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EZB-Sitzung

Draghis Worte werden auf die Goldwaage gelegt

Leitet die Notenbank morgen die Wende ein und reduziert die Anleihekäufe im kommenden Jahr?

06.09.2017
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Es geht um Orientierung, nicht um einen konkreten Plan. Wenn sich der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) morgen in Frankfurt trifft, erwarten Beobachter einen Hinweis für das weitere Vorgehen in der Geldpolitik. Im Blick sind dabei vor allem die bis Ende des Jahres fixierten monatlichen Käufe von Staatsanleihen der Euro-Länder. Da werden dann einzelne Formulierungen von EZB-Präsident Mario Draghi auf die Goldwaage gelegt und interpretiert.

„Draghi wird wohl erstmals andeuten, dass die Notenbank 2018 weniger Anleihen kaufen wird als bisher“, sagt Michael Schubert, EZB-Experte der Commerzbank. Klar ist in jedem Fall: Zinserhöhungen sind für die Notenbanker noch lange kein Thema. Dafür ist die Inflation noch zu weit entfernt von knapp 2 Prozent.

Draghi hatte im Juli deutlich gemacht, dass „im Herbst“ die Diskussion über die Zukunft des Anleihekaufprogramms beginnen werde. Derzeit kauft die EZB Monat für Monat Anleihen für 60 Mrd. EUR, bis Jahresende wird sie davon fast 2,3 Billionen EUR in ihren Büchern haben. So will sie die Kreditvergabe ankurbeln, was die Konjunktur und damit auch die Inflation in Fahrt bringen soll.

Mittlerweile wächst auch im EZB-Rat der Druck. Im Juli hatten Mitglieder vor einem „übermäßig langen Hinauszögern“ der Anpassungen gewarnt, weil das auch zu Verwerfungen an den Finanzmärkten führen könnte. Er würde einen Ausstieg zügig gestalten, betont Bundesbank-Präsident Jens Weidmann.

Draghi und mit ihm die Mehrheit im EZB-Rat werden nur behutsam vorgehen. Der gebürtige Römer, der noch bis Ende Oktober 2019 an der Spitze der EZB steht, verweist weiter auf die zu niedrige Inflation. Im August lag sie bei 1,5 Prozent. Ziel der Notenbank sind knapp 2 Prozent.

Viele Ökonomen kritisieren die EZB seit Monaten. Angesichts der guten Konjunkturlage und der verbesserten Situation der Banken gebe es keinen Grund mehr für die extrem großzügige Geldpolitik. Viele warnen vor Blasen an den Finanz- und Immobilienmärkten. Andere werfen der EZB vor, sie enteigne die Sparer. Andererseits sind die Zinsen für Kredite weiter sehr niedrig.

Der Geldpolitik kommt derzeit auch noch der erstarkte Euro in die Quere. Damit werden Exporte zum Beispiel in den Dollarraum teurer und Importe günstiger, was wiederum dämpfend auf die Inflation wirkt. Würde die EZB die Zinsen erhöhen, könnte dies dem Euro möglicherweise weiteren Auftrieb verleihen.

Zu den wenigen, die den Kurs der EZB stützen, gehört Professor Adalbert Winkler von der Frankfurt School of Finance. Mit ihren Maßnahmen habe sie allein und zu Recht das Ziel im Blick, Preisstabilität zu wahren. Man könne über Einzelheiten der EZB-Politik streiten, aber am Ende gehe es um Preisstabilität. Darum allein kämpften Draghi und Co. Rolf Obertreis

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06.09.2017, 06:00 Uhr
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