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Notärztin im Einsatz für die CDU

Die populäre Lisa Federle will im Wahlkreis Tübingen das Direktmandat gegen die starken Grünen verteidigen

Die Grünen wollen der CDU das Tübinger Direktmandat abjagen. Die Christdemokraten versuchen das zu verhindern - mit der Notärztin Lisa Federle.

12.03.2011
  • RAIMUND WEIBLE

Tübingen Den Oberbürgermeiser-Posten haben die Grünen schon in der Universitätsstadt Tübingen. Vor vier Jahren löste Boris Palmer die SPD-Frau Brigitte Russ-Scherer im Rathaus ab. Und am 27. März wollen die Grünen der CDU auch das Landtagsdirektmandat abjagen. Doch das will die Union verhindern. Mit ihrer Kandidatin Lisa Federle.

Lisa Federle: Das ist eine ganz und gar untypische Vertreterin ihrer Partei. Der Union gehört sie erst seit 2009 an. Als politischer Quereinsteigerin fehlt ihr der Stallgeruch. Sie leistet sich zu manchen Themen eine Meinung, die von der Parteilinie abweicht. Im Gemeinderat schert sie schon mal aus der Phalanx ihrer Fraktion aus. So befürwortete sie zum Ärger ihres Fraktionsvorsitzenden einen städtischen Kredit zu Gunsten eines selbstverwalteten Häuserprojekts. Das von der schwarz-gelben Koalition durchgesetzte Universitätsmedizingesetz lehnte sie ab.

Für manche konservative CDU-ler kommt die 49-jährige Medizinerin eine Spur zu sportlich daher: Die gertenschlanke Notärztin trägt am liebsten enganliegende Hosen. Ihr Kapital sind ihre Kontaktfreude und ihre Bekanntheit. Ihr genügt es, Plakate aufzuhängen, auf der nur ihr Vorname geschrieben steht. "Lisa - immer im Einsatz", heißt es da. Oder: "Lisa - mitten im Leben".

Lisa Federle hüllt sich in Hockenheim schon mal in den Overall einer Rennärztin. Ihr Lebenslauf ist so bunt, dass sich selbst überregionale Medien für die Powerfrau interessieren. Federle habe schon jedem zweiten in Tübingen den Puls gefühlt, schrieb die FAZ. Ziemlich übertrieben, aber ein Körnchen Wahrheit steckt schon in diesem Satz. Die Mutter von vier Kindern war Wirtin der Altstadt-Kultkneipe Boulanger, bevor sie über den zweiten Bildungsweg das Medizinstudium absolvierte. Gegenüber Angehörigen anderer Parteien verspürt die ehemalige Sozialdemokratin keine Berührungsängste.

Doch seit sie beim Auftritt von Kanzlerin Merkel in Tübingen ankündigte, sie wolle das grüne Nest in Tübingen kleiner machen, weiß sie, was Wahlkampf heißt: Die Gegner machen vor der Person nicht halt. Die Grünen nehmen Federle unter Beschuss, und die Genossen ätzen, sie habe im Gemeinderat und im Kreistag, in die sie jeweils mit Superergebnissen gewählt worden ist, bisher kaum den Mund aufgemacht.

Für die geschliffene politische Rede fehlt Federle in der Tat die Routine. Noch ist sie nicht in allen Politikfeldern sattelfest. Ihr grüner Konkurrent allerdings auch nicht. Federles Schwerpunkt ist das Soziale. Sie verkämpft sich für familiär benachteiligte Kinder. Es bewegt sie die Isolation alter Menschen und die Suchtprobleme in der Gesellschaft. Vom realen Leben versteht Federle allerhand. Das kennt sie aus ihren tagtäglichen Rettungseinsätzen.

Zuletzt holte Klaus Tappeser für die CDU im Wahlkreis Tübingen 38,6 Prozent, Boris Palmer für die Grünen 22,1 Prozent. Tappeser stützte sich vor allem auf das schwarze Hinterland des Kreises. Dort ist es mit der Unterstützung für Federle offenbar nicht so weit her, denn bei der Nominierung räumte sie in einer spannenden und engen Wahl den Vertreter dieses Raums aus dem Weg, und manche sind ihr noch deswegen gram. Nun muss sie, um sich das Direktmandat zu sichern, vor allem in Tübingen reüssieren.

Die populäre Lisa Federle will im Wahlkreis Tübingen das Direktmandat gegen die starken Grünen
Lisa Federle: Ihr Kapital sind ihre Kontaktfreude und ihre Bekanntheit.

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12.03.2011, 12:00 Uhr
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