amoklauf an einer Realschule in Winnenden 14 Menschen ums Leben gekommen waren, hatten die Schulen in Baden-Württemberg ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft und einen Krisenplan für den Ernstfall entworfen.

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28.11.2017, 10:58 Uhr | geändert: 28.11.2017, 15:20 Uhr
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