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Dressur-Dominanz ist zurück
Grazile Vorstellung: Mit der tagesbesten Leistung machte Isabel Werth den Olympiasieg fürs Team perfekt. Foto: dpa
Deutsche Equipe reitet unangefochten zu Gold – Werth setzt sich Denkmal

Dressur-Dominanz ist zurück

Deutschland hat zum 13. Mal seit 1928 olympisches Mannschaftsgold gewonnen, Isabell Werth ist die erfolgreichste Reiterin der Olympia-Geschichte.

13.08.2016
  • MANUELA HARANT

Rio de Janeiro. Isabell Werth ballte die Faust. Befreit lächelnd ritt die 47 Jahre alte Reiterin aus dem Dressurviereck und feierte mit dem deutschen Team in Rio de Janeiro die sechste Goldmedaille in ihrer beispiellosen Karriere. Dadurch ist sie die erfolgreichste Reiterin der Olympia-Geschichte. Schon während des Rittes im Grand Prix Special gestern musste sie immer wieder lächeln. „Es ist heute optimal gelaufen. Heute war der Tag der Tage. Alles hat geklappt“, sagte die 47-Jährige aus Rheinberg. „Da darf auch ein Lächeln abfallen.“

Sie überholte in der Rekordliste die 1999 verstorbene Dressur-Legende Reiner Klimke. „Ich habe lieber eine Goldmedaille weniger und eifere meiner Oma mit 102 Jahren nach“, sagte Werth, die den Rekord „nicht so wichtig“ nimmt. Aber dass sie die Goldmedaillen mit drei unterschiedlichen Pferden gewonnen habe, „das macht mich stolz und ist mehr wert als vieles anderes“.

Die ersten Jubelschreie gab es schon vor dem letzten Ritt der Konkurrenz. Die deutsche Mannschaft feierte ihr Olympia-Gold bereits, als die Britin Charlotte Dujardin mit Valegro einritt. So überlegen war das Team, dass der Sieg vorzeitig feststand.

Werth ritt mit Weihegold eine starke Runde und erhielt die Tageshöchstwertung. Sie sicherte sich den Sieg zusammen mit Kristina Bröring-Sprehe aus Dinklage mit Desperados, Dorothee Schneider aus Framersheim mit Showtime und Sönke Rothenberger aus Bad Homburg mit Cosmo. Silber holte Großbritannien. Bronze ging an die USA.

Werth hat bei fünf Olympia-Teilnahmen seit 1992 nun sechsmal Gold und dreimal Silber gewonnen. Sie überflügelte Klimke, der sechsmal Olympiasieger war und dreimal Bronze holte. Die Profi-Reiterin sagte zum Vergleich mit Klimkes Erfolgen: „Es hört sich vielleicht blöd an, aber für Statistiken habe ich wenig übrig.“

Begonnen hat die glänzende Karriere von Werth vor 24 Jahren in Barcelona. Gigolo trug die damals 23-Jährige zur ihrer ersten Goldmedaille mit der Mannschaft. Vier Jahre später in Atlanta gab es sogar Doppel-Gold. Den bisher letzten Olympiasieg feierte Werth 2008 in Hongkong mit dem Team. „Die Goldmedaille war zu lange in britischer Hand“, kommentierte Werth augenzwinkernd. 2012 war die Siegesserie der deutschen Dressur gerissen, in London hatten erstmals die Briten gewonnen. Bis dahin hatte es für deutsche Mannschaften nach 1972 bei jedem Start Gold gegeben.

„Ich freue mich riesig“, sagte Rothenberger nach seinem Ritt. Der Olympia-Neuling war mit seinem Debüt zufrieden: „Ich habe das jüngste Pferd im Starterfeld. Cosmo hat gezeigt, wenn er noch reift, kann er in der Weltspitze mitmischen.“ Nur kleine Fehler zeigte Schneider. Die 47-Jährige aus Framersheim zeigte mit Showtime eine starke Leistung. „Ich bin ergriffen“, kommentierte sie ihren Ritt: „Ich habe mich grandios gefühlt.“ Ihr zehnjähriger Wallach sei „sehr motiviert und wach“ gewesen. Bevor Werth den Sieg perfekt machte, ritt Bröring-Sprehe mit Desperados einen sicheren Special.

Eine weitere Medaillenchance gibt es am kommenden Montag. In der Kür mit Musik kann Werth ihre Sammlung an Olympia-Plaketten erweitern. Favoritin im Einzel ist allerdings Charlotte Dujardin mit Valegro – obwohl sie gestern mit ein paar heftigen Patzern nur die zweitbeste Wertung erhielt.

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13.08.2016, 06:00 Uhr
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