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Saudi-Arabien

Dramatischer Machtkampf

Das Königshaus lässt Minister und Geschäftsleute verhaften, um den Kronprinzen zu stärken.

06.11.2017
  • MARTIN GEHLEN

Riad. Das Vorgehen des Königshauses trägt Züge eines Shakespeare-Dramas. Noch nie in seiner Geschichte erlebte Saudi-Arabien eine solch spektakuläre Verhaftungs- und Entlassungswelle wie an diesem Wochenende. Mindestens elf Mitglieder der Königsfamilie, vier gegenwärtige Minister sowie Dutzende ehemalige Minister wurden in der Nacht zum Sonntag festgenommen, darunter der reichste Mann des Landes, Prinz Al-Waleed bin Talal.

Privatflugzeuge erhielten Startverbot, um die Flucht von weiteren Gesuchten zu verhindern. Das Hotel Ritz-Carlton in Riadh wurde geräumt, weil es die etwa 50 prominenten Gefangenen vorerst aufnehmen soll. Auch der langjährige Chef der Nationalgarde, Prinz Miteb, ein Sohn des im Januar 2015 verstorbenen Königs Abdullah, wurde entlassen und eingesperrt, zusammen mit seinem Bruder Prinz Turki, dem ehemaligen Gouverneur von Riad.

Diese rabiate Strategie offenbart die Handschrift von Kronprinz Mohammed bin Salman, der in nächster Zeit seinen betagten Vater an der Spitze des Königreiches beerben sowie weitreichende politische, soziale und wirtschaftliche Reformen durchsetzen will. Im Vorfeld des geplanten Wechsels möchte der 32-Jährige offenbar möglichst viele interne Kritiker in den Reihen der Königsfamilie zum Schweigen bringen und den Einfluss der einheimischen Geldoligarchen beschneiden.

„Eine neue Ära der Transparenz“

Neben Prinz Al-Waleed bin Talal, dessen Vermögen auf 18 Milliarden Dollar geschätzt wird, wurden auch der Vorstandsvorsitzende der Bin-Laden-Gruppe verhaftet, der frühere Chef des saudischen Staatsfonds sowie der ehemalige Generaldirektor von Saudi Arabian Airlines. Al-Waleed bin Talal besitzt Anteile an Twitter, Citigroup und Apple. Zu seinem Vermögen gehören auch Teile der Hotelketten Four Seasons, Fairmont und Mövenpick. Festgenommen wurden zudem die Chefs von drei großen saudischen TV-Sendern.

Wenige Stunden vor der Massenverhaftung hatte König Salman per Dekret eine „Kommission gegen Korruption“ etabliert mit Kronprinz Mohammed an der Spitze. Das neue Gremium, das „das öffentliche Vermögen schützen und korrupte Leute bestrafen soll“, besitzt weitreichende Vollmachten. Es kann Festnahmen veranlassen, Reisebeschränkungen verfügen und Vermögen beschlagnahmen.

Nach saudischen Medienberichten wurde umgehend ein erstes Ermittlungsverfahren eröffnet gegen Verantwortliche in Dschidda, wo 2009 wegen veruntreuter Gelder für Kanalbauten eine verheerende Regenflut mehr als 120 Menschen in den Tod riss. „Damit läutet das Königreich eine neue Ära und Politik der Transparenz, Klarheit und Verantwortlichkeit ein“, erklärte der saudische Finanzminister Mohammed al-Jadaan.

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06.11.2017, 06:00 Uhr
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