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Die schwierige Suche nach Normalität
Glücklich nach dem 2:0 im letzten Heimspiel gegen Kaiserslautern (v.l.): Stürmer Daniel Ginczek, VfB-Trainer Hannes Wolf und Rechtsverteidiger Jean Zimmer, der Großkreutz-Ersatz. Foto: Imago
VfB Stuttgart

Die schwierige Suche nach Normalität

Nur drei Tage nach der spektakulären Trennung von Kevin Großkreutz ist der Tabellenführer der 2. Liga in dem Spitzenspiel in Braunschweig gefordert.

06.03.2017
  • WS

Zeigt der VfB jetzt sportlich Wirkung? Nach einer unglaublich turbulenten Woche, die mit dem Rauswurf von Kevin Großkreutz endete, soll und muss sich die Mannschaft des Zweitliga-Spitzenreiters jetzt wieder voll auf Fußball konzentrieren.

Im Top-Duell der Stuttgarter bei Eintracht Braunschweig ist heute Abend ein guter Auftritt in zweifacher Hinsicht wichtig. Zum einen mit Blick auf die Tabelle (siehe auch Info-Box), vor allem aber, um zu demonstrieren, dass sich Hannes Wolfs Team auf dem Weg nach oben auch von äußeren Ereignissen und Einflüssen, seien sie noch so überraschend, extrem und bitter, nicht aus dem Rhythmus bringen lässt.

„Natürlich hätten wir uns das alles in der vergangenen Woche gern erspart“, sagt Wolf mit Blick auf Großkreutz' Eskapaden in der Nacht zu Dienstag, betont aber kategorisch: „Egal wie es in Braunschweig ausgeht, die Verbindung zu der Geschichte ist nicht zulässig in der Bewertung für das Spiel.“ Sollte der VfB nach fünf Siegen in fünf Rückrundenspielen und dem Sprung auf Platz eins allerdings ausgerechnet heute verlieren, ließe sich die Folgerung vielleicht nicht so ganz einfach wegdiskutieren.

Zu außergewöhnlich war der Vorfall. Nach dem Aus für einen der Publikumslieblinge wirkt der Schock gerade bei vielen Fans nach. Für sie ist als Plattform just eine Webseite mit dem Titel „Wir für Kevin“ entstanden, und es gibt eine Online-Petition „Großkreutz zurück zum VfB“ (www.openpetition.de) mit gestern schon weit über 5000 Unterstützern.

Das Thema ist ähnlich emotional wie der tränenreiche Abschied des Ex-Nationalspielers bei der Pressekonferenz am Freitag, als er sich für seinen Fehler entschuldigte. Nach „einvernehmlicher Trennung“ und vereinbartem Stillschweigen über Details der Nacht, die inzwischen von Boulevard-Medien mit viel Rotlicht ausgeleuchtet wird, ist und bleibt der Abschied unumkehrbar. Großkreutz war mit drei Jugendspielern in der Stuttgarter Innenstadt unterwegs und Opfer einer Prügelei geworden.

Die Reaktionen auf seiner Twitter-Seite schwanken zwischen Aufmunterung, Kritik und Spott. „Jeder macht Fehler, du hast immer dazu gestanden, wenn du Mist gebaut hast“, so Kumpel Lukas Podolski. „Lass dich nicht unterkriegen, das Leben geht weiter.“ Auch von seiner alten Liebe Borussia Dortmund kamen gestern tröstliche Worte: „Fehler sind das Eine, Verantwortung zu übernehmen ist das Andere. Dir und deiner Familie viel Kraft und Ruhe!“ Einige Reaktionen auf der VfB-Facebookseite verdeutlichen, dass die Konsequenzen teilweise als zu hart empfunden werden. Beispiel Rolf A.: „Bei einem Terodde hätte man es, bei gleicher Sachlage, mit einer Geldstrafe belassen, da bin ich mir sicher.“

Simon Terodde ist mit 15 Saisontoren der beste Zweitliga-Schütze und künftig absolut ein Mann für die Bundesliga. Großkreutz hatte als Verteidiger nie restlos überzeugt. Sein Vertrag lief noch bis Juni 2018. Hätte es für ihn nach dem Wiederaufstieg noch Platz gegeben?

Neue Chance für Jean Zimmer

In Braunschweig soll heute Jean Zimmer auf der Rechtsverteidiger-Position spielen. Der 23-Jährige aus Bad Dürkheim hatte Großkreutz, der mit Fußprellung fehlte, zuletzt schon beim Stuttgarter 2:0-Sieg gegen seinen Ex-Klub 1. FC Kaiserslautern ersetzt.

Auf den Einsatz brennt auch Terodde, der im Duell mit den „Roten Teufeln“ einen Nasenbeinbruch erlitten hatte. Mitte letzter Woche ist er operiert worden und hat bereits am Freitag mit eilig angefertigter Schutzmaske aus Carbon wieder trainiert. Die muss der 29 Jahre alte Mittelstürmer auch heute und in den nächsten Spielen tragen.

Schnell zurück zur Normalität heißt es jetzt nicht nur für Terodde. Das Team, sagt Trainer Wolf, sei „bemerkenswert“ mit dem Fall Kevin Großkreutz umgegangen. „Wir haben versucht, den An-Knopf zu drücken für den VfB. Die Geschichte wird nicht als Alibi herhalten.“ Genau das muss die Mannschaft nun beweisen.

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06.03.2017, 06:00 Uhr
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