Noch einmal: Wolfgang Ischinger

Dreist gelogen

Warum Mitstreiter des Friedensplenums am 15. April den Sicherheitsstrategen Wolfgang Ischinger niedergebrüllt haben – und warum sie das besser gelassen hätten.

17.04.2010

Ischingers Vortrag wurde nicht nur gestört, weil er „im Rahmen einer Veranstaltung zur Sicherheitspolitik stand“. Der Protest richtete sich auch gegen seine Person, vor allem als Leiter der Münchner NATO-“Sicherheitskonferenz“, wo internationale Sicherheitspolitiker vorgeblich den „Frieden durch Dialog“ mit Militärs und Rüstungsindustriellen fördern.

Zudem wurde er aufgefordert, zu verschiedenen Mitgliedschaften Stellung zu nehmen. Auf die Bilderberger angesprochen, meinte er: „Was habe ich damit zu tun?“ Später musste er zugeben, „zwei Mal oder so“ an Konferenzen teilgenommen zu haben, was aber dreist gelogen war. Tatsächlich verdankt er seine Karriere dem „Young Leaders“-Programm des „American Council on Germany“, zu dessen „Directors“ Bilderberger wie der Kriegsverbrecher Henry Kissinger gehören.

Er ist Mitglied bei einigen von Bilderbergern gegründeten Organisationen wie der „Trilateralen Kommission“ und dem „American Institute for Contemporary German Studies“ und besucht seit Jahren die sich komplett demokratischer Kontrolle entziehenden Bilderberg-Konferenzen – angeblich „private“ (dennoch durch Steuergelder finanzierte!) Veranstaltungen, wo sich Jahr für Jahr, abgeschirmt durch Geheimdienste, Polizei und Miltär, eine selbst ernannte Elite aus Industrie, Politik und Medien trifft.

Was dort besprochen wird, tritt trotz der Anwesenheit von Vertretern der führenden Medienkonzerne, die sich wie alle Teilnehmer zum Schweigen verpflichten, nicht an die Öffentlichkeit. Schon die Lügen Ischingers zeigen, dass das, was in diesen elitären Zirkeln verhandelt wird, kaum im Sinne der Demokratie sein dürfte!

Matthias Rude, Tübingen

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Erstellt:
17. April 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
17. April 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. April 2010, 12:00 Uhr

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