Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Doppelt oder dreifach?

Verglasung, Fensterrahmen, ein professioneller Einbau und der Zustand der Außenwanddämmung sind zu beachten – qualifizierte Energieberater geben wertvolle Tipps. Alte, zugige Fenster in unsanierten Häusern geben rund drei- bis fünfmal so viel Wärme nach außen ab wie eine moderne Wärmeschutzverglasung. Das sorgt für hohe Heizkosten und einen geringen Wohnkomfort. Welche neuen Modelle bei einem Austausch am besten sind, ist vielen Hausbesitzern aber unklar.

21.02.2014

Auf dem Markt gibt es Zwei-Scheiben- oder Drei-Scheibenverglasungen und verschiedene Rahmenmaterialien. »Bei der Auswahl neuer Fenster sollte man verschiedene Aspekte bedenken«, rät Petra Hegen vom Landesprogramm Zukunft Altbau des Umweltministeriums Baden-Württemberg. »Der Wärmeverlust nicht nur des Glases, sondern auch des Rahmens muss niedrig sein.« Gut ist ein Uw-Wert von insgesamt unter 1,3, sehr gut sind Werte unter 0,9. Doch nicht nur auf die Werte des Fensters kommt es an. Unabdingbar ist auch ein fachgerechter Einbau mit richtigen Anschlüssen an die Wand. Auf Qualität zu bestehen lohnt sich: Prüfen Energieberater den geplanten Einbau und werden die energetischen Anforderungen erfüllt, genehmigt die KfW eine finanzielle Förderung. Wer einen Fenstertausch durchführt, sollte auch den Zustand der Außendämmung prüfen. »Ist die Wand schlecht gedämmt, empfiehlt sich nach dem Einbau neuer Fenster eine Verstärkung«, sagt Dr. Klaus Keßler von der KLIBA Klimaschutz- und Energieberatungsagentur Heidelberg. »An einer ungedämmten, kalten Wand erhöht sich sonst die Schimmelgefahr, da neue, dichte Fenster den Feuchtigkeitsanteil in der Luft erhöhen, wenn nicht regelmäßig gelüftet wird.« Ein Fenstertausch sollte deshalb so geplant werden, dass einer nachträglichen Dämmung nichts im Wege steht. So können die Fenster in der Laibung weiter nach außen gesetzt werden, damit künftig die Laibung keine Schwachstelle bildet.

Durchsichtig, nicht durchlässig

Der Zweck von Fenstern ist vielfältig: Sie lassen Licht in die Wohnung und bieten unter anderem Schutz vor Wind und Wetter. In den letzten Jahren rückt die Wärmedämmung im Winter und der Schutz vor Überhitzung im Sommer immer mehr in das Zentrum des Interesses. Das Kernstück moderner Fenster ist die Verglasung. Zwei oder drei Scheiben sind möglich. Zwischen den abgedichteten Gläsern befindet sich Edelgas mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit. Die Folge der Konstruktion: Der Schutz vor Kälte und Wärme ist besonders hoch. Die Maßeinheit dafür ist der Wärmedurchgangskoeffizient, von Fachleuten auch als U-Wert bezeichnet. Alte Fenster mit einer Einfachverglasung weisen noch Werte von um die 5 Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2 K) auf. Holzverbundfenster, die bis Anfang der achziger Jahre eingebaut wurden, haben U-Werte von rund 2,8 W/m²K. Die frühen Isolierglasfenster, die bis in die neunziger Jahre eingebaut wurden, sind ebenfalls nicht besser. Zweifach verglaste Fenster erreichen heute mit Wärmeschutzglas einen U-Wert von 1,5 bis 1,1, gute Dreifachfenster bereits 0,9 bis 0,5 W/m²K ? selbst bei Minusgraden bleiben solche Scheiben raumseitig mindestens 16 Grad warm. Wird der Wärmeverlust des Rahmens hinzuberechnet, nennt sich die Maßeinheit UW.

Angesichts strengerer Energieeinsparregeln wie der EnEV wird die Dreifachverglasung immer mehr zum Standard. Sie ist zwar etwas teurer, aber effizienter. Doch Vorsicht: Wichtig ist eine gute Qualität nicht nur der Scheiben, sondern auch des Rahmens. »Eine Scheibe mit einem sehr guten Wärmedurchgangskoeffizient bringt wenig, wenn der Rahmen Mängel aufweist«, erklärt Klaus Keßler. »Ein zweifach verglastes Fenster etwa in einem Edelstahl oder thermopastischen Verbund erreicht dieselben U-Werte mit weniger Kosten wie eine dreifach-Verglasung mit einem ungeeigneten Rahmen.« Eine Beratung eines Fachmannes könne solche Fehler vermeiden.

Mehr Informationen unter:

www.zukunftaltbau.de

Fenster leisten weit mehr, als Räume zu belichten und zu belüften – sie schützen auch vor Kälte und Hitze. Fotos: Zukunft Altbau Bild: Zukunft Altbau

Zum Artikel

Erstellt:
21. Februar 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
21. Februar 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2014, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+