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Die rohe Wildschwein-Lasagne

Gibt es Küchen, in denen Lasagneplatten nicht wie Blei in den Schubladen liegen, mit lange abgelaufenem Verfallsdatum und oller, angegriffener Verpackung? In vielen Küchen gibt es sogar größere Plattensiedlungen im hinteren Bereich.

09.10.2015
  • Ulla Steuernagel

Denn bei jeder Lasagne-Zubereitung bleiben einige Platten übrig, immer zu wenige, als dass sie für eine zweite Lasagne reichen könnten. Außerdem scheint die Plattenproduktion ein extremes Wander- oder Saisongeschäft zu sein. Nie findet sich dieselbe Marke zwei Mal hintereinander.

Dies wiederum nützt den Wildschweinen. Sie nämlich, so erzählte mir jemand, liebten Lasagneplatten. Damit tat sich mir eine ungeahnte Möglichkeit zur Schubladenhygiene auf.

Und so wurde ich der Liebling aller Wildschweine. Jedenfalls für einen Tag. Ich musste nur meine Plattensammlung zücken und schon kam der größte Keiler angaloppiert. Er schmiss sich gegen den Zaun, der ihm den Weg zu mir verstellte, er schubste seine Familie weg und machte sich gierig über die erste Platte her. Wie Riesenchips knusperte er eine nach der anderen. Die anderen buhlten um mich. Ich gab mir redlich Mühe, ihnen auch etwas zukommen zu lassen, doch der Oberkeiler blieb der King der Platten. Wenn ich wiederkomme, so sagte ich zu den anderen Wildschweinen, werde ich genügend Platten für euch alle mitbringen. Das wird ein Fest werden, versprach ich ihnen, und dachte schon an eine Heiligabend-Bescherung.

Warum schmecken Lasagnenudeln den Wildschweinen so dermaßen gut? Ich wusste nur einen, dem ich diese Frage stellen konnte: dem Internet. Es sandte mir Kochrezepte. Das erschien mir extrem anstößig: Wie kann man sich nur den Esser zusammen mit seiner Lieblingsspeise auf dem Teller vorstellen!

Wildschwein-Lasagne, nein danke! Doch man muss nur lange genug googlen und schon findet sich eine Antwort auf jede existenzielle Frage. „Warum essen die Wildtieren im Park am liebsten rohe Nudeln?“ fragte „Henriette“ 2008 in die Ratgeber-Community „gutefrage.net“ Und „gerdimeier“ schreibt ihr: „...die würden sich bestimmt auch über andere Lebensmittel freuen. Aber rohe Nudeln sind besonders ungefährlich für die Tiere“. „Besonders ungefährlich“, klingt das nicht besonders bedrohlich? Ich nahm Witterung auf. Und schon las ich an anderer Stelle, dass von Spaghetti abgeraten werde: „Wildtiere sollten nie ungekochte Nudeln essen, diese quillen im Magen auf und können zu Obstipation (Verstopfung) oder im schlimmsten Fall zur Magenüberdehnung/-ruptur führen!“

Tiere ticken also auch nicht anders als Menschen, auch für sie ist Schmackhaftes nicht immer gesund. Und was ist mit meinen Lasagneplatten? Antennenwelse, las ich nun, mögen rohe Nudeln. „Sie mögen auch gerne Paprika.“ Die Paprikaschote sollte man vorher jedoch kurz blanchieren. Wohingegen man eine Salatgurke, allerdings zwei Mal geschält, roh servieren kann. Und wie macht man die Gurke zu einer Unterwassergurke? Indem man, so der Tipp, einen kleinen Löffel hindurchsteckt. Tierfütterung ist mir einfach zu kompliziert, ich esse jetzt wieder selber.

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09.10.2015, 12:00 Uhr
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