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Auftaktchancen im Fechten und beim Straßenrennen

Die wichtigste Medaille

Drei Tage lang hatten die deutschen Athleten in London 2012 den Blues. Dann gab's endlich die erste Medaille. Wer bricht diesmal den Bann?

05.08.2016
  • WOLFGANG SCHEERER

Rio de Janeiro. An Gold, Silber und Bronze hängt viel. Die persönliche Zukunft als Athlet, die Förderung der gesamten Sportart und natürlich das Renommee eines Olympia-Teams.

Anders als die deutsche Mannschaft erwischten die Chinesen vor vier Jahren in London einen Traumstart. 30 Medaillen hatten sie nach vier Tagen bereits geholt, 17 davon aus Gold. Krachen ließ es dafür das deutsche Boulevard: „Mann, sind wir schlecht!“ Und: „Über uns lachen sogar Kasachen“, hieß es mit Blick auf Alexander Winokurows Sieg im Straßenrennen. Im Deutschen Haus redeten sich die Experten die Köpfe heiß. Immer wieder fiel das Wort Krise, als selbst für den hoch favorisierten Säbelfechter Nicolas Limbach im Viertelfinale Endstation war.

Britta Heidemann ließ sich von all dem nicht anstecken, gewann an Tag vier mit dem Degen Silber und sorgte für großes Aufatmen. Die erste ist die vielleicht wichtigste Medaille. Am Ende war das deutsche Team (44) an Position sechs gut bedient. Oben thronten die USA (104), China (88) und Gastgeber Großbritannien (65).

Für Rio 2016 sind die 44 Medaillen von London die offizielle Vorgabe. „Das ist der logische Vergleich und die Zahl, an der wir uns orientieren“, sagt DOSB-Sportchef Dirk Schimmelpfeng. Er wirbt auch dafür, das Team nicht wie in London zu verdammen, wenn es am Anfang nicht so gut laufen sollte: „Wir gehen mit dem Plan rein, dass wir die Spiele mit Ausdauer und Geduld gestalten wollen. Wir haben 16 Wettkampftage. Am Ende wird addiert und analysiert.“

In London waren es am Schluss elf goldene, 19 silberne und 14 bronzene Medaillen – zusammen also 44. Zehn Prozent der rund 450 Athleten sollten also auf dem Podest stehen. Wieviel Geduld ist diesmal nötig, wer hat am ersten Wochenende Chancen auf Edelmetall? Michael Jung, der Star der Vielseitigkeit, kann nicht sofort zuschlagen, aber mit einer starken Dressurleistung die Richtung bestimmen: Wiederholt der 34-Jährige aus Horb am Neckar den Doppel-Erfolg von 2012 im Einzel und mit dem Team. Gold-Pferd Sam ist nach dem kurzfristigen Ausfall von Takinou erneut erste Wahl.

Im Degenfechten sind diesmal keine Deutschen qualifiziert, auch Britta Heidemann hat es nicht nach Rio geschafft. Aber Ex-Weltmeister Peter Joppich könnte am Sonntag mit dem Florett auftrumpfen. Der 33-jährige Koblenzer war als Sechster in Athen 2004 und Fünfter in Peking 2008 in Medaillennähe. Gereicht hat es für den WM-Gewinner von 2003, 2006, 2007 und 2010 bisher nur zu Team-Bronze in London.

Bereits morgen im ersten Wettbewerb des Tages (14.30 Uhr MESZ/ZDF) kann ein junger Radprofi aus Ravensburg seine Klasse demonstrieren. Emanuel Buchmann, für viele ein Überraschungsmann der Tour de France (und im Bora-Aragon-Team auf Platz 21) sucht im Straßenrennen seine Chance. Auf dem kletterlastigen, sehr selektiven Kurs rund um die Copacabana gelten allerdings der Kolumbianer Nairo Quintana, quasi beim Heimrennen in Südamerika, und Ex-Doper Alejandro Valverde aus Spanien als großen Favoriten. Tour-Sieger Chris Froome dürfte im Zeitfahren nicht zu schlagen sein. In beiden Disziplinen wird Lisa Brennauer eine Menge zugetraut. Sowohl im Zeitfahren als auch zum Auftakt am Sonntag im Straßenrennen zählt die 28-jährige Allgäuerin aus Kempten zum Favoritenkreis im Damen-Feld.

Im Schwimmen fallen an allen acht Wettkampftagen von Samstag an jeweils vier Entscheidungen. Am Samstag stehen zuerst Clemens Rapp (SV Heidelberg) und der Münchner Florian Vogel über 400 Meter Freistil im Mittelpunkt, während sich der Hallenser Paul Biedermann bei seinen letzten Olympischen Spielen auf die 200 Meter Freistil am Montag konzentriert. Rapp hat über die 400 Meter bei der WM 2015 gezeigt, wie es geht: Er rutschte ins Finale. Auch Vogel hat Endlauf-Chancen. Aber die Medaillen sind kaum in Reichweite. Biedermann schwamm über 200 Meter in London auf Platz fünf. Diesmal soll mehr herausspringen.

Los geht's gleich am ersten Wochenende auch mit Rudern, Tischtennis, Kunstturnen, Handball (am Sonntag Deutschland gegen Schweden), Judo und den Schießwettbewerben. Judoka Mareen Kräh, die WM-Dritte aus Spremberg, hat in der 52-kg-Klasse möglicherwiese eine Chance. Im Rudern werden die Medaillen erst an vier aufeinander folgenden Tagen vom 10. bis 13. August vergeben. Mit spannendem Schlussszenario, wenn der Deutschland-Achter um den Ulmer Maximilian Reinelt als Titelverteidiger ins Rennen geht.

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05.08.2016, 06:00 Uhr
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