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Frankreich

Drama im Elsass: Ärzte lassen Ältere über 80 Jahre sterben

Die Zahl der schwerkranken Corona-Patienten übersteigt die vorhandenen Behandlungsmöglichkeiten. Die Regierung in Paris bittet die Bundeswehr um Hilfe.

27.03.2020

Von DPA/AFP

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (rechts) besucht ein Lazarett in Mulhouse. Er kündigt eine Militäroperation gegen das Virus an. Foto: Mathieu Cugnot/EPA Pool/AP/dpa

Angesichts der Corona-Pandemie spitzt sich die Lage im Elsass zu. Das berichten Tübinger Katastrophenmediziner, die vor Ort waren. Demnach arbeiten Mediziner an der Uniklinik Straßburg mit Corona-Patienten, selbst wenn sie selbst infiziert sind. Zudem würden Patienten, die älter als 80 Jahre sind, nicht länger beatmet. Stattdessen erfolge „Sterbebegleitung mit Opiaten und Schlafmitteln“, schreiben die Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin in Tübingen in einem Bericht an die baden-württembergische Landesregierung. Unter der Annahme, dass sich die Entwicklung im Elsass bald in Deutschland einstellen werde, sei eine optimale Vorbereitung von „allerhöchster Dringlichkeit“. Die Gefahr durch das Coronavirus mache „weitere konsequente Maßnahmen der Landesregierungen, der Krankenhäuser und der Rettungsdienste in Deutschland“ unabdingbar.

Die Regierung in Paris bemüht sich laut „Spiegel“ um Unterstützung durch die Bundeswehr bei der Bewältigung der Corona-Krise. Benötigt würden vor allem Hubschrauber zur Verlegung von Patienten aus besonders betroffenen Regionen in andere Gebiete Frankreichs. Eine offizielle Anfrage wurde dem Magazin zufolge noch nicht gestellt, dürfte demnach aber in Kürze erfolgen. Den französischen Wünschen zufolge könnte die Bundeswehr zudem selbst bei der Versorgung von Corona-Kranken in dem Nachbarland helfen.

Das eigene Militär ist in Frankreich bereits aktiv. Präsident Emmanuel Macron ließ Notlazarette errichten, unter anderem in der Krisenregion Elsass. Zudem wurden 20 Infizierte von Straßburg aus mit einem umgerüsteten TGV-Hochgeschwindigkeitszug in mehrere Orte im Westen Frankreichs gebracht. Zuvor waren bereits mehrere schwer kranke Patienten aus dem Grenzgebiet zur weiteren Behandlung nach Deutschland und in die Schweiz gebracht worden.

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Erstellt:
27. März 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
27. März 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 27. März 2020, 06:00 Uhr

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