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Drei Straßenprojekte im Landkreis könnten bis zum Jahr 2030 gebaut werden
Ende der Engpässe in Sicht

Drei Straßenprojekte im Landkreis könnten bis zum Jahr 2030 gebaut werden

Der Schindhaubasistunnel, die neue B 27 zwischen Nehren und Bodelshausen sowie die Ortsumfahrung Unterjesingen – sie alle haben gute Chancen, in den nächsten anderthalb Jahrzehnten gebaut zu werden. Das geht aus dem Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan hervor, der gestern in Berlin vorgestellt wurde. Auf dem Abstellgleis steht dagegen die Gäubahn.

17.03.2016
  • Eike Freese/ Gernot Stegert

Kreis Tübingen. Lange haben die Akteure in der Region auf den
Bundesverkehrswegeplan gewartet. Gestern hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt einen Entwurf vorgelegt, der noch durch eine sechs Wochen dauernde Bürgerbeteiligung gehen soll (ab 21. März) und dem auch das Kabinett noch zustimmen muss. Im Entwurf sind die drei aus dem Landkreis Tübingen angemeldeten Straßenprojekte enthalten:

Der B27-Bauabschnitt zwischen Nehren und Bodelshausen wurde in die höchste Kategorie „vordringlicher Bedarf mit Engpassbeseitigung“ eingestuft (siehe Infokasten). Wichtig für die Verwirklichung ist auch ein berechnetes Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV). Dies ist mit der Ziffer 5,1 sehr groß. Auch wird dem B27-Abschnitt eine hohe städtebauliche Bedeutung beigemessen.

Der Schindhaubasistunnel für die B27 bei Tübingen, um die Südstadt vom Verkehr zu entlasten, ist in die zweite Kategorie „vordringlicher Bedarf“ aufgenommen. Es hat einen hohen NKV-Faktor von 4,8.

Die B28-Ortsumfahrung Unterjesingen findet sich ebenfalls in der zweiten Kategorie. Sie hatte das Land erst nachträglich angemeldet. Bei ihr liegt eine Machbarkeitsstudie, aber noch keine Planung zugrunde. Nutzen und Kosten werden mit 2,8 bewertet.

Die Gäubahn, die wichtigste Zugverbindung zwischen Stuttgart und der Schweiz – über den Schienenknoten Horb – ist noch nicht einmal in der vierten Kategorie. Sie hat keine Chancen auf Ausbau.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Annette Widmann-Mauz, teilte mit: „Der Bundesverkehrswegeplan enthält sehr gute Nachrichten für unsere Region.“ Das sei ein klarer Auftrag an die Planungsbehörde im Land, die Ausbauplanungen jetzt umgehend dem Bund zuzuleiten.

Auch der Tübinger SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann freut sich, dass alle drei geplanten Verkehrsprojekte entlang der B27 im vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans 2030 priorisiert wurden. „Nach jahrelangem Warten haben wir für diese wichtige Verkehrsachse in unserer Region endlich eine klare Perspektive.“ Nicht nachvollziehen kann Rosemann dagegen, warum der Schindhaubasistunnel nicht unter Engpassbeseitigung falle und keine hohe Bewertung bei der städtebaulichen Bedeutung bekommen habe. Hier müsse das CSU-geführte Verkehrsministerium nachbessern.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer war gestern auf TAGBLATT-Nachfrage „sehr überrascht“ über die Einordnungen der Projekte: „Ich kann die Logik nicht erkennen.“ Dass der Schindhaubasistunnel und die Unterjesinger Ortsumfahrung in der gleichen Kategorie sind, „ist nicht sachgerecht“. Für Unterjesingen gebe es noch keinerlei Planung. Auch dass der Schindhautunnel hinter Bodelshausen rangiere, könne er nicht nachvollziehen. Palmer sagte: „Wenn es einen Engpass gibt, dann hier.“ Der OB will nun rasch den Gemeinderat eine Stellungnahme dazu abgeben lassen und nach Berlin schicken.

Äußerst erfreut zeigte sich gestern der Unterjesinger Ortsvorsteher Michael Rak(CDU). „Wir sind jetzt zurück im Bundesverkehrswegeplan“, nachdem die Ortsumfahrung früher schon mal drin gewesen sei. Der Autoverkehr durch Unterjesingen habe stetig zugenommen – trotz Bahn, Bus und Rad. Rak dankte allen, die sich für die Aufnahme eingesetzt haben. Denn: „Die Projekte in diesem Plan gelten als finanziert, sind realistisch.“ Wie die Ortsumfahrung aussehen wird, legt der Bundesverkehrswegeplan noch nicht fest. Für Rak aber ist klar: „Ich gehe von einer Tunnelversion aus.“

„Das ist schon ein Durchbruch“, sagt Ofterdingens Bürgermeister Joseph Reichert. Nur noch in Ofterdingen führt die B27 direkt durchs Ortsgebiet. Die geplante vierspurige Umfahrung, die so genannte Endelbergtrasse, würde den Ort enorm vom Verkehr entlasten. „Da bieten sich dann auch städtebaulich völlig neue Möglichkeiten“, so Reichert. Vorschnell möchte sich der Rathauschef aber nicht freuen: „Jetzt müssen, etwa im Regierungspräsidium, auch die personellen Kapazitäten geschaffen werden, damit die Planung schnell vorangeht.“ Der Vorentwurf habe sich aufgrund solcher Engpässe erheblich verzögert.

Die Gemeinde Bodelshausen liegt ganz am südlichen Ende des Landkreises. Jeden Morgen bilden sich auf der B27 lange Staus von Pendlern Richtung Tübingen und Stuttgart. „Bislang wird da jeden Morgen bares Geld vernichtet“, sagt Bürgermeister Uwe Ganzenmüller. Die aktuelle Botschaft aus Berlin macht ihn „gottfroh“ – denn Verkehrsminister Dobrindt sichere im neuen Plan die Finanzierung und Umsetzung bis 2030 fest zu. „Das ist eine Sicherheit, die auch die Unternehmen in der Region gebraucht haben“, so Ganzenmüller. „Die B27 ist der zentrale Standortfaktor für unsere Region.“

Informationen zum Bundesverkehrswegeplan

Das Bundesverkehrsministerium hat gestern den Referenten-Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 veröffentlicht – mit vielen Monaten Verspätung. Der Plan legt die Investitionsschwerpunkte,

die Bedürfnisse und die Ausrichtung der Bundesverkehrswegeplanung

bis 2030 fest. Er hat vier Kategorien. Neu ist der „vordringliche Bedarf zur Engpassbeseitigung“ als höchster Rang noch vor dem „vordringlichen Bedarf“. Es folgen der „weitere Bedarf mit Planungsrecht“ und der einfache „weitere Bedarf“, wie es im Planerdeutsch heißt. Erst wenn Bauvorhaben im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgeführt sind, ist deren Realisierung in den nächsten 15 Jahren möglich. Die Priorität der Projekte ist darin festgeschrieben. Wann diese jedoch umgesetzt werden, hängt von weiteren Kriterien wie Nutzen-Kosten Verhältnis (NKV), Engpassbeseitigung, städtebauliche Beurteilung, umwelt- und naturschutzfachliche Beurteilung, Planungsstand sowie den verfügbaren Finanzmitteln ab.

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17.03.2016, 01:00 Uhr
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