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Schießerei in Mexiko: Jagd auf "El Chapo"

Drogenboss entkommt nur knapp seinen Verfolgern

Nach seinem Gefängnisausbruch ist Mexikos Militär dem Chef des Sinaloa-Kartells dicht auf den Fersen. Jetzt wurde "El Chapo" Guzmán verletzt. Er hält sich offenbar in seiner Heimatregion versteckt.

19.10.2015
  • LAURENT THOMET, AFP

Cosalá Der berüchtigte mexikanische Drogenbaron Joaquín "El Chapo" Guzmán ist unter dramatischen Umständen erneut seinen Verfolgern entkommen. Der im Juli aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochene Chef des Sinaloa-Kartells habe sich bei einem Zugriffsversuch an einem Bein und im Gesicht verletzt, sagte ein Regierungssprecher. Guzmán konnte entkommen, als Soldaten sein Versteck auf einer Ranch in den Bergen von Sinaloa angriffen. Guzmán sei "einmal oder mehrere Male gestürzt", als er in dem felsigen Gebiet flüchtete. "Da er wusste, dass die Festnahme gelingen könnte, floh er in die Berge." Der Festnahmeversuch sei vor etwa einer Woche im Grenzgebiet der Bundesstaaten Sinaloa und Durango erfolgt.

Die Suche nach Guzmán hatte sich nach Hinweisen ausländischer Geheimdienste in den vergangenen Wochen auf den Nordwesten Mexikos konzentriert. Dabei waren die Verfolger dem 58-jährigen Drogenbaron bereits dicht auf den Fersen: Guzmán habe "in aller Eile" die Flucht ergriffen, hieß es. Seine Verletzungen seien aber "nicht das Ergebnis einer direkten Konfrontation". Die Regierung machte keine Angaben dazu, wie schwer Guzmáns Verletzungen sind - und wie sie überhaupt davon erfuhr.

Laut US-Sender NBC News hatte sich Guzmán auf einer Ranch nahe der Ortschaft Cosalá versteckt. Die Fahnder waren ihm auf die Spur gekommen, weil US-Ermittler Mobilfunksignale abgefangen hatten. Die Ranch sei daraufhin von mexikanischen Marineinfanteristen in Helikoptern angegriffen worden. Die Soldaten gaben den Festnahmeversuch aber auf, weil sie von Guzmáns Leuten beschossen wurden.

Laut NBC flüchteten Guzmán und seine Bewacher anschließend mit Geländewagen. Als die Soldaten das Gelände später zu Fuß durchsuchten, fanden sie Funkgeräte, Handys und Medikamente.

Bereits am 30. Juli sollen Marineinfanteristen in der Stadt Los Mochis dem Drogenboss ganz dicht auf den Fersen gewesen sein. Aber auch damals entwischte er seinen Verfolgern. Aufgrund von abgehörten Telefongesprächen durch mexikanische und US-Geheimdienste vermutet die Marine den Chef des Sinaloa-Kartells schon länger in seiner Heimatregion.

Nach einem Bericht der Zeitung "El Universal" sollen bei der Suche in Anwesen von Angehörigen 33 Luxusautos, Pick-ups, Motorräder und Dokumente gefunden worden seien. Angehörige sollen bis zu sechs Handys für die Kommunikation untereinander einsetzen. Mit Drohnen, Helikoptern, Fallschirmjägern und Straßensperren soll nun versucht werden, El Chapo in dem Gebiet einzukreisen. "El Universal" spekulierte, dass es für ihn schwierig sein dürfte, einen vertrauenswürdigen Arzt zu finden.

Guzmán war 1993 bereits einmal in Guatemala festgenommen worden. 2001 gelang ihm aber die Flucht aus einem Gefängnis im Westen Mexikos. Als er den Behörden 2014 nach 13-jähriger Fahndung erneut ins Netz ging, lehnte Präsident Enrique Pe·a Nieto eine Auslieferung an die USA ab. Inzwischen wurden jedoch Vorbereitungen dafür getroffen, dass er nach einer neuerlichen Festnahme an die USA ausgeliefert werden kann.

Die spektakuläre Flucht des Drogenbosses im Juli aus dem Hochsicherheitsgefängnis Altiplano durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel hatte die mexikanische Regierung in große Erklärungsnot gebracht. Ein am Mittwoch vom TV-Sender Televisa veröffentlichtes Überwachungsvideo zeigt, dass sich die Wärter offenbar unwissend stellten: So waren vor dem Ausbruch laute Klopfgeräusche aus Guzmáns Zelle zu hören, nach seiner Flucht brauchten die Wachen ganze 40 Minuten, bis sie in die Zelle eindrangen. Nach der Flucht im Juli nahmen die Behörden 13 Verdächtige fest, darunter Wachleute und Verantwortliche des Gefängnisses sowie die damalige Leiterin der mexikanischen Gefängnisverwaltung.

Drogenboss entkommt nur knapp seinen Verfolgern
Gejagt: Der Drogenboss "El Chapo". Foto: afp

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19.10.2015, 12:00 Uhr
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