Glosse

Drängende Probleme

Es ist eine der großen Fragen der Menschheit. Was tut man, wenn man muss, aber nicht darf?

22.05.2021

Von STEFAN KEGEL

Modernes WC-Interieur Foto: © Vectorpocket/shutterstock.com

Ein Problem, das Frauen sicherlich öfter umtreibt als Männer, aber angehende Trucker genauso wie Fallschirmspringer, Fußballspieler oder Chirurgen. Mal eben am offenen Herzen das Skalpell beiseite legen und aufs stille Örtchen verschwinden? Oder es im freien Fall einfach rieseln lassen? Schwere, unappetitliche Abwägungen sind da unter größtem Druck zu treffen. Gut, wenn man in der Not dann Unterstützung findet.

In Japan hat ein Lokführer sich jetzt Hilfe geholt, als er es gar nicht mehr aushielt. Bei Tempo 150 rief er kurzerhand den Schaffner seines Shinkansen-Schnellzugs heran und übergab ihm den Schaltknüppel. Prinzipiell hätte er das gedurft – wenn der Schaffner eine Fahrerlaubnis für den Zug gehabt hätte. Hatte er aber nicht. Es passierte nichts, der Zug fuhr problemlos drei Minuten weiter. Aber dem Lokführer drohen nun disziplinarische Maßnahmen.

Die Frage, wie man das Problem der Notdurft regelt, sollte Erfinder weltweit zu Höchstleistungen anspornen. Schon ein kombinierter Toiletten-Lokführer-Sitz hätte dem armen Japaner möglicherweise retten können.

Einstweilen heißt es: Augen auf bei der Berufswahl, wenn einen die schwache Blase oder Verdauungsprobleme plagen. Ansonsten hilft nur: wenig trinken, wenig essen. Und dann möglichst nicht bei Tempo 150 entkräftet umfallen. Stefan Kegel

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Erstellt:
22. Mai 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Mai 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Mai 2021, 06:00 Uhr

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