Die 7d der Geschwister-Scholl-Schule war im Kika

Die zweitbeste Klasse Deutschlands

Die 7d der Geschwister-Scholl-Schule Tübingen war im Fernsehen. Bei einer Quizsendung gewann sie den zweiten Platz. Wichtiger war den Schülern aber die Erfahrung, hinter die Kulissen zu schauen.

28.05.2018

Von Lisa Maria Sporrer

Zwar nicht die beste Klasse Deutschlands, mit ihrem zweiten Platz aber immerhin die bisher beste Klasse Tübingens bei der Kika-Quizshow: Die 7d des Gymnasiums der Geschwister-Scholl-Schule.Bild: Kika/Melanie Grande

Wer „Piratenflagge“ hört, denkt an die Farbe Schwarz, an gekreuzte Knochen und an einen Totenschädel. Aber denkt man auch an Fischgräten oder Gabeln? Oder an Uhren? Die letzte und entscheidende Frage beim Wochenfinale der Quizshow „Die Beste Klasse Deutschlands“ brachte die Schüler aus Tübingen und Soest in Verlegenheit. Gerade einmal je drei Schüler wussten die Antwort: Auch Sanduhren zierten als Symbol für Vergänglichkeit Piratenflaggen.

Für die 7d des Gymnasiums der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) in Tübingen hatte es im Wochenfinale des Kinderkanals (Kika), das am 11. Mai ausgestrahlt wurde, trotzdem gereicht: Gegen drei Klassen setzten sich die Schüler aus Tübingen durch und lösten damit ein Ticket fürs Superfinale. Dass sie in der Sendung, die am Wochenende ausgestrahlt wurde, nicht den Titel holten, störte in der Klasse kaum jemanden: „Wir waren noch mal als Klasse gemeinsam unterwegs, bevor wir im nächsten Schuljahr in die Profilklassen wechseln“, sagt die Schülerin Selina freudig.

Zwei Mal war die Klasse mit ihrer Lehrerin Carmen Speidel in Köln. Produziert wurden die Folgen, in denen auch die Tübinger Klasse zu sehen ist, bereits im Februar in den MMC-Studios in Hürth. Anfang Februar wurde die Wochenshow gedreht, Ende Februar das Superfinale. „Weil die Sendung erst jetzt ausgestrahlt wurde, durften wir nur ganz wenigen Freunden erzählen, dass wir Zweiter geworden sind“, sagt Flora. Gewusst habe es an der Schule in Tübingens Norden trotzdem nach kurzer Zeit fast jeder.

Fast 1100 Klassen der Stufen sechs und sieben haben sich für die 11. Staffel von „Die beste Klasse Deutschlands“ beworben. 32 Schulklassen haben sich qualifiziert, traten in den Wochenshows gegeneinander an und die vier Besten spielten am Ende im Superfinale um den Hauptpreis: eine Reise nach Edinburgh. „Es ist für die Schüler immer ein besonderes Erlebnis zu sehen, wie so eine Show abläuft, wie sie produziert wird, und wie sich die Aufnahmen im Fernsehen von ihren persönlichen Eindrücken unterscheiden“, sagt die Lehrerin Speidel. Deshalb unterstütze sie die Bewerbungen für die Show. Bereits vier Mal war sie mit diversen Klassen ihrer Schule in den Kölner Studios der Kika-Sendung. Soweit wie die jetzige 7d ist aber noch keiner gekommen. Auch keine andere Klasse einer Tübinger Schule.

Darauf sind die Siebtklässler sichtlich stolz. Obwohl die Aufzeichnungen für die Sendung anstrengend waren und teils desillusionierend: „Als wir in den Studios ankamen, mussten wir erstmal Fotos von uns machen lassen und Videos mit unseren Gegnern drehen. Es war zwar cool zu sehen, wie sowas abläuft, hat aber auch echt lange gedauert“, sagt Flora. Die langen Zeitspannen erwähnte beinahe jeder Schüler, der etwas über die Aufzeichnungen erzählte: „Wenn Experimente nicht funktionierten, wurden die einfach solange wiederholt, bis es mal klappte“, sagt Willi. „Auch das Klatschen und Jubeln wurde eingeübt“, sagt Robin.

Während der Aufzeichnung gab ein Warm-Upper den Kindern Zeichen, wann sie sich wie zu freuen haben. „Wir hatten vorher ja schon ewig lange verschiedene Jubel-Varianten einstudiert“, sagt Robin. Und Matilda: „Es hat zwar alles lange gedauert, war aber auch spannend zu sehen, was hinter den Kulissen abläuft und was rausgeschnitten wird.“

Obwohl keiner der Tübinger Schüler gewusst hatte, dass der Gegner im ersten Spiel der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft Mexiko heißt, setzten sie sich im Superfinale gegen die Klassen aus Leipzig und Stadtroda durch und spielten gegen die Hallenser Schüler um den Titel. Zuerst sah es gut aus für die 7d der Geschwister-Scholl-Schule: 2 zu 0 führten sie gegen die 6/2 des Landesgymnasiums Latina August Hermann Francke aus Halle, doch plötzlich stand es 2:2. Nur zehn Tübinger Schüler konnten die entscheidende Antwort der letzten Frage beantworten: Dass der Planet Venus nach einer Frau benannt ist. Aus Halle waren es 14 Schüler. Damit verlor die 7d 2 zu 3 – bekam als Zweitbester der Show aber immerhin einen Ausflug nach München geschenkt. „Als Klassenerlebnis war das prima für die Schüler“, sagt Speidel. Keiner sei nach der Show wirklich traurig oder enttäuscht gewesen. „Viel cooler war sowieso, was wir sonst noch alles in Köln erlebt haben“, sagt Robin: Spaßbad, Sea-Life in Königswinter und eine Stadtführung.

Vier Schüler für die erste Reihe nominiert

Vier Schüler wurden von ihren Mitschülern nominiert, in der ersten Reihe der Sendung zu sitzen und die Klasse als Teamleiter anzuführen: Matilde (12), Inge (12), Robin (13) und Willi (13). Nachdem die Klasse sich mit einem dreiminütigen Bewerbungsvideo für die Show qualifiziert hatte, in dem die Schüler als Schotten verkleidet die Schule vorstellten, kam eine Mitarbeiterin von Kika nach Tübingen. Sie suchte aus diesen vier Schülern zwei aus: Matilde und Robin. Nach der ersten Aufzeichnung hatte Matilde mit einem Magen-Darm-Virus zu kämpfen, weswegen im Wochenfinale und im Superfinale Inge den Platz in der ersten Reihe neben Robin einnahm. Dass sie von ihren Mitschülern ausgewählt wurden, freut die vier Schüler noch immer. „Wir haben verschiedene Interessen und sind in unterschiedlichen Fächern gut“, sagt Matilde, die Deutsch als ihr Lieblingsfach nennt. Das sei natürlich ein Vorteil für eine Quizshow. „Es waren aber knifflige Fragen, da hat mir mein Interesse an Mathe und Sport nicht immer weitergeholfen“, sagt Robin. „Insgesamt können wir aber alle von uns behaupten, einen guten Job gemacht zu haben“, sagt Willi. Immerhin sei ein zweiter Platz durchaus auch etwas besonderes.

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Erstellt:
28. Mai 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
28. Mai 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2018, 01:00 Uhr

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